Konzept "Familienfreundliches Bielefeld"

Kinder sind unsere Zukunft. Sie haben ein Recht darauf, geschützt aufzuwachsen und von der Gesellschaft mit gerechten Lebenschancen ausgestattet zu werden.
Das Thema Familie ist eine kommunale Aufgabenstellung und es ist angezeigt, in allen Lebensbereichen, in denen Eltern und Kinder, gleichwohl Familienmitglieder jeglichen Alters betroffen sind, kontinuierlich familienorientierte Hilfen und Angebote zu optimieren. Es gilt, neue Maßnahmen zu konzipieren sowie alle Bielefelder Bürgerinnen und Bürger und Institutionen aller Bereiche gesellschaftlichen Lebens gegenüber Kindern und Familie positiv zu stimmen und zu motivieren. Das beinhaltet auch eine Aufwertung der vor allem von Frauen geleisteten Familien-, Pflege- und Erziehungsarbeit.
Die vier Kernbereiche im Konzept "Familienfreundliches Bielefeld":

1. Familienfreundliche Arbeitswelt

Zu einer familienfreundlichen Personalpolitik zählt nicht nur die Flexibilisierung der Arbeitszeit sondern auch z.B. die Entwicklung individueller Arbeitszeitmodelle.

Um Verlässlichkeit, Motivation und Zufriedenheit auf beiden Seiten zu erreichen, kommen die Lösungen folgender Aufgaben Beschäftigten, ihren Familien und den Unternehmen zu Gute:

  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Familienfreundlichkeit von Unternehmen
  • Familienfreundliche Ausbildung
  • Unterstützende Dienstleistungen für Unternehmen
  • Engagement der heimischen Wirtschaft bei der Betreuung von Kindern


2. Stärkung / Unterstützung von Familien bei der Betreuung

Die Erziehungs- und Bildungssysteme gehen in ihrer Struktur vielfach noch von einem überholten Familienbegriff aus, der die Versorgung von Kindern für die Hälfte des Tages individualisiert. Auch heute sind es in der Regel die Frauen, die Familienaufgaben wahrnehmen und dafür ihre Erwerbstätigkeit einschränken oder aufgeben. Damit Väter und Mütter - vor allem Alleinerziehende - nicht länger vor die Alternative „Familie oder Beruf” gestellt werden, gilt es, sie bei Folgendem zu unterstützen:
  • Qualitative und quantitative Verbesserung der Kinderbetreuung
  • Flexible Öffnungszeiten der Kindertagesstätten und verlässliche Ferienbetreuung
  • Sprach- und Gesundheitsförderung der Kinder, frühzeitiges Erkennen von Störungen und Förderung bei besonderen Fähigkeiten
  • Ausbau der Familienzentren incl. Elterntraining und Beratung
  • Ausbau der Offenen Ganztagsschule
  • Interkulturelle Arbeit in Kindertagesstätten


3. Stärkung / Unterstützung von Familien bei der Bewältigung des Alltags

Oftmals verfügen Familien nicht über die notwendigen Kenntnisse möglicher Angebote und Hilfen. Aufgabe einer familienfreundlichen Kommune ist es, Information, Beratung und Unterstützung rechtzeitig und unbürokratisch –wo erforderlich auch in der Muttersprache der jeweiligen Zielgruppe- zur Verfügung zu stellen. Neben einer verlässlichen Betreuung von Kleinkindern steht damit auch das Zusammenleben mit älteren Mädchen und Jungen bzw. Jugendlichen im Familienverband im Focus. Wichtige Felder zur Bewältigung der Aufgabe sind:
  • Öffentlichkeitsarbeit für Familien
  • Soziales Frühwarnsystem „Kinderschutz durch Prävention”
  • Hilfen bei Gewalt
  • Bielefelder Elternschule / Eltern stärken
  • Jugendarbeit / Ehrenamt Jugendlicher
  • Schulsozialarbeit


4. Förderung / Stärkung der Lebensqualität von Familien

Eine grundsätzliche Herausforderung ist die Förderung der Lebensqualität für Familien in der eigenen Kommune. Familienpolitik, eine aktive Zuwanderungs- und Integrationspolitik, Fragen von Bildung und Ausbildung der nachwachsenden Generation und die aktive Gestaltung der einzelnen Stadtteile tragen viel zur Lebensqualität der Einzelnen und der Familien bei. Maßnahmen zur Erhöhung der Lebensqualität sind:
  • Familienfreundliche Veranstaltungen
  • Familienfreundliche Angebote in Bildung, Kultur, Freizeit und Sport
  • Familienfreundliche Gastronomie und Einzelhandel
  • Stärkung von Lebens- und Wohnqualität im Stadtteil
  • Kinderbetreuung im Rathaus / Weiterentwicklung Plattform Externer LinkKinderRathaus.de