
Der 1. Mai 1933 führte große Teile der Arbeiterschaft in die Heeper Fichten. Auf dem Sportplatz versammelten sich angeblich 50.000 Menschen, als die „Betriebsgemeinschaften” u.a. von Dürkopp und Koch´s Adler ebenso zur Abschlusskundgebung erschienen wie Arbeiter, Angestellte, Handwerker, Beamte, Direktoren, SS, Stahlhelm und SA.
Eben jene SA war es, die dann am folgenden Tag mit Unterstützung der NSBO den Schlag gegen die Gewerkschaften durchführte und über die Ziele des Regimes desillusionierte. Während die Eisenhütte mit ihren sieben Gewerkschaftsvertretungen in der Markstraße 8, das Weinbergsche Haus in der Herforder Straße, erneut das Volkswachtgebäude und weitere Häuser besetzt wurden, blieb das Gewerkschaftshaus „Rütli” verschont, da es in Privatbesitz war. Die Leitung der Aktion lag beim NSBO-Kreisleiter Bielefeld-Stadt, Kastrup. Die Aktionen wurden aufgrund eines Erlasses des Preußischen Innenministers nicht von der Polizei verhindert, womit polizeiliche Tätigkeiten an Parteigliederungen abgetreten wurden.
Die Verhaftungen trafen die Gewerkschaftsspitzen, nämlich Vorsitzende, Kassierer und Geschäftsführer: Werner Bock (inhaftiert bis 15. Juni 1933), Albert Gubatz (30. Mai 1933), Heinrich Heise (9. Mai 1933), Wilhelm Stender (5. Mai 1933), Franz Specht (11. Mai 1933), Paul Gurschinski und Adolf Sekyra, der nur am 2. Mai 1933 inhaftiert war, da er sein Amt als Bezirksleiter des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Caféangestellten bereits Ende April 1933 niedergelegt hatte. Während Wilhelm Schlüter vom Deutschen Baugewerksbund am 8. Mai 1933 für einen Tag in Haft kam, gelang dem ADGB-Sekretär und Leiter der Bielefelder Arbeiterbank, Julius Fries, mit Gewerkschaftsgeldern die Flucht über Berlin nach Brüssel, wo er nach dem Einmarsch 1940 allerdings verhaftet und anschließend in einem KZ ermordet wurde.
Die Gewerkschaften erhielten umgehend kommissarische Führungen, der stellvertretende NSBO-Kreisleiter Erwin Voß übernahm zusätzlich vier Verbände und war einer der Redner, als am 3. Mai 1933 in der Ausstellungshalle eine Aufklärungsveranstaltung stattfand: „Warum wurden die Gewerkschaftshäuser besetzt und die Führer in Schutzhaft genommen?” Vor etwa 2.000 Zuhörern erging sich Voß in heftigen Anschuldigungen gegen die Funktionäre der Freien Gewerkschaften, denen er unbewiesene Veruntreuungen und Unterschlagungen vorwarf.