Bürgerdialog zur Ortsteilentwicklung Babenhausen / Dornberg

Titelseite des Sachstandsberichts "Ortsteilentwicklung Babenhausen / Dornberg"

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Etwa 190 Bürgerinnen und Bürger haben am Donnerstag, 8. Juni 2017, in der Grundschule Babenhausen am Bürgerdialog zur Ortsteilentwicklung Babenhausen / Dornberg mitgewirkt. Vielen Dank für Ihr Engagement und Ihre Diskussionsbeiträge und Hinweise!

Grundlage des Bürgerdialogs war der Bericht „Ortsteilentwicklung Babenhausen / Dornberg – Anlass und Vorgehen, Positionsbestimmung und Zielfindung”. Dieser wurde zuvor in der Bezirksvertretung Dornberg, im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz sowie im federführenden Stadtentwicklungsausschuss beraten und die Durchführung eines Bürgerdialoges beschlossen.

Die Ergebnisse des Bürgerdialoges werden nun zu einer Dokumentation aufbereitet und in der Arbeitsgruppe Stadtteilentwicklung der Bezirksvertretung Dornberg erörtert. Die Arbeitsgruppe wird einen Bericht und eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen für den zuständigen Stadtentwicklungsausschuss vorbereiten.

Bezirksbürgermeisterin Viehmeister erläutert die Initiative der Bezirksvertretung Dornberg zur Erarbeitung eines Ortsteilentwicklungskonzeptes. Etwa 190 Bürgerinnen und Bürger haben am Bürgerdialog mitgewirkt

Antworten auf zentrale Fragen der Bürgerinnen und Bürger

Aktive Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger am Gedankenaustausch

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Welches sind die Gründe für die Vorbereitung eines Ortsteilentwicklungskonzeptes?

Der Wunsch einer Perspektivklärung und der Erarbeitung eines Konzeptes für die Ortsteilentwicklung in Babenhausen / Dornberg geht auf eine Initiative der Bezirksvertretung Dornberg zurück. Diese wurde wie folgt begründet:

„Die unstrukturierte Siedlungsstruktur im mittleren Dornberg (Großdornberg, Babenhausen), die Nähe zur Universität und zum Neubau der Fachhochschule und die noch geplanten Erweiterungen der Universität machen ein eigenes Entwicklungskonzept für den mittleren Dornberger Raum notwendig. Dabei kann es nicht nur um eine Erweiterung des Campusgeländes nach Norden gehen, sondern um ein strategisches Entwicklungskonzept für den Gesamtraum. Dieses muss Antworten geben auf Fragen der Stadtentwicklung sowie Mobilitätskonzept, Nahversorgungskonzept, Naturschutz und Naherholung.”

Die Arbeitsgruppe Stadtteilentwicklung hat sich auf einen Untersuchungs- bzw. Betrachtungsraum „Babenhausen / mittleres Dornberg” mit einer Gesamtfläche von ca. 670 ha verständigt (Abgrenzung siehe Bericht, S.11).

Ferner wirken allgemeine Trends und Aufgaben der Stadt- und Regionalentwicklung auch auf diesen Bereich der Stadt Bielefeld ein, insbesondere Bevölkerungswachstum, Entwicklung der Wissenschafts- und Hochschulstadt und die Neuaufstellung des Regionalplanes.

Bielefeld wächst, was bedeutet das für die Siedlungsentwicklung?

Der aktuelle Demografiebericht der Stadt Bielefeld belegt: Bielefeld wächst! Bereits zum Ende des Jahres 2015 erreichte die Einwohnerzahl Bielefelds den bisherigen Höchststand seit der Gebietsreform im Jahr 1972. Die Vorausberechnungen der Stadt und des Landes Nordrhein-Westfalen gehen davon aus, dass sich der Wachstumstrend für Bielefeld fortsetzen wird.
Angesichts des Bevölkerungszuwachs und der erfolgreichen Profilierung als Hochschul- und Wissenschaftsstadt ist in Bielefeld langfristig von einer anhaltend hohen Wohnungsnachfrage auszugehen. Daher hat der Stadtentwicklungsausschuss die Erarbeitung eines „Perspektivplan Wohnen” angestoßen und somit eine wohnungs- und stadtentwicklungspolitische Handlungskonzeption sowie ein Baulandprogramm für Bielefeld auf den Weg gebracht. Im Fokus stehen sowohl die Baulandentwicklung und Mobilisierung von Siedlungsreserven des Flächennutzungsplanes und des Regionalplanes als auch die Aktivierung von Bauland im Siedlungsbestand. Konkret sollen mit Priorität städtebauliche Planungen für Bereiche im Einzugsbereich der Stadtbahn bearbeitet werden, so auch im Rahmen der Ortsteilentwicklung im Stadtbezirk Dornberg.

Der Regionalplan wird neu aufgestellt, was bedeutet das?

Der Regionalplan für den Regierungsbezirk Detmold wird neu aufgestellt. Dieser wird mit Zieljahr 2035 Ziele und Grundsätze für die u.a. räumliche und städtebauliche Entwicklung in der Stadt Bielefeld treffen. Auch deshalb steht die Stadt Bielefeld vor der Aufgabe, im Sinne einer flächensparenden und bedarfsgerechten Entwicklung die Perspektiven für das Wohnen, das Gewerbe und die gesamte Raumentwicklung zu klären.

Welche Aussagen trifft das „Strategiekonzept Wissenschaftsstadt Bielefeld”?

Um Bielefeld als Wissenschaftsstandort regional und überregional weiter zu entwickeln und zu profilieren, hat der Rat der Stadt Bielefeld die Erarbeitung eines "Strategiekonzeptes Wissenschaftsstadt Bielefeld" angestoßen. Der entsprechende Bericht liegt seit Dezember 2016 vor. Der Rat hat im Februar 2017 den Handlungsempfehlungen sowie Prüfaufträgen zugestimmt und das Strategiekonzept an die Zuständigkeiten der jeweiligen Fachausschüsse mit der Bitte um Beratung übergeben. Bis zur Sommerpause 2017 sollen mögliche Handlungsempfehlungen an den Rat der Stadt Bielefeld gegeben werden.
Mit Blick auf die Ortsteilentwicklung in Babenhausen / Dornberg ergeben sich Berührungspunkte zum Strategiekonzept in einer Handlungsempfehlung zur Berücksichtigung von Flächenreserven für Kooperationspartner aus Wissenschaft und Wirtschaft, angrenzend zum Campus sowie darüber hinaus (sog. Steckbrief 2.10). Ferner formuliert das Strategiekonzept einen Prüfauftrag zur Planung eines neuen Stadtraumes "Campus/ Großdornberg" (sog. Steckbrief 2.16).

Wie ist das Vorgehen in der AG Stadtteilentwicklung der Bezirksvertretung Dornberg?

Das Ortsteilentwicklungskonzept wird in einer politischen Arbeitsgruppe „Stadtteilentwicklung der Bezirksvertretung Dornberg” unter Beteiligung des interdisziplinär besetzten Planungsteams Cityförster architecture + urbanism / Hannover in Arbeitsgemeinschaft mit urbanegestalt Architekten Landschaftsarchitekten Stadtplaner / Köln sowie der Bielefelder Stadtverwaltung vorbereitet.

Zum Vorgehen

1. Die Befassung mit der Ortsteilentwicklung erfordert Rauminformationen bzw. Kenntnis zu zentralen Grundlagen und Rahmenbedingungen des Untersuchungsraumes. Hierzu wurden in einem ersten Arbeitsschritt durch die Verwaltung entsprechende Informationen bei Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange sowie städtischen Dienststellen angefragt. Ergänzend führte das Planungsteam Bestandsanalysen im Untersuchungsraum durch.

2. Die gewonnenen Rauminformationen und -analysen wurden anschließend aufbereitet und in der Arbeitsgruppe zu einer „Positionsbestimmung” bzw. „Lesart” für den Gesamtraum weiterentwickelt. Es wurden Strukturen und Prägungen des Raumes geklärt und Qualitäten, Chancen bzw. Potenziale sowie Schwächen, Bindungen bzw. Restriktionen des Raumes erörtert („Befunde”). Die Ergebnisse wurden in Themenkarten sowie in „Talente-Karten” (Szenerien, Ränder, Raumfolgen, Impulsgeber) dokumentiert.

3. Auf Basis der Positionsbestimmung hat die Arbeitsgruppe eine intensive Diskussion zu den allgemeinen Zielen und Zwecken der Ortsteilentwicklungsplanung geführt. Es wurden räumliche Entwicklungs- und Zukunftsoptionen und sich wesentlich unterscheidende Denkansätze im Untersuchungsraum erörtert. Die Arbeitsgruppe hat sich dann auf inhaltliche Leitsätze (Ziele) und ein räumliches Leitbild für den Planungsraum verständigt.

Welches sind die Leitsätze einer Ortsteilentwicklung?

Folgende Leitsätze werden für den Gesamtraum als wichtig erachtet:

  • den Landschaftsraum und die Bachtäler schützen, stärken und profilieren (Freiraum und Bachtäler)
  • die Siedlungen vervollständigen und Quartiere bilden unter Berücksichtigung der Hochschulentwicklung (Siedlung und Bebauung)
  • die Bachtäler verbinden und mit dem Bielefelder Grünsystem verknüpfen (Freiraumstruktur)
  • die Siedlungen und den Rand der Kernstadt vernetzen (Mobilität)
  • Mitten schaffen und stärken (Zentren, Mitten, Impulsgeber)
  • Teilräume profilieren und etwas Verbindendes schaffen

Was leistet das Leitbild? Kann man schon von einem Plan oder Konzept sprechen?

In der Arbeitsgruppe Stadtteilentwicklung der BV Dornberg wurden die formulierten Ziele in eine übergeordnete, räumliche Darstellung übersetzt (Leitbild). Das Leitbild macht die Zielvorstellungen anschaulich und dient als Rahmen und zur Lenkung der gesamträumlichen und städtebaulichen Entwicklung.

Zielkanon und Leitbild sollen die

  • Diskussionsgrundlage für den bürgerschaftlichen Dialog sein,
  • die Grundlage bieten für die weitere Prüfung und Vertiefung von Machbarem mit der Verwaltung, mit Behörden und Institutionen und
  • die Grundlage sein für die stadtgesellschaftliche und politische Verständigung über das zukünftige raumbezogene Planen und Handeln

Das Leitbild ist kein Konzept und kein Plan, es zeigt keine raumscharfen Maßnahmen. Es zeigt Entwicklungsrichtungen und -optionen als Grundlage für den stadtgesellschaftlichen Dialog sowie die weitere Prüfung und Vertiefung der Ortsteilentwicklung. So werden Leitvorstellungen und Entwicklungsoptionen für den Untersuchungsraum aufgezeigt, für den Planungsprozess bleiben weiterhin große Spielräume vorhanden.


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