Geschichte in eigener Sache
Urkunde aus dem Jahr 1613
Der älteste Beweis für die Existenz des Bielefelder Stadtarchivs ist eine kleine Notiz auf einer Urkunde. „In eins erbarn Raths hieselbst Archiven verwarlich zu befinden”, hatte der Verfasser im Jahre 1613 am Rand des Dokuments vermerkt – heutzutage läse man dort etwas wie „Diese Urkunde wird im ehrenwerten Ratsarchiv aufbewahrt”.
Rathaus am Alten Markt
» Das Ratsarchiv
Das Ratsarchiv – untergebracht im Bielefelder Rathaus – war nicht nur die älteste, sondern auch eine besonders wichtige Dienststelle der Stadt.
Denn: Seit der Stadtgründung im Jahre 1214 musste man auf die sorgfältige Verwahrung von Urkunden sehr bedacht sein. Immerhin verbrieften sie die Rechts- und Besitztitel der Stadt und dienten im Falle eines Rechtsstreits als schriftliche Beweismittel.
Das Ratsarchiv – untergebracht im Bielefelder Rathaus – war nicht nur die älteste, sondern auch eine besonders wichtige Dienststelle der Stadt.
Denn: Seit der Stadtgründung im Jahre 1214 musste man auf die sorgfältige Verwahrung von Urkunden sehr bedacht sein. Immerhin verbrieften sie die Rechts- und Besitztitel der Stadt und dienten im Falle eines Rechtsstreits als schriftliche Beweismittel.
» Zutritt für die Bürger
Zu dieser Zeit waren Archive nur wenigen Personen zugänglich. Erst während der französischen Revolution erkämpften sich auch Bürger den Zutritt und veränderten so das europäische Archivwesen grundlegend. Dokumente der Vergangenheit waren nun nicht mehr allein Instrumente der Rechtssicherung. Stattdessen entdeckte man sie als Grundlage für die historische Forschung.
» Wilde Aktenvernichtung
Gründliche Recherchen waren jedoch oft schwierig. In den Archiven kümmerte man sich weiterhin vor allem um den Erhalt des als wertvoll geltenden Urkundenbestandes – andere Akten blieben Nebensache. Und die städtische Verwaltung war nicht zimperlich bei der Vernichtung vermeintlich unwichtiger Dokumente. So wurden in Bielefeld im 19. Jahrhundert immer wieder große Aktenmengen an Kleinhändler und Papiermühlen verkauft – ungeachtet des Protestes der Mindener Bezirksregierung.
» Die Rolle des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg
Der Anstoß zum Erhalt des Bielefelder Archivgutes kam endlich von privater Seite. 1876 verhinderte der neugegründete "
Viele Bücher, die der Verein einst kaufte oder geschenkt bekam, gehören heute zu den besonderen Kostbarkeiten des Hauses. Einige Beispiele sind das „Jus statutarium civitatis Bilefeldiensis” von 1685, die „Ravensbergischen Merckwürdigkeiten” Culemanns (1747-1752) und Schubarts Beschreibung der Stadt Bielefeld von 1835.
Neustädter Straße
» Übergabe an die Stadt Bielefeld
1895 übergab der Historische Verein seine Bestände an die Stadt Bielefeld. Archiv und Bibliothek wurden jedoch wie zuvor von den Vereinsmitgliedern betreut – von 1908 an erstmals mit Hilfe städtischer Finanzmittel. Öffentlich genutzt werden konnte das Archiv damals allerdings kaum. Selbst nach dem Ersten Weltkrieg beschränkte sich die Öffnungszeit auf nur eine Stunde – in der Woche wohlgemerkt.
1895 übergab der Historische Verein seine Bestände an die Stadt Bielefeld. Archiv und Bibliothek wurden jedoch wie zuvor von den Vereinsmitgliedern betreut – von 1908 an erstmals mit Hilfe städtischer Finanzmittel. Öffentlich genutzt werden konnte das Archiv damals allerdings kaum. Selbst nach dem Ersten Weltkrieg beschränkte sich die Öffnungszeit auf nur eine Stunde – in der Woche wohlgemerkt.
Velhagensche Villa
» Zerstörung und Umzug
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Räume des Archivs und der Bibliothek an der Neustädter Straße bei einem Bombenangriff stark beschädigt. Ein kleiner Teil des Aktenbestandes wurde ebenfalls zerstört. Nach Kriegsende zogen die Bücher und Dokumente in die Velhagensche Villa an der Werther Straße um. Als das Gebäude dem Bau des Ostwestfalen-Damms weichen musste, stand der nächste Ortswechsel an. Im ehemaligen Fabrikationsgebäude der Anker-Werke an der Rohrteichstraße erhielten Archiv und Bibliothek einen eigenen Trakt. Die vor mehr als 25 Jahren als vorübergehend gedachte Unterbringung ist heute zum dauerhaften Provisorium geworden. Die Errichtung eines Zweckbaus bleibt eine Vision für die Zukunft.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Räume des Archivs und der Bibliothek an der Neustädter Straße bei einem Bombenangriff stark beschädigt. Ein kleiner Teil des Aktenbestandes wurde ebenfalls zerstört. Nach Kriegsende zogen die Bücher und Dokumente in die Velhagensche Villa an der Werther Straße um. Als das Gebäude dem Bau des Ostwestfalen-Damms weichen musste, stand der nächste Ortswechsel an. Im ehemaligen Fabrikationsgebäude der Anker-Werke an der Rohrteichstraße erhielten Archiv und Bibliothek einen eigenen Trakt. Die vor mehr als 25 Jahren als vorübergehend gedachte Unterbringung ist heute zum dauerhaften Provisorium geworden. Die Errichtung eines Zweckbaus bleibt eine Vision für die Zukunft.

