Unterschiedliche Formen von Pflegefamilien


»Dauerpflege

Ein Kind als Dauerpflegekind aufzunehmen bedeutet, dieses Kind bis zur Volljährigkeit durchs Leben zu begleiten und die Erziehungsverantwortung für dieses Kind zu übernehmen. Diese zeitlich unbefristete Vollpflege wird immer dann erforderlich, wenn ein Kind nicht mehr zu seiner Herkunftsfamilie zurückkehren kann.
Die Vollzeitpflege als auf Dauer angelegte Lebensform ist darauf ausgerichtet, dem Kind die Möglichkeit zu bieten, in einem anderen familiären Umfeld positive und dauerhafte Beziehungen einzugehen und zu halten.

»Westfälische Pflegefamilie

Westfälische Pflegefamilien sind vor allem für solche Kinder vorgesehen, die schon etwas älter sind, besonders stark beeinträchtigt oder behindert sind und/oder einen besonders schwierigen Familienhintergrund haben. Diese Kinder haben viele Ängste, sind oft bindungsgestört, aggressiv und traumatisiert. Sie zeigen Verhaltensweisen, die für Eltern eine große Herausforderung darstellen. Diese Kinder brauchen dann Eltern, die neben aller Liebe auch professionell mit ihnen umgehen können. Für diese Kinder suchen wir Eltern mit einer pädagogischen Qualifikation und/oder mit einer besonderen Erziehungskompetenz. Die Kinder leben in der Regel bis zur Volljährigkeit in diesen Familien. Pflegeeltern, die sich entscheiden, Westfälische Pflegefamilie zu sein, werden von Freien Trägern der Jugendhilfe vorbereitet und betreut. Diese Pflegeeltern erhalten eine enge und intensive Begleitung durch die Familienberater der Träger.



»Bereitschaftspflege

Wenn in einer Familie plötzlich eine akute Krise auftritt, muss das Jugendamt das Kind schützen und in einer anderen Familie unterbringen. Für diese Fälle gibt es die sogenannten Bereitschaftspflegefamilien. In vielen Fällen dient die Unterbringung auch zur Abklärung, welche Beeinträchtigungen das Kind mitbringt und welche Perspektiven es gibt. Kann es beispielsweise zu seinen Eltern zurück oder muss nach einer anderen, dauerhaften Unterbringung gesucht werden. Das Kind braucht in dieser Situation viel Unterstützung und Menschen mit Anteilnahme und Geduld. Die Bereitschaftspflegefamilien versorgen das Kind solange, bis eine dauerhafte Lösung gefunden worden ist. Dies kann drei Wochen, aber auch mehrere Monate dauern.



»Eltern auf Zeit

Es gibt auch Kinder, die nur für eine bestimmte Zeit in einer Pflegefamilie leben. Dies ist immer dann der Fall, wenn sich die Eltern dieser Kinder in einer akuten Krise befinden, jedoch eine gute Prognose besteht, dass sie nach einer gewissen Zeit wieder in der Lage sind, ihre Kinder selber zu versorgen und zu erziehen. Für diese Kinder suchen wir „Eltern - auf Zeit”. Die Herkunftseltern werden während dieser Zeit von qualifizierten Elternberatern unterstützt.
Dies ist eine völlig andere Form der Unterbringung als die Dauerpflege. Pflegeeltern, die sich auf eine solche Aufgabe einlassen, müssen sich darüber im Klaren sein, dass das Kind sie nach einer gewissen Zeit wieder verlässt und zu seinen leiblichen Eltern zurückkehrt. Da das Kind in seine Herkunftsfamilie zurückkehren soll, bedeutet dies, dass das Kind regelmäßige Kontakte zu seinen Eltern, Geschwistern und andere ihm vertraute Personen hat. Pflegeeltern auf Zeit müssen in der Lage sein, diese Kontakte zu fördern und sich der Herkunftsfamilie des Kindes gegenüber offen und wohlwollend zu verhalten.
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»Kindertagespflege


»Sozialpädagogische Tagespflege

Es gibt Eltern, die aufgrund besonderer Belastungen vorübergehend ihrer Erziehungsaufgabe nur teilweise oder kurzfristig nicht gerecht werden können. In diesen Fällen ist eine Unterbringung des Kindes in einer sozialpädagogischen Tagespflege angebracht, wo es tagsüber betreut wird.
Da viele dieser Kinder Entwicklungsverzögerungen oder emotionale Belastungen mitbringen, müssen die Tagespflegeeltern über eine ausreichende erzieherische und pädagogische Kompetenz verfügen, um diese Kinder gezielt fördern und unterstützen zu können. Auch müssen die Tageseltern in der Lage sein, den Umgang mit den leiblichen Eltern zu pflegen und erzieherische Maßnahmen mit diesen zu besprechen und zu reflektieren.
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