Oberbürgermeister gibt alte Urkunde an Stadt Lemgo zurück
Historisches Pergament aus dem Jahre 1371
Bei einem Empfang im Lemgoer Stadtarchiv am Montag, 19. Januar, überreichte Bielefelds Oberbürgermeister Eberhard David eine mehr als 600 Jahre alte Urkunde an Lemgos Bürgermeister Dr. Reiner Austermann. Die Urkunde stammte ursprünglich aus dem Stadtarchiv Lemgo, kam dort aber zwischen 1868 und 1905 abhanden (Diebstahl oder Ausleihe, die nicht zurück gegeben worden war) und gelangte 1905 durch „Unbekannt” über Dritte an das Stadtarchiv Bielefeld.
Dort beginnt in diesem Jahr eine Kooperation mit dem Germanisten Prof. Dr. Ulrich Seelbach von der Universität Bielefeld, Fachbereich Linguistik. Ziel ist die Erschließung der etwa 100 mittelniederdeutschen Urkunden des Mittelalters im Stadtarchiv Bielefeld. Im Rahmen der Vorarbeiten sind Prof. Dr. Seelbach und der Leiter des Bielefelder Stadtarchivs, Dr. Jochen Rath, auf die Lemgoer Urkunde von 1371 gestoßen.
Dr. Raths Recherchen ergaben, dass es sich um eine Urkunde über ein Rechtsgeschäft der Grafen zu Sternberg und der Hansestadt Lemgo handelte. Zwischen ihm und seiner Lemgoer Kollegin Dr. Anikó Szabó bestand schnell Einigkeit, dass diese Urkunde besser in die historischen Lemgoer Bestände passt. Dieser Vorschlag fand auch die Zustimmung des Bielefelder Stadtoberhauptes, der am Montag die Urkunde persönlich seinem Lemgoer Kollegen Dr. Austermann im Lemgoer Stadtarchiv überreichte. Im Rahmen des Treffens erläuterte Dr. Rath wie die Urkunde dem Bielefelder Archiv vor über 100 Jahren zugegangen ist und legte dar, dass es sich um ein Dokument über einen Kredit der Hansestadt Lemgo an die Grafen zu Sternberg handelt.
Dort beginnt in diesem Jahr eine Kooperation mit dem Germanisten Prof. Dr. Ulrich Seelbach von der Universität Bielefeld, Fachbereich Linguistik. Ziel ist die Erschließung der etwa 100 mittelniederdeutschen Urkunden des Mittelalters im Stadtarchiv Bielefeld. Im Rahmen der Vorarbeiten sind Prof. Dr. Seelbach und der Leiter des Bielefelder Stadtarchivs, Dr. Jochen Rath, auf die Lemgoer Urkunde von 1371 gestoßen.
Dr. Raths Recherchen ergaben, dass es sich um eine Urkunde über ein Rechtsgeschäft der Grafen zu Sternberg und der Hansestadt Lemgo handelte. Zwischen ihm und seiner Lemgoer Kollegin Dr. Anikó Szabó bestand schnell Einigkeit, dass diese Urkunde besser in die historischen Lemgoer Bestände passt. Dieser Vorschlag fand auch die Zustimmung des Bielefelder Stadtoberhauptes, der am Montag die Urkunde persönlich seinem Lemgoer Kollegen Dr. Austermann im Lemgoer Stadtarchiv überreichte. Im Rahmen des Treffens erläuterte Dr. Rath wie die Urkunde dem Bielefelder Archiv vor über 100 Jahren zugegangen ist und legte dar, dass es sich um ein Dokument über einen Kredit der Hansestadt Lemgo an die Grafen zu Sternberg handelt.

Dr. Szabo ging auf den Inhalt der Urkunde ein. Sie dokumentiere, wie die Stadt zur Sicherung ihres politischen und wirtschaftlichen Einflusses im Mittelalter vielfältige Beziehungen zu ihren Nachbarn unterhielt. Ihr wirtschaftliches Potential war beachtlich, so dass sie ihren Einfluss als Kreditgeber weiter festigen konnte. Die nun wieder aufgefundene Sternberger Urkunde von 1371 sei dafür ein Nachweis. Lemgo hatte den Grafen von Sternberg in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts einen Kredit von 300 Mark Pfennigen geliehen. Für die damalige Zeit eine nicht unbeträchtliche Summe: Dies entsprach seinerzeit ungefähr dem Gegenwert von etwa 1.200 Schweinen. Im Gegenzug sicherten die Grafen der Stadt in der Urkunde vom 17. März 1371 bis zur Rückzahlung des Kredits verschiedene Rechte zu. Zunächst sollte kein Lemgoer Bürger im Territorium der Grafen gerichtlich oder außergerichtlich belangt werden. Alle Streitfälle, in die Lemgoer Bürger verwickelt waren, sollten vielmehr vor dem Ratsgericht in Lemgo verhandelt werden. Außerdem waren alle Lemgoer Bürger in der Herrschaft der Grafen vom Wegegeld und anderen Abgaben befreit und hatten das Recht, ihr Vieh dort beim Durchtrieb mit Wasser und Weide zu versorgen. Sollte doch einmal ein Bürger durch die Grafen oder deren Amtleute zu Schaden kommen, wurde ihm Schadenersatz zugesichert.
Dr. Szabo: „Die Urkunde von 1371 ist ein bedeutendes Dokument zur Geschichte der Alten Hansestadt Lemgo während ihrer Blütezeit innerhalb des hansischen Verbundes im späten Mittelalter. Lemgo war damals die größte und bedeutendste Stadt der Grafschaft Lippe, die sich mit anderen Herrschaftsträgern politisch und ökonomisch klug vernetzte. Die rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen der Bürger, insbesondere der Lemgoer Kaufleute, sollten durch Verträge und Abkommen mit den benachbarten Herrschaften unterstützt und abgesichert werden.” Sie bedankte sich bei Dr. Rath für seine außerordentliche Kooperationsbereitschaft, der die Herkunft der Urkunde aus Lemgo respektiere und durch die Übergabe auch gewürdigt habe.
Oberbürgermeister David machte deutlich, dass dieses für die Geschichte Lemgos bedeutende Dokument auch als Zeichen für eine gute Nachbarschaft zwischen Lemgo und Bielefeld besser im Lemgoer Stadtarchiv aufgehoben sei.
Dr. Szabo: „Die Urkunde von 1371 ist ein bedeutendes Dokument zur Geschichte der Alten Hansestadt Lemgo während ihrer Blütezeit innerhalb des hansischen Verbundes im späten Mittelalter. Lemgo war damals die größte und bedeutendste Stadt der Grafschaft Lippe, die sich mit anderen Herrschaftsträgern politisch und ökonomisch klug vernetzte. Die rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen der Bürger, insbesondere der Lemgoer Kaufleute, sollten durch Verträge und Abkommen mit den benachbarten Herrschaften unterstützt und abgesichert werden.” Sie bedankte sich bei Dr. Rath für seine außerordentliche Kooperationsbereitschaft, der die Herkunft der Urkunde aus Lemgo respektiere und durch die Übergabe auch gewürdigt habe.
Oberbürgermeister David machte deutlich, dass dieses für die Geschichte Lemgos bedeutende Dokument auch als Zeichen für eine gute Nachbarschaft zwischen Lemgo und Bielefeld besser im Lemgoer Stadtarchiv aufgehoben sei.

