Bielefeld jetzt Mitglied im Städtebündnis gegen Rassismus

15.11.2018

Bielefeld (bi)

Es ist amtlich: Die Stadt Bielefeld ist der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus der UNESCO beigetreten. „Damit setzt unsere Stadt ein weiteres Zeichen für ein friedliches Miteinander, für die Integration der Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflüchtet sind, für gegenseitiges Verständnis und Achtung wie auch gegen latenten und offenen Rassismus“,  begrüßt Pit Clausen die neue Mitgliedschaft.

 Im Mai stimmte der Rat einstimmig dem Beitritt zu. Die Initiative dazu ging vom städtischen Integrationsrat aus. „Rassistische Einstellungen, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Islamfeindlichkeit richten sich gegen die multikulturell verfasste Einwanderungsgesellschaft in unserem Land und gefährden das friedliche Zusammenleben“, erklären die stellvertretenden Vorsitzenden Viola Obasohan und Murisa Adilovic. Diese Phänomene könnten nur gemeinsam mit konkreten Maßnahmen eingedämmt werden.

 Für den Vorsitzenden des Bielefelder Integrationsrates ist die Mitgliedschaft in der Städtekoalition gegen Rassismus mehr als nur ein symbolischer Wert. Mehmet Ali Ölmez: „Die Stadt Bielefeld kann von der Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedsstädten profitieren, Synergieeffekte nutzen und Maßnahmen gegen Ausgrenzung, Diskriminierung sowie Rassismus vor Ort umsetzen.“

 Grundlage der Zusammenarbeit ist ein Zehn-Punkte-Aktionsprogramm, an dem sich die Städte orientieren sollen. Darin geht es unter anderem um verstärkte Wachsamkeit gegenüber Rassismus, Bewertung der kommunalen Maßnahmen, Unterstützung der Opfer von Rassismus, bessere Information der Bürgerinnen und Bürger, Förderung gleicher Chancen in vielen Bereichen sowie um bessere Bildung und Erziehung gegen Diskriminierung.

Mit vielen Aktivitäten und Projekten erfüllt die Stadt Bielefeld bereits seit Jahren einen Teil des Aktionsprogramms. So sind die „Bielefelder Aktionswochen gegen Rassismus“ in der Stadtgesellschaft fest verankert und haben eine große Resonanz über die Grenzen der Stadt hinaus. Beispielhaft ist neben weiteren Bündnissen in der Stadt auch das Bielefelder Netzwerk „Rassismuskritische Arbeit - Kinder, Jugendliche, Erwachsene“.

Die „Europäische Städtekoalition gegen Rassismus“ wurde 2004 in Nürnberg auf Initiative der UNESCO mit dem Ziel gegründet, ein internationales Netzwerk von Städten zu schaffen, die sich gemeinsam für eine wirkungsvolle Bekämpfung von Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit einsetzen. Inzwischen haben sich mehr als 122 europäische Städte der Koalition angeschlossen.