Rabenplatz

Rabenhof 76
Auf dem Rabenplatz: Zwei Hände, die einen Ring fassen.
Zwei Hände, die einen Ring fassen, bilden als Symbol der Zusammengehörigkeit offiziell seit dem 14. Dezember 2001 das Herzstück des Rabenplatzes vor dem Freizeitzentrum im Stadtteil Baumheide.
Die Skulptur "Keep Together" aus Stahl, deren Konzept in zwei Workshops zu den Themen "Frieden" und "Rechtsextremismus" von Baumheideschülern entwickelt wurde, soll an dieser Stelle mit unübersehbaren Abmessungen (11 Meter lang und 4,5 Meter hoch) ein deutliches Zeichen für ein tolerantes Miteinander und gegen Rassismus setzen.

Die Recycling-Börse Herford, die bereits über reichlich Erfahrungen mit Projekten dieser Art verfügt, wurde in das Projekt – ursprünglich initiiert von der Baumheider Projektkonferenz -eingebunden. Hier leitete Fachpersonal die Umsetzung des erarbeiteten Konzepts für die Skulptur aus Stahlabfällen unter Beteiligung von arbeitslosen Jugendlichen, sowie deutschen, zugewanderten und ungelernten Arbeitern an. Diese Art der Zusammenarbeit verspricht generell einen konstruktiven Lernprozess, der Verständnis und Toleranz zwischen Deutschen und Ausländern fördert.



Mosaikweg, Bank in Form einer Schlange

Mosaikweg, Bank in Form einer Schlange

Ziel des Projektes sollte die Verbesserung der Lebensqualität in Baumheide für alle Nationalitäten und Altersgruppen und ferner die Schaffung eines Identifikationsobjektes für Bürger des Stadtteils sein.
Nach Installation der Skulptur folgten Jugendliche aus dem Stadtteil dem Aufruf, der Skulptur mit Spraydosen Farbe und Charakter zu verleihen.

Am 5.12.2003 wurde die Fertigstellung des komplett umgestalteten Rabenplatzes gefeiert. Er macht nun neben der Skulptur mit Stahl-Bänken in Form von Schlangen auf sich aufmerksam, die dem Rabenplatz Aufenthaltsqualität verleihen, zum Sitzen und Betrachten einladen. In die Sitzflächen sind neben unzähligen kleinen Raben auch Sprüche und Gedanken von Schülern – Ergebnis einer Projektwoche der Baumheideschule - eingestanzt, die genau wie die Skulptur für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben werben. Die Recycling-Börse in Herford hat die Ideen erneut umgesetzt. Da die Schüler mehr Ideen als Platz auf den Bänken hatten, wurde eine zusätzliche Metalltafel mit weiteren Sprüchen aufgestellt.

Durch die Umgestaltung der etwa 1200 Quadratmeter großen – übrigens skatergerecht gestalteten - Fläche ist ein freundlicher Platz entstanden, der zum Verweilen einlädt und Möglichkeiten zu Begegnungen und Gesprächen bietet. Und wer genau hinschaut, entdeckt rund um den Rabenplatz liebevoll gestaltete Anpflanzungen und Details, wie zum Beispiel den Weg aus Mosaiken.

In die Sitzfläche der Bank sind Sprücke gearbeitet. "Jedes Jahr jeden Monat jeden Tag jede Stunde jede Minute jede Sekunde sollen Menschen zusammenhalten."

Sitzfläche der "Schlangen-Bank"


Im Sommer 2004 gestalteten bis zu 30 Kinder (es konnte mitmachen, wer wollte und jeder konnte kommen und gehen wann er/sie wollte) im Alter von 6 bis 14 Jahren unter Anleitung von zehn Betreuern - unter ihnen der Berliner Lehmbaukünstler Rainer Warzecha - im Rahmen des Projekts "Kultur und Natur" in einer zweiwöchigen Ferienaktion der Ideenwerkstatt Lebens(t)raum ein Spielhaus aus Lehm.
Die Beschäftigungsinitiative Baumheide setzte einen Mauersockel auf ein Betonfundament. Auf diesen Sockel mauerten die Kinder acht Reihen selbst geformte und geschnittene Lehmziegel , welche mit Lehm verputzt und zum Schluß mit Leinölfirnis imprägniert wurden. Dies dient der Vorbeugung von Auflösungserscheinungen bei Feuchtigkeit. Den Sockel selbst ziert ein buntes Mosaik aus Fliesenscherben.

Lehmhaus
Farbig gestaltete Skulpturen aus Lehm - vier Kinder und zwei Raben links und rechts des Eingangs - bewachen das begehbare Lehmhaus in Form eines Pavillons.
Das runde Lehmhaus hat Wände, die etwa der Schulterhöhe eines siebenjährigen Kindes entsprechen und ein von Baumstämmen gestütztes Holzdach. Innen sind Baumstümpfe in die Mauer eingelassen, die als Sitzgelegenheiten dienen sollen.
Am 3. September 2004 wurde das Lehmhaus feierlich eingeweiht und auf den Namen "Rabennest" getauft.