Denkmal Spinnerin

Platz vor dem Bezirksamt Heepen, Salzufler Str. 13
› Das Denkmal
Die Spinnerinnen-Figur ist aus Bronze gegossen und auf einem Sockel aus Beton platziert. Sie stellt eine junge Frau beim Spinnen dar, der man die mühevolle Arbeit und die damit einhergehende körperliche Anstrengung ansehen kann. Zentraler Punkt der Darstellung sind die Hände der Frau in typischer Arbeitshaltung um die besondere Belastung darzustellen.
Das Spinnrad ist einem Flachsspinnrad nachempfunden, wie es in dieser Region verwendet wurde. Bei der Darstellung wurde von der Künstlerin besonders der Charakter der von Hand betriebenen Maschine in den Vordergrund gestellt.
Die typische Fußhaltung der spinnenden Frau hat zentrale Bedeutung, denn ein Ausruhen des Fußes bedeutete Stillstand der gesamten Arbeit.
Die Figur ist etwas überlebensgroß dargestellt. Durch die Darstellung auf dem Sockel und die Sockelfarbe fügt sie sich stimmig in das Bild des Amtsplatzes ein. (Originaltext der Künstlerin) Externer LinkStadtplanausschnitt


› Hintergrund
Etwa ab 1750 nahm die Tätigkeit des Spinnens von Flachs zu Fäden auf einem Hand-Spinnrad in der Heeper Region stark zu. Die so gewonnenen Fäden wurden auf dem Webstuhl zu Leinen weiter verarbeitet.
Bis zum Jahr 1840 verdiente ein Großteil der Heeper Einwohner ihren Lebensunterhalt mit Spinnen, auch Kinder und Alte waren gefordert. Ab 1840 setzte sich jedoch die industrielle Herstellung von Fäden und Leinen immer mehr durch. Die Spinner/innen gingen dazu über, immer feinere Fäden von Hand zu spinnen, da sie glaubten, dass die Maschinen derart feines Garn nicht fertigen könnten.
Im heutigen Amtsgebäude Heepen, dem damaligen "Heeper Schloss", wurde eine Spinnschule eröffnet, um den Spinnerinnen-Nachwuchs auszubilden.
Die zehnjährige Spinnschülerin Friederike Theodore Kahmann aus Heepen konnte auf der 1. Weltausstellung in London im Jahr 1851 einen Preis für ihre besonders fein gesponnenen Fäden gewinnen.
Dennoch wurde die Handarbeit mit der Gründung der industriellen Spinn- und Webindustrie ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in Bielefeld nahezu überflüssig.
Die Errichtung des Spinnerinnen-Denkmals im Jahr 1996 erinnert an diesen alten Gewerbezweig und seine entbehrungsreiche und harte Tätigkeit.


› Die Künstlerin
Nina Koch, geb. 1961 absolvierte ein Studium der Bildhauerei an der Fachhochschule Bielefeld bei Professor Richard Heß. Von 1987 an erhielt sie verschiedene Preise und Auszeichnungen für ihre Werke, von denen etliche auch im öffentlichen Raum verschiedener Städte zu sehen sind.
Weitere Externer LinkInformationen zur Künstlerin.


› Weitere Werke der Künstlerin in Bielefeld
  • "Begegnung" Bielefeld-Brackwede, Firma Wilhelm Böllhoff
  • "Flucht nach Ägypten" Bielefeld-Sennestadt, Beckhofsiedlung
  • "Hochradfahrer" Bielefeld, Paulusplatz
  • "Hans Ph. Ehrenberg" Bielefeld-Sennestadt, Hans Ehrenberg Gymnasium



Filmprojekt

"800 Jahre in 800 Sekunden”- darin „Handspinnerei im 19. Jahrhundert in Heepen”
Externer LinkZum Film (Vimeo)