Veranstaltung 'Bildungsangebote für Neuzugewanderte in Bielefeld'

Am 5. Juli 2017 fand im Großen Ratssaal im Neuen Rathaus eine Veranstaltung zu „Bildungsangeboten für Neuzugewanderte in Bielefeld” statt. Knapp 60 Akteure aus der Bielefelder Bildungslandschaft nahmen das Angebot wahr, sich über Bildungsangebote für Neuzugewanderte auszutauschen.

In einem Impulsvortrag zeigte Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, Konflikt- & Gewaltforscher an der Universität Bielefeld, zunächst ganz allgemein Möglichkeiten und Grenzen von Bildung auf. Er legte dabei ein Verständnis von Anerkennung als Schlüsselkategorie für Integration zugrunde und plädierte für eine Bildungslandschaft, die sich in ihren Bildungs- und Integrationsangeboten für Neuzugewanderte sehr viel stärker an individuellen Potenzialen orientieren sollte. Es gelte, „nach Stärken zu suchen, statt nach Schwächen zu fahnden.” Hier böte sich ein institutioneller Mix möglicher Anerkennungsquellen an, beispielsweise über die Kombination von Sprach- und Sportangeboten. Prof. Dr. Heitmeyer zeigte aber auch sehr deutlich auf, dass die Integrationskraft von Bildung ihre Grenzen insbesondere in sozialräumlicher Segregation, in Unterschichtung und in homogenen Gruppen- und Abschließungsprozessen finde. Er plädierte in diesem Kontext für einen „innerstädtischen Lastenausgleich”, um benachteiligte Bezirke besser für diese Herausforderungen aufstellen zu können.

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei parallel stattfindenden Workshopeinheiten, die jede eine bestimmte Lebensphase (Kindheit/Jugend/Erwachsenenalter) in den Blick nahmen, die Gelegenheit, sich zu den Hürden und den Ressourcen, die Anerkennung für Neuzugewanderte behindern bzw. befördern können, auszutauschen.

Dieser Austausch erwies sich aufgrund der Zusammenführung ganz verschiedener institutioneller Perspektiven als ausgesprochen fruchtbar. So wurde insbesondere deutlich, dass viele Neuzugewanderte eine hohe Motivation und Bereitschaft mitbringen, Teil der Bielefelder Stadtgesellschaft zu werden und auf engagierte Institutionen treffen. Aufbauend auf dem bestehenden Engagement könnte eine wechselseitige Öffnung auf der Basis von interkulturellem Wissen fortgeführt werden. Allerdings erweisen sich neben der Sprachbarriere u.a. strukturelle Bedingungen der Organisation von Beratung, z.B. ein hoher bürokratischer Aufwand, als hinderlich für die (Bildungs-)Integration von Menschen.

Programm der Veranstaltung 5.7.2017

9.00 Uhr Begrüßung

9.10 Uhr Vortrag mit anschließender Diskussion
„Integrationspotentiale und Desintegrationsgefahren: Möglichkeiten und Grenzen von Bildung" – Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer (Universität Bielefeld)

10.00 Uhr Kaffeepause

10.15 - 11.45 Uhr Workshop-Phase zu den Themenbereichen
  • Hürden für Teilhabe an Bildungsangeboten
  • Rolle der Sprachbildung: Erfahrungen und Bedarfe
  • Ressourcen, Potenziale und Kompetenzen bei neu zugwanderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Workshop I: „Kindheit”; Workshop II: „Jugend / Adoleszenz”; Workshop III: „Erwachsenenalter”

11.45 Uhr Kaffeepause

12.00 - 12.30 Uhr Ergebnispräsentation aus den drei Workshops im Plenum

12.30 Uhr Veranstaltungsende
Die Veranstaltung ist ein Angebot aus dem Programm "Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte". Zielsetzung des Programms ist es, neuzugewanderten Menschen einen raschen Zugang zum (Aus-) Bildungssystem zu ermöglichen und ihre nachhaltige Bildungsbeteiligung in der Kommune zu fördern.

Das Programm wird in enger Kooperation des Bildungsbüros im Amt für Schule mit dem Externer LinkKommunalen Integrationszentrum umgesetzt. Hintergrund für die Umsetzung des Programms ist die Förderrichtlinie zur Externer Link"Kommunalen Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte", die das Bundesministerium für Bildung und Forschung in 2016 etabliert hat.

Die Umsetzung des Programms wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.





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Amt für Schule
Bildungsbüro
Programm "Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte"
Julia Marth - Bildungskoordinatorin
Tel. 0521 51-3265
Fax 0521 51-2432
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