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„Fensterscheiben eingeschlagen, ein heilloses Durcheinander in den Geschäften, herausgerissene Schubladen, verstreute Wäschestücke und Schuhe, zertrümmerte Möbel, zerschlagenes und zertretenes Porzellan”, erinnerte sich 1988 eine Bielefelderin an die Pogromnacht. Vorwiegend SS-Gruppen – auch unter Beteiligung schulpflichtiger Kinder, möglicherweise HJ-Angehörige – waren durch die Innenstadt gezogen und hatten jüdische Geschäfte zerstört. Beim Textilgeschäft Herz Wisbrun in Brackwede schlug die SA noch in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1938 die Schaufensterscheiben ein und wurden Textilien gestohlen, obwohl Propagandaminister Joseph Goebbels am 10. November die Aktionen für beendet erklärt hatte.
Während in Bielefeld Privatwohnungen bis auf eine Ausnahme verschont blieben, wurden laut dem Bericht des Oberbürgermeisters über die „Aktion gegen Juden am 10.11.38” 17, überwiegend in der Innenstadt gelegene Geschäfte geplündert und verwüstet, nachdem es bereits im Oktober erste antisemitische Hetze gegen verschiedene jüdische Geschäfte gegeben hatte:
1. Kartonagenfabrik M. Heinemann, Waldhof 7
2. Damenputzgeschäft Else Arnholz, Obernstraße 23
3. Strumpfhaus Martha Meyer, Obernstraße 30
4. Konfektionen Koch & Co. Nachf., Niedernstraße 18
5. Berufskleidung Louis Mosberg, Breite Straße 44
6. Korsettgeschäft Geschwister Salomon, Rathausstraße 12
7. Herren- und Damenkonfektionen Alfriede Arronge, Hermannstraße 6
8. Öfen und Eisenwaren Adolf Heine, Ritterstraße 57
9. Lederhandlung Gottlieb Vogt, Ritterstraße 75
10. An- und Verkauf getragener Kleidungsstücke Witwe Berta Münz, Oberntorwall 25
11. Strumpfhaus Meyer, Niederwall 17
12. Metzgerei Rudolf Rose, Hagenbruchstraße 7
13. Wäschegeschäft Louis Goldschmidt, Steinstraße 6
14. Roßschlächterei Fritz Grünewald, Gütersloher Straße 72
15. Altmöbelhandlung Max Langendorf, Goldstraße 5
16. Wollwarenhändler Hermann Löwenberg, Engersche Straße 103
17. Schlachter Sally Grünewald, Schildesche, Im Stift 14
Obwohl die Ordnungspolizei angewiesen war, Plünderungen zu unterbinden, gab es mindestens bei drei Geschäften Diebstähle, als Plünderer die Gelegenheit nutzten, um die geraubte Ware stritten und das Raubgut auf offener Straße anprobierten. Teile des Diebesgutes wurden in den nächsten Wochen allerdings sichergestellt.