Heepen Nr. 10

Hillegosser Str. 20
Ehemaliger Kamphof Quisbrock – Heepen Nr. 10

Ehemaliger Kamphof Quisbrock – Heepen Nr. 10

Zwischen 1200 und 1250 entstanden aus dem Kampland (= sekundär genutztes oder nicht vollständig kultiviertes Ackerland) des Hofes Lübrassen, der über genügend Ländereien zur Eigenbewirtschaftung verfügte und zu damaliger Zeit die Bewirtschaftung der gesamten Fläche unwirtschaftlich gewesen wäre, die sogenannten Kamphöfe.

In Heepen entstanden seinerzeit sieben Kamphöfe:
  • Ruigsig - Heepen Nr. 7
  • Vahlkamp – Heepen Nr. 8
  • Fehring – Heepen Nr. 9
  • Quisbrock – Heepen Nr. 10, dessen Hofgebäudes als einziges der sieben Kamphöfe noch heute erhalten ist.
  • Hassebrock – Heepen Nr. 11, dessen Torbogen erhalten ist und am "Hassebrock" aufgestellt wurde
  • Schröder – Heepen Nr. 12
  • Haase – Heepen Nr. 13, an dessen Stelle im Jahr 1833 das heute als Bezirksamt Heepen genutzte Gebäude errichtet wurde
Die Heeper Kamphofgründer hatten maßgeblichen Anteil an der Besiedelung Heepens, da sie nicht nur ihre eigenen Hofstätten errichteten, sondern nach und nach auch Kotten und Wohnhäuser für andere schufen. Die Kamphöfe zahlten dem Meierhof Lübrassen Abgaben für das ihnen überlassene Land. Die Kamphofbauern hatten besondere Rechte und Vergünstigungen inne, wie zum Beispiel die Nutzung des als Dünger geschätzten "Flottes", einer Schlammablagerung der Lutter, oder ein besonderes Trauergeläut bei Beerdigungen.
Die Bauern der Kamphöfe fungierten zugleich als Schöffen für die Gerichtsbarkeit in der Heeper Gegend und waren an der Einführung der Reformation in der Heeper Kirche maßgeblich beteiligt. Ihr großer Einfluss machte sie zu geachteten und gleichzeitig gefürchteten Heeper Bürgern. Im Volksmund wurden sie als "Die Sieben Bösen" bezeichnet. Der alte Torbogen des Hofes Hassebrock hat seinen Platz an der ursprünglichen Hofstelle (an der nach ihm benannten Straße "Hassebrock") gefunden und kann dort besichtigt werden.
Das Hofgebäude des Hofes Quisbrock Heepen Nummer 10 ist somit das einzige heute noch erhaltene Gebäude der ehemaligen Kamphöfe. Es befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich. Dennoch läßt die Einfriedung des Grundstücks von der Hillegosser Straße aus einen freien Blick auf das Gebäude mit besonderer historischer Bedeutung zu.