„Fahrradindustrie – einst und jetzt“

Projekt zum Tag des offenen Denkmals 2011
Während der Industrialisierung Bielefelds kam es sowohl zu einer grundlegenden Änderung von der Handfertigung zur maschinellen Produktion als auch zu einer enormen Umwälzung bei den hergestellten Produkten. Es bildete sich neben der Textilbranche ein starker Bereich der Metall- und Maschinenindustrie aus, der sich ab 1886 auch der Produktion von Fahrrädern widmete. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich ein regelrechtes Fahrradimperium, das mit kaufmännischem Geschick sogar weltweit agierte. Und im weitesten Sinne kann man diese Veränderungen durchaus als industrielle Revolution bezeichnen. So wurde Bielefeld innerhalb kurzer Zeit eine Hochburg der deutschen Fahrradindustrie. Bis heute sind hier weit mehr als 20 Millionen Räder und Rahmen gebaut worden.

Produktionsstätten in der Kartendarstellung

Mit der interaktiven thematischen Karte wird versucht, das vergangene Imperium der Fahrradindustrie nachzustellen. Die kartographische Aufbereitung von 265 Firmenbeschreibungen übernahm das Vermessungs- und Katasteramt im Auftrage des Historischen Museums. Anhand einer Standortkartierung aller bekannten Hersteller von Fahrrädern und Einzelteilen wird die Verteilung der Firmen über das Stadtgebiet verdeutlicht. Eine Trennung von Rad- und Teileproduzenten ließ sich leider inhaltlich nicht eindeutig vornehmen, weil viele Groß- und Mittelbetriebe auch Einzelteile über ihren Bedarf hinaus herstellten und an andere Firmen verkauften. Die Zuordnung wurde immer nach den vorrangig hergestellten Produkten vorgenommen. Aber auch mit diesem kleinen Manko wird die Fülle der über das Stadtgebiet verteilten Firmen vorstellbar. Zweigwerke und Standortwechsel der Firmen wurden nicht berücksichtigt. Zur Verdeutlichung von bereits verschwundenen Fabrikgebäuden ist es möglich, ein Luftbild von 1939 einzuschalten. Es ist allerdings erst ab dem Maßstab 1 : 50 000 sichtbar. Insgesamt reicht der einstellbare Kartenmaßstab von 1 : 150 000 bis 1 : 5 000.

Durch drei verschiedene Farbstufen der Signaturen wird in der Karte verdeutlicht, in welchem Zeitfenster die Fahrradproduktion der einzelnen Fabriken begann. Helle Signaturen zeigen die ersten Firmen der Epoche bis zum Endes des Ersten Weltkrieges an, die mittlere Farbstufe steht für die Zwischenkriegszeit bis zum Endes des Zweiten Weltkrieges und die dunkelste Farbstufe verdeutlicht die jüngeren Fabrikgründungen. Die verschiedenen Zeitfenster sind einzeln schaltbar. Die Signaturen wurden in drei Größen eingeteilt, die allerdings auf recht grober Schätzung beruhen: Fabriken gelten hier als Großbetrieb bei mehr als 100 Mitarbeitern, als Mittelbetrieb bei zehn bis 100 Mitarbeitern und als Kleinbetrieb bei weniger als zehn Mitarbeitern. Beim Berühren der Standortsignaturen mit dem Mauszeiger wird der Name der Firma angezeigt. Durch Klicken auf die Signatur erscheint eine kleine Tabelle mit folgenden Angaben:
Firmenname – historische Adresse – Produktion – Betriebsgröße – Produktionsbeginn bzw. -ende – Bemerkungen


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Fahrradindustrie - einst und jetzt

Standorte im Stadtgebiet
Externer LinkInteraktive Karte

Dieses Projekt entstand zum Tag des offenen Denkmals 2011 mit dem Thema „Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert”.
Es ist aber auch Teil der Sonderausstellung „Rückenwind – Vom Hochrad zum E-Bike”, die das Historische Museum Bielefeld ab dem 2. Oktober 2011 bis zum 26. Februar 2012 präsentiert.

Kontakt
E-Mailvermessungs-u.katasteramt@bielefeld.de

E-Mailrenda@historisches-museum-bielefeld.de