Mädchenwohnheim Halhof

Stadtbezirk Schildesche


Das Mädchenwohnheim Halhof ist eine Einrichtung der Erziehungshilfe in Trägerschaft der Stadt Bielefeld.
Es besteht seit dem 01.08.1979 und ist Teil eines ehemaligen Gutshofes in unmittelbarer Nähe des Obersees in Bielefeld Schildesche.
In unserem Haus können neun Mädchen langfristig wohnen. Den Mädchen wird ein Lebensbereich geboten, der ermöglicht Verletzungen zu überwinden und soziale Erfahrungen zu analysieren, um eine weitere Lebensperspektive zu erarbeiten.
Im Vordergrund der Einrichtung steht die parteiliche Mädchenarbeit; die Belange der Mädchen sowie ihre Beteiligung sind hier entscheidend.

Lage und Ausstattung

Die Räumlichkeiten des Halhofs gewähren neun Mädchen Einzelzimmer mit eigenem Zimmerschlüssel. Ein großzügig ausgestatteter Wohnbereich sowie Garten- uns Grünanlagen stehen zur Verfügung.

Trotz der ländlichen Umgebung am Rande von Bielefeld bestehen gute Verkehrsanbindungen, die Mädchen erreichen problemlos Schulen, Ausbildungsstellen und auch die Innenstadt.

Personelle Ausstattung

Die Betreuung der Mädchen wird durch zwei Sozialarbeiterinnen, eine Sozialpädagogin, eine Erzieherin, zwei Erzieher, zwei Berufspraktikantinnen, Berufspraktikanten (für Soziale Arbeit und den Bereich Erzieher) jeden Tag rund um die Uhr gewährleistet.
Das Team setzt sich bewusst aus beiden Geschlechtern zusammen, um den Mädchen das Einüben eines selbstbewussten Umgangs mit dem weiblichen und männlichen Gegenüber zu ermöglichen.

Die tägliche pädagogische Arbeit strukturiert sich mittels Dienstbesprechungen, Dienstübergaben, schriftlicher Dokumentation des Tagesablaufes jedes einzelnen Mädchens sowie Dokumentation von Terminen und Gesprächen, Doppelbesetzung durch zwei pädagogische Fachkräfte in der Regel im Spätdienst, Einzeldienste am Wochenende mit Rufbereitschaft im Hintergrund, Supervisionen, Team- und Einzelfortbildung, Geschäftsbereichsdienstbesprechung zum Austausch von Erfahrungen und Informationen.

Zum Personal gehört ein haustechnischer Dienst und eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst.

Zielgruppe

Die Zielgruppe der Einrichtung sind Mädchen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren, die in der Herkunftsfamilie keine Sicherung in der Erziehung oder Entwicklung erfahren konnten und langfristig ein Zuhause suchen.
Aufgenommen werden ebenfalls Mädchen, die nach sexuellen, körperlichen oder psychischen Misshandlungen nicht mehr in der Familie bleiben können und ihre Probleme und Traumata aufarbeiten wollen. Mädchen, die zu uns kommen, sollten bereit sein, Hilfen anzunehmen, wobei die Hilfen individuell auf die Mädchen abgestimmt werden.
Wir erwarten, dass sie sich auf das Gruppenleben einlassen. Im Weiteren sollten sie sich in einem schulischen oder beruflichen Ausbildungsprozess befinden oder sich in einen solchen vermitteln lassen.


Pädagogische Zielsetzung

Jugendzimmer

Übergeordnetes Erziehungsziel ist die Rückführung in die Herkunftsfamilie. Ist dieses Ziel nicht zu erreichen, werden die Mädchen auf ein selbständiges Leben vorbereitet.
Die Einrichtung bietet,

  • Arbeit im Bezugspersonensystem
  • Selbstversorgung sowie Strukturierung des Alltages unter Anleitung der pädagogischen Fachkräfte
  • Zusammenarbeit mit Eltern, Jugendämtern, Schulen, Therapeutinnen und Therapeuten, Begleitung bei der Hilfeplanung
  • Stärkung der persönlichen und sozial- emotionalen Kompetenzen
  • Hausaufgabenbetreuung und externe Nachhilfeangebote
  • Förderung der Eigenverantwortung, Einüben von Verhaltensregeln, Erlernen einer sinnvollen Freizeitgestaltung und Verbindlichkeit

Der Verlauf der Aufnahme eines Mädchen beginnt im Regelfall mit der Anfrage des für sie zuständigen Jugendamtes an das Mädchenwohnheim Halhof. Die Anfrage wird auf der Dienstbesprechung vorgestellt. Im Anschluss wird ein Erstgespräch in der Einrichtung vereinbart, an dem das Mädchen, ihre Eltern bzw. Personensorgeberechtigten, Vertreter des zuständigen Jugendamtes und ein Mitarbeiter des Halhofs teilnehmen. Hier steht das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund.

In den nächsten Tagen kann das Mädchen sich für oder gegen eine Aufnahme in den Halhof entscheiden. Die Aufnahme beruht auf der Freiwilligkeit der Jugendlichen. Entscheidet sich das Mädchen für den Halhof, wird ein aussagekräftiger Zeitraum für ein Probewohnen vereinbart. In dieser Zeit hat das Mädchen die Möglichkeit Ängste abzubauen und Einblicke in das Gruppenleben zu erhalten. Das pädagogische Team prüft, ob die Grundlage für eine Erfolg versprechende Zusammenarbeit gegeben ist, oder eine andere Maßnahme sinnvoll erscheint. Es erfolgt eine gezielte Analyse der bisherigen belastenden Situationen, über den familiären Hintergrund, die bisherige Entwicklung des Mädchens, auch im Hinblick auf die zukünftige Aufarbeitung der zentralen Problemstellungen.
Nach der Auswertung des Probewohnens und der endgültigen Zusage der Jugendlichen wird die Aufnahmeentscheidung im Team getroffen und der Jugendlichen mitgeteilt.

Als Grundlage für die Ausgestaltung der Maßnahme wird eigens für jedes Mädchen im Hilfeplan eine Vereinbarung mit allen Beteiligten getroffen wie die Zusammenarbeit aussehen und die Betreuung und Unterstützung gestaltet werden soll.
Für die Zeit der Hilfemaßnahme im Halhof gilt auch für die Eltern, dass sie diesen als Lebensmittelpunkt ihres Kindes akzeptieren.
Im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht das Kindeswohl; deshalb gilt für die Elternarbeit im Hinblick auf das einzelne Mädchen: Soviel Kooperation mit den Eltern wie möglich und soviel Schutz vor den Eltern wie nötig.
Die Elternarbeit gestaltet sich vielfältig: z.B. über regelmäßige Telefonate, Teilnahme an Geburtstagen, begleitete Besuchskontakte, themenzentrierte Elterngespräche, die zuvor im Hilfeplan festgelegt wurden oder auch Eltern- Kind- Gespräche, die der Vermittlung und Annäherung dienen. Ein Mädchen wird nicht unvorbereitet in die Herkunftsfamilie entlassen.


Rechtsgrundlagen

Die pädagogische Arbeit und Zielbeschreibung im Mädchenwohnheim Halhof basiert auf folgenden gesetzlichen Grundlagen:
§ 27 SGB VIII (KJHG): Hilfe zur Erziehung
§ 34 SGB VIII (KJHG): Heimerziehung
§ 36 SGB VIII (KJHG): Mitwirkung zum Hilfeplan
§ 41 SGB VIII (KJHG): Hilfe für junge Volljährige




Kontakt

Tel. 0521 51-2562

Frau Sinemus (Heimleitung)
Herr Grießing (Vertretung)