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Vor diesem Hintergrund schien sich das Blatt zu wenden. Im Juni 1965 sprach die Arbeitsgemeinschaft eine Empfehlung zugunsten des Nagelsholzes aus. Eine knappe Mehrheit, die die Kontrahenten nicht wirklich überzeugen konnte. Dennoch begannen die ersten Planungen für den Bau des Flughafens im Landkreis Bielefeld. Nach den Vorstellungen der nordrhein-westfälischen Landesregierung sollten die Kosten zur Hälfte vom Land und einer Trägergesellschaft übernommen werden. Diese Gesellschaft, die Flugplatz Ostwestfalen-Lippe GmbH, wurde am 30. Juni 1966 von der Stadt und dem Landkreis Bielefeld sowie den Industrie- und Handelskammern zu Bielefeld und Detmold mit einem Grundkapital von 20.000 DM gegründet. Am 22. September 1966 luden Oberbürgermeister Hinnendahl und Oberstadtdirektor Heinz Kuhn die Vertreter der Landkreise und Kommunen Ostwestfalen-Lippes und der Bezirksregierung nach Bielefeld ein, um für die Mitgliedschaft in der neuen Gesellschaft zu werben. Hinnendahl betonte, dass es sich bei dem Flughafen um ein regionales Projekt handeln würde. Der Wirtschaftsraum Ostwestfalen-Lippe profitiere vom Flughafen, daher müssten sich die Gebietskörperschaften auch an der Trägergesellschaft beteiligen. Er erinnerte daran, dass die verspätete Anbindung Lippes an das Eisenbahnnetz im 19. Jahrhundert die wirtschaftliche Entwicklung dieser Region behindert habe. Dieser Fehler dürfe nicht noch einmal wiederholt werden. Er bat die Teilnehmer der Gesprächsrunde, bis Ende 1966 der Trägergesellschaft beizutreten.
Dazu kam es nicht. Obwohl sich Bielefelds Oberbürgermeister mit einem Brief direkt an den Herforder Kreistag wandte, in dem er erklärte, dass das „Flughafen-Projekt scheitern” werde, wenn sich die benachbarten Gebietskörperschaften nicht beteiligten, lehnte der Kreistag und wenig später auch der Rat der Stadt Herford einstimmig die Mitgliedschaft in der Trägergesellschaft aus finanziellen Gründen ab. Und schließlich wollte auch der Landkreis Minden nicht mehr dabei sein, weil „der Flugplatz Nagelsholz nur dem innerdeutschen Flugbetrieb dienen” sollte.
„Wir geben noch nicht auf”, reagierte Hinnendahl wie ein Fels in der Brandung, während die Presse bereits die Frage stellte: „Weiter Provinz?” Die Sorge, dass die verkehrspolitische Randlage Ostwestfalen-Lippes die Entwicklung des Wirtschaftsraumes hemmen könne, teilten auch die IHK zu Detmold und Bielefeld. Um das Projekt realisieren zu können wurde vorgeschlagen, Firmen zur Zeichnung von Anteilen an der Flughafen GmbH zu bewegen. Um eine „Zersplitterung der Stimmrechte” zu verhindern, könnte so verfahren werden, die Stimmrechte der Firmen „grundsätzlich der Industrie- und Handelskammer zu übertragen.”
Neue Bewegung kam in die Diskussion, als die Deutsche Lufthansa 1967 in einer Studie über den Ergänzungsluftverkehr großes Interesse an einem Flughafen Nagelsholz äußerte. Dieser habe nicht zuletzt deshalb eine Zukunft, weil „die Bielefelder nach den Bewohnern der Luftverkehrszentren Düsseldorf und Köln schon heute die flugfreudigsten” seien. Die Lufthansa sei bereit, Bielefeld ab 1969 anzufliegen. Nun erklärte sich auch der Kreis Lemgo bereit, der Flughafen GmbH beizutreten, allerdings unter der Bedingung, dass die Stadt und der Landkreis Herford sowie der Landkreis Halle ebenfalls mitmachen würden. Und auch in Herford wurden Stimmen laut, an einem Regionalflughafen interessiert zu sein. Ein Gespräch am 24. April 1967 im Herforder Rathaus, an dem Vertreter der Städte und Landkreise Bielefeld und Herford teilnahmen, blieb jedoch ohne Ergebnis. Man verständigte sich, unter Hinzuziehung von ein oder zwei Sachverständigen noch einmal reden zu wollen.