Pflegebericht 2017

Das nordrhein-westfälische Landespflegegesetz verpflichtet die Kreise und kreisfreien Städte dazu, eine den örtlichen Anforderungen entsprechende und die Trägervielfalt berücksichtigende pflegerische Angebotsstruktur nach Maßgabe des Gesetzes sicherzustellen. In diesem Zusammenhang wird von den Kommunen eine Pflegeplanung in Form einer aktuellen und fortzuschreibenden Berichterstattung über die Entwicklung auf dem örtlichen Pflegemarkt und über Maßnahmen zur Sicherung und Weiterentwicklung des örtlichen Hilfeangebotes erwartet.

Mit dem Bericht, der im März 2019 den Ratsgremien vorgestellt wurde, kommt die Verwaltung dieser Verpflichtung nach. Er basiert im Wesentlichen auf den Ergebnissen der Pflegestatistik 2017, deren ortsbezogene Daten der Stadt Bielefeld im Dezember 2018 zur Verfügung gestellt worden sind. Der Bericht bietet eine solide Daten- und Diskussionsgrundlage, um sich mit den Herausforderungen und Perspektiven im Bereich Pflege auseinander zu setzen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Pflegestatistik 2017 im Überblick

  • Zum Stichtag der Datenerhebung im Dezember 2017 sind 13.836 Menschen in Bielefeld pflegebedürftig und haben Anspruch auf
    Leistungen nach dem SGB XI.
  • Die Zahl der Pflegebedürftigen ist im Jahr 2017 gegenüber der letzten Datenerhebung im Jahr 2015 deutlich, nämlich um 21 Prozent,
    angestiegen.
  • Die Steigerung ist überwiegend auf den veränderten Begriff der
    Pflegebedürftigkeit im Sozialgesetzbuch XI zurückzuführen. Dieser
    geht nun vom Grad der Selbständigkeit der Betroffenen aus und
    nicht mehr vom zeitlichen Umfang der erforderlichen, somatisch
    bedingten Pflegeverrichtungen. Die Umsetzung der gesetzlichen
    Neuregelung macht damit den tatsächlich bestehenden Unterstützungsbedarf von pflegebedürftigen Menschen in der Stadt transparenter und besser sichtbar.
  • Der Anstieg der Pflegebedürftigen verläuft nicht parallel zur Altersentwicklung der Bevölkerung; vielmehr steigt die Pflegequote
    in allen Altersgruppen und besonders deutlich in den jüngeren Alterskohorten.
  • 8.559 Menschen werden überwiegend durch pflegende Angehörige,
    osteuropäische Haushaltshilfen oder in anderen informellen
    Beziehungen im häuslichen Umfeld gepflegt. Damit steigt ihr Anteil
    auf 62 Prozent der Pflegebedürftigen in Bielefeld. 6.771 Menschen
    oder fast 50 Prozent der Pflegebedürftigen erhalten keinerlei professionelle Unterstützung.
  • Die Pflegegeldempfänger und -empfängerinnen verzeichnen die
    höchste Steigerungsrate seit Einführung der Pflegeversicherung.
  • Zählt man die Menschen hinzu, die von ambulanten Pflegediensten
    versorgt werden, - dies sind 11.046 Menschen, dann werden 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt. Dabei greifen mehr Menschen als im Jahr 2015 zum Termin der Stichtagserhebung bei der häuslichen Versorgung auf die Unterstützung durch ambulante Dienste zurück.
  • Deutlich mehr Menschen als in den Vorjahren nehmen Angebote der Tagespflege in Anspruch.
  • Weniger Menschen als vor zehn Jahren nehmen 2017 zum Stichtag der Erhebung eine Versorgung im Pflegeheim in Anspruch. Die Zahl der stationär versorgten Pflegebedürftigen stagniert trotz der Zunahme der Pflegebedürftigen gegenüber der letzten Datenerhebung in 2015. Der Anteil an der Versorgung aller Pflegebedürftigen sinkt von 24 Prozent in 2015 auf 20 Prozent.



Kontakt

Stadt Bielefeld
Büro für Integrierte Sozialplanung und Prävention
-Altenhilfeplanung-
Bernadette Bueren
Tel. 0521 51-3408
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