21. Bielefelder Kabarettpreis

Bielefelder Pudding kommt ins dritte Jahrzehnt

Sechs Nachwuchskünstler treten im ZWEISCHLINGEN mit einem Auszug aus
ihrem Debütprogramm vor Publikum und Expertenjury gegeneinander an. Dem Sieger winkt ein
Abendauftritt im Zweischlingen und natürlich der Preis – ein an die Wand genagelter Pudding.
Insgesamt werden Preisgelder in der Höhe von 2500 Euro vergeben.

Frau Rotkohl ist keine Frau, das ist natürlich schade. Frau Rotkohl sind die drei Berliner Jungs Jonas,
Jon und Natze, die mit Ukulele, Gitarre und sonstigem archaisch-albernes Musikkabarett machen. Sei
es Akkustik-Punk in neuem Gewand oder Mittelstands-Rap, seien es Liebeslieder für Getränkepfandfachfrauen
oder romantische Balladen über Schienenfahrzeuge: Als „Boygroup-Phänomen der
Slamszene” wollen sie nichts weniger als mit Gesang und Geklampfe unsere Herzen durchlüften, um
den Winter zu vertreiben.

Als Millenial mit Migrationshintergrund oder kurz: MIMIMI bezeichnet sich Konstantin Korovin und
so heißt dann auch sein Programm. Sein frischer Stand-up ist eine Art Bestandaufnahme, dem
Umstand geschuldet, dass Korovin die „neue 20” geworden ist und so seine erste echte Lebenskrise
durchmacht. Wer sich nicht vorstellen kann, wie Rastafari-Kiffer und Polizist zusammengeht, der
lasse es sich bitte von Konstantin erklären. So lustig kann Staatsgewalt sein.

Eigentlich wäre Mattias Engling gerne Zauberlehrling in Hogwarts geworden. Oder bartloser Hipster.
Nun ist er doch bloß Kabarettist. In seinem Programm „Nichtsdestowenigertrotz” geht es dann auch
um Hipster. Aber auch um Unterwäsche-Models von H&M, jugendliche Rebellion, um den aktuellen
Verfassungsschutz, Demokratie, Geld, Musik, Konzentration, den Thermomix und natürlich um
Katzenpullover. Also gut für das Publikum, dass es mit Hogwarts nicht geklappt hat.

Kritzelcomedy: Gäb es dieses Genre nicht, müsste man es unbedingt sofort erfinden. Das hat
Gottseidank Micha Marx für uns erledigt. Ein ums andere Werk zieht per Beamerprojektion am
Publikum vorbei, während der Schwabe mit hypnotischer Stimme kommentiert, seine Kritzelkindheit
mit spitzer Feder zeichnet und die Zuschauer dabei auf eine Reise an fremde Orte mitnehmt, an die
man nie wollte.

„Göttlich” ist Pascal Franke, wenn er über den Herkuleskomplex sinniert oder die Geschichte von
Brutus neu erzählt. Der Reimpoet aus Frankfurt wäre ein echter Schwiegermuttertyp, wenn er nicht
so unfassbar jung wäre. Der Klavierkabarettist vereint musikalische Qualität mit inhaltlicher Tiefe und
schwarzem Humor. Auf der Bühne agiert er mit präzisem Timing und sehr guter Präsenz und dabei
immer souverän und gelassen mit dem Publikum.

Dichter, Rapper, Stand-up. Das alles ist der Kölner Quichotte. Und vereint das Beste aus diesen
Welten: intelligent und tiefsinnig wie ein Poet, cool und rhythmisch wie ein Rapper und aktuell und
kurzweilig wie ein Stand-uper. Ein echter Kämpfer gegen die Windmühlen der seichten Unterhaltung
und dabei ein ungeheuer sympathischer Typ mit einer ungeheuren Präsenz.
OrtZweischlingen
Osnabrücker Str. 200, 33649 Bielefeld
Externer LinkStadtplanausschnitt
Tel. 0521 / 171697, Fax 0521 / 171667
Rubrik Theater/Musical/Kabarett | Musik | Theater | Aktionen
Internet Externer Linkhttp://www.kabarett-bielefeld.de
Veranstalter Kabarettgemeinschaft Bielefeld e.V. in Kooperation mit NewTone | Gefördert durch das Kulturamt
Termine
23.02.2018   20:00
Eintritt: 13,-
VVK: Zweischlingen

24.02.2018   20:00
Eintritt: 15,-
VVK: Zweischlingen


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