Bielefeld eine von sechs Städten im RegioPole-Netzwerk

Bild: Angelika Heim

Dr. Wolfgang Kraatz (1. Stellvertreter des Landrates des Landkreises Rostock), OB Roland Methling (Hansestadt Rostock), Bürgermeister Michael Dreier (Stadt Paderborn), Kathrin Hoyer (Beigeordnete der Stadt Erfurt), Oberbürgermeister Pit Clausen (Stadt Bielefeld), Wolfgang Cavelius (1. Beigeordneter und Stadtkämmerer Stadt Siegen), Oberbürgermeister Wolfram Leibe (Stadt Trier)

Am 16. März 2016 haben die Oberbürgermeister/Bürgermeister von Bielefeld, Erfurt, Paderborn, Rostock, Siegen und Trier in Berlin das Netzwerk der Regiopolen ins Leben gerufen. Am Gründungsakt nahmen Mitglieder des Bundestages, Vertreter des Deutschen Städtetages und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) teil.

Alle sechs Städte sind sogenannte Regiopole, d. h. Städte mit weniger Einwohnern als die mindestens 400.000 Einwohner zählenden Metropolen, die für ihre Nachbarstädte aber genauso zentrale Funktionen wahrnehmen.

Oberbürgermeister Pit Clausen: „Mit dem jetzigen Zusammenschluss reagieren wir mit unseren jeweiligen Regionen auf raumplanerische Entwicklungen, die sich bisher zu häufig auf Metropolregionen und den ländlichen Raum konzentrieren.”

Gemeinsame Zielsetzung des neuen Städtebundes ist eine stärkere Wahrnehmung und Berücksichtigung in der Raumplanung auf Bundes- und Landesebene. Außerdem wollen die Städte ihre Interessen über ihr Netzwerk gemeinsam vertreten und im Rahmen von Förderkulissen und Infrastrukturmaßnahmen wieder mehr als bisher partizipieren. OB Pit Clausen: „Es freut mich, dass alle in Berlin Anwesenden zugesagt haben, unsere Initiative zu unterstützen und uns signalisiert worden ist, dass unser Netzwerk auch die richtigen Handlungsansätze verfolgt.”

Regiopolregion Bielefeld nimmt Fahrt auf

v.l.n.r.: Elke Dahlbeck, Institut Arbeit und Technik; Jürgen Keil, Stadt Halle (Westf.); Kerstin Ebert, Stadt Enger (Westf.); Andreas Kimpel, Beigeordneter Stadt Gütersloh; Melanie Koring, Stadtkämmerin Stadt Oerlinghausen. Pit Clausen, Oberbürgermeister Stadt Bielefeld; Bernd Dumcke, Bürgermeister Stadt Spenge; Klaus Besser, Bürgermeister Gemeinde Steinhagen; Marion Weike, Bürgermeisterin Stadt Werther (Westf.). In der Sitzung anwesend aber nicht auf dem Bild: Gerhard Schemmel, Bürgermeister Gemeinde Leopoldshöhe und Roland Thomas, Bürgermeister Stadt Bad Salzuflen

Am 24. August 2016 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Regiopolregion Bielefeld im Bielefelder Rathaus, um erste konkrete Handlungsfelder zu besprechen.
„Ich freue mich, dass die Idee der Entwicklung einer Regiopole in und um Bielefeld sich bereits in verschiedenen Feldern mit konkreten Maßnahmen auf den Weg gemacht hat. Auch der Gedanke – „jeder kann – keiner muss”, der keine Verpflichtung zur Teilnahme begründet, wird gelebt”, so Oberbürgermeister Clausen.

Die Regiopol-Kommunen Herford, Gütersloh und Bielefeld haben bereits das gemeinsame Projekt „ÖKOPROFIT Regiopole Bielefeld” gestartet. Hiermit geben sie gemeinsam ansässigen Unternehmen die Möglichkeit, ihren Betrieb mit kompetenter Fachberatung auf Einsparpotentiale zu untersuchen und diese mit professioneller Hilfe zu realisieren.
Das Handlungsfeld Kultur wird aktuell von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der involvierten Städte bearbeitet. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Einführung einer „Kultur-App”. Hierüber sollen zukünftig Informationen zu Kulturveranstaltungen in der Region zur Verfügung stehen. Kurzfristig wird es eine gegenseitige Verlinkung der Kulturangebote auf den Internetseiten der beteiligten Kommunen geben. Langfristig soll ein gemeinsames Veranstaltungsformat für die Regiopolregion entwickelt werden.

Die kommunalen Vertreter sehen die Entwicklung einer Regiopole in und um Bielefeld fest verbunden mit dem Thema Mobilität. „Die umliegenden Nachbarkommen Bielefelds stellen mit weniger als 30 km Luftlinie bis zum Zentrum von Bielefeld einen Bereich dar, in dem das Thema Mobilität schon jetzt einen hohen Stellenwert einnimmt. Die Stadt Bielefeld überlegt, zusammen mit den Städten Herford und Werther das Thema Mobilität in der Region anzugehen und ein integriertes Radwegekonzept zu planen”, so Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen. „Das Pilotprojekt könnte ein Radschnellweg von Herford über die Universität Bielefeld nach Werther sein.”

Ein weitergehender Themenkomplex, mit dem sich die Regiopolregion zukünftig beschäftigen wird, wurde ebenfalls im Rahmen des Meinungsausaustausches angesprochen. Im Bielefelder Rathaus informierten sich die Vertreterinnen und Vertreter über den von der Bundesregierung geplanten Ausstieg aus der landwirtschaftlichen Verwertung des Klärschlamms sowie die Einführung einer Verpflichtung zur Rückgewinnung von Phosphor. Das wird voraussichtlich ein Thema für alle Kommunen in OWL. Die Regiopolpartner überlegen, mit weiteren Partnern aus der Region ein Verwertungskonzept zu entwickeln, das alle Kommunen in OWL umfassen kann.

„Die Idee der Entwicklung der Regiopole in und um Bielefeld wird zwischenzeitlich sogar vom Bund gefördert und wissenschaftlich begleitet. Ich freue mich insofern auf weitere zukunftsweisende Projekte!”, so Oberbürgermeister Clausen.


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Büro Oberbürgermeister
Andreas Hubalek
Tel. 0521 51-2010
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Ostwestfälisch-Lippische Regiopolregion

Nachbarkommunen unterzeichnen Erklärung zur gemeinsamen Einrichtung einer „Regiopolregion Bielefeld” mit der Regiopole Bielefeld
Gruppenbild mit Dame bei der Unterzeichnung

Anne-Elisabeth Rodenbrock-Wesselmann (Stadt Halle/Westf.), Thomas Meyer (Enger), Tim Kähler (Herford), Bernd Dumcke (Spenge), Klaus Besser (Steinhagen), Gerhard Schemmel (Leopoldshöhe), Roland Thomas (Bad Salzuflen), Pit Clausen (Bielefeld), Henning Schulz (Gütersloh), Dirk Becker (Oerlinghausen) v.l. Nicht auf dem Bild: Marion Weike (Stadt Werther)

Am 18. Februar 2016 haben die Vertreterinnen und Vertreter von elf Städten und Gemeinden aus Ostwestfalen-Lippe im Bielefelder Rathaus die Erklärung zur gemeinsamen Einrichtung einer Ostwestfälisch-Lippischen Regiopolregion („Regiopolregion Bielefeld”) mit der Regiopole Bielefeld unterzeichnet.

Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen hatte Anfang 2015 die Gründung einer Regiopolregion angeregt. Gemeinsam mit den Städten Herford und Bad Salzuflen wurde diese im Sommer 2015 auf den Weg gebracht, nachdem die jeweiligen Kommunalparlamente diesem Schritt zugestimmt hatten. Am 13. August 2015 trafen sich auf Einladung von Clausen Vertreterinnen und Vertreter aller unmittelbaren Nachbarstädte Bielefelds, um sich zu dieser neuen Kategorie der Raumordnung auszutauschen. Sie verabschiedeten die beigefügte PDF-Dokument  [53 KB]Erklärung.

Zwischenzeitlich haben sich insgesamt elf Kommunen entschlossen, dem neuen Städtebund beizutreten. Neben Bielefeld, Herford und Bad Salzuflen sind dies Enger, Gütersloh, Halle/Westf., Leopoldshöhe, Oerlinghausen, Spenge, Steinhagen und Werther/Westf.

Eine Regiopolregion mit Bielefeld als Regiopole soll nach dem Willen der Gründungsstädte Chancen eröffnen und die kommunale und regionale Wettbewerbsfähigkeit durch eine Zusammenarbeit und Vernetzung von Räumen stärken, Daseinsvorsorge sichern und die Raumnutzung gemeinsam und optimiert steuern.

Die „Regiopolregion Bielefeld” repräsentiert mit rund 675.000 Einwohnerinnen und Einwohnern etwa ein Drittel der Bevölkerungszahl Ostwestfalen-Lippes (OWL). Verteilt auf cirka 861 km² macht das rund 13 Prozent der Gesamtfläche von OWL aus. Sie bildet damit den Verdichtungsraum im Regierungsbezirk Detmold und ist in der Fläche zum Beispiel größer als die beiden Stadtstaaten Bremen (mit etwa 662.000 Einwohnerinnen und Einwohnern auf ca. 419,5 km²) beziehungsweise Hamburg (ca. 755,2 km²).

Findungs- und Sondierungsphase

Fachveranstaltung am 14. April 2015
Teilnehmer der Vortrags- und Informationsveranstaltung
Mit seiner Einladung zur Fachveranstaltung „Ostwestfälisch-lippische Regiopolregion mit der Stadt Bielefeld als Regiopole” am 14. April 2015 im Rochdale-Raum des Alten Rathauses eröffnete Oberbürgermeister Pit Clausen die Findungs- und Sondierungsphase für den neuen Verbund interkommunaler Zusammenarbeit.
Neben Clausen mit dabei für die Gründungsstädte: Dr. Peter Böhm, Technischer Dezernent der Stadt Herford (2. v. l.) und Rolf Oberweis, Erster Beigeordneter der Stadt Bad Salzuflen (2. v. r.).
Prof. Dr. Jürgen Aring (r.), Vorstand des Bundesverbandes für Wohnen und Stadtentwicklung, führte als Begründer der Begriffe* Regiopole und Regiopolregion mit einem Referat in die Thematik ein.

*) Regiopole und Regiopolregion sind Begrifflichkeiten, die seit 2006 in Stadtplanung und Raumordnung Einzug gehalten haben. Als Regiopole werden Städte außerhalb sogenannter Metropolregionen, d. h. außerhalb stark verdichteter Ballungsräume von Großstädten, die einen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Mittelpunkt eines Landes darstellen, bezeichnet, die als regionale Entwicklungsmotoren dienen. Regiopolregionen sind die Regionen und Verflechtungsräume, die eine solche Stadt (Regiopole) umgeben.