Wohnungsmarktbarometer 2017

Das Wohnungsmarktbarometer 2017 zeigt die aktuelle Einschätzung des Bielefelder Marktes aus Sicht der Fachöffentlichkeit.

Für die 17. Ausgabe des Wohnungsmarktbarometers der Stadt Bielefeld wurden im Frühjahr 2017 über 100 Akteure, die am Bielefelder Wohnungsmarkt aktiv sind, per E-Mail befragt. Als klarer Trend zeichnet sich weiterhin eine hohe Marktanspannung bei günstigen Wohnungen ab.

Marktanspannung weiterhin hoch

Bild in neuem Fenster anzeigenAbbildung: Einschätzung der Bielefelder Marktlage 2008 bis 2017 und Prognose bis 2020

Der Bielefelder Wohnungsmarkt bleibt auch 2017 in vielen Segmenten deutlich angespannt. Das untere Mietpreissegment tendiert weiterhin in Richtung „sehr angespannt”. Das ist die zweithöchste Einschätzung seit 2001 und liegt nur minimal unter dem Höchststand aus 2016. Auch für die kommenden drei Jahre sehen die befragten Experten keine Entspannungstendenzen in diesem und im öffentlich geförderten Marktsegment.
Auch im mittleren Mietpreissegment (5,50 bis 8,50 €/m²) wird das Angebot am Wohnungsmarkt überwiegend angespannt gesehen. In der Prognose bis 2020 wird sich die Anspannung in diesem Segment noch verstärken.
Nur das obere Mietpreissegment wird überwiegend ausgewogen eingeschätzt und auch für die nächsten Jahre so prognostiziert. Der Markt für Eigenheime stellt sich 2017 unverändert angespannt dar. Bei Eigentumswohnungen werden dagegen aktuell und in der Prognose bis 2020 leichte Entspannungstendenzen gesehen.


Probleme am Mietwohnungsmarkt

Am Mietwohnungsmarkt wird die wachsende Marktanspannung weiterhin besonders deutlich: Drei Viertel der befragten Akteure sieht das Fehlen von geeignetem Bauland in zentralen Lagen (74 Prozent) und das Fehlen von großen Mietwohnungen im unteren und im mittleren Preissegment (64 Prozent) als akute Probleme am Bielefelder Mietwohnungsmarkt. 60 Prozent der Befragten problematisieren dazu den Rückgang der öffentlich geförderten Mietwohnungen.
Jeder zweite thematisiert dazu weiterhin „Zu wenig kleine Wohnungen” im unteren und im mittleren Preissegment. Steigende Nebenkosten thematisiert ebenfalls rund die Hälfte der Experten und steigende Nettokaltmieten (durch energetische Sanierungen u.a. Wohnwertverbesserungen) werden von einem Drittel als Problem angegeben.
Schwierigkeiten von Migranten bei der Wohnungssuche sehen 36 Prozent der Befragten als aktuelles Problem im Mietwohnungssektor (Vorjahr: 45 Prozent).
Vermietungsschwierigkeiten oder Leerstände werden auch 2017 weiterhin von keinem der Befragten als Problem angegeben.

Leerstände und Fluktuation

Die in Bielefeld am Markt aktiven Wohnungsunternehmen und Wohnungsbaugenossenschaften wurden auch 2017 zu ihren Wohnungsbeständen, Leerständen und zur Fluktuation befragt.
Der Wohnungsbestand der Unternehmen und Genossenschaften, die sich beteiligt haben, beläuft sich auf rd. 29.000 Wohneinheiten (WE). Für ca. 7.800 dieser Wohnungen bestehen öffentliche Bindungen. Annähernd 11.000 WE (38 Prozent) sind energetisch saniert. Barrierefrei ausgestattet sind 1.900 WE, dazu gibt es 1.400 WE barrierearme WE.
Die durchschnittliche Fluktuation liegt bei den befragten Unternehmen bei 7,7 Prozent und ist sowohl im öffentlich geförderten als auch im frei finanzierten Wohnungsbestand weiter rückläufig.
Die Leerstandsquote für den ausgewerteten Wohnungsbestand der Unternehmen ist aktuell mit nur 0,1 Prozent weiterhin extrem niedrig. Es haben nicht alle Wohnungsunternehmen Angaben zum Leerstand in ihren Wohnungsbeständen gemacht.

Wohnraumbedarf im unteren Preissegment

Im Barometer 2017 wurden Zusatzfragen zum erhöhten Wohnraumbedarf im unteren Preissegment gestellt.
Zur Bewältigung des zusätzlichen Wohnraumbedarfs nennen 69 Prozent schnellere B-Plan-Verfahren als wichtigsten Aspekt. Zwei Drittel der Befragten wünschen sich, dass mehr Bauland generiert wird und vorhandene Wohnbauflächenpotentiale konsequenter genutzt werden. Fast jeder Zweite sieht in der Beschleunigung des Baugenehmigungsverfahrens einen wichtigen Aspekt, um schnell Wohnraum im unteren Preissegment zu schaffen.

Die meisten Befragten sehen das größte Potential zur Realisierung in Wohnobjekten mit einem Mix aus öffentlich geförderten und frei finanzierten Miet- bzw. Eigentumswohnungen. Die Umnutzung von Gewerbe- und sonstigen Immobilien, das Instrument der mittelbaren Belegung oder der komplett öffentlich geförderte Mietwohnungsneubau wird jeweils nur von 30 Prozent der Befragten als großes Potential gesehen.



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