Kunst trifft Demographie:
Projekt "Sichtwechsel im Liegestuhl" mit drei Kulturveranstaltungen erfolgreich abgeschlossen

Bitte Platz nehmen im Liegestuhl! An drei Bielefelder Orten - dem Siegfriedplatz, dem Klinikum in Bielefeld-Mitte und dem Nordpark - konnten sich Bielefelder und Bielefelderinnen Anfang Juni 2010 zurücklehnen, Kleinkunst, Musik und Pantomime genießen und dabei ganz entspannt über den demographischen Wandel in der Stadt nachdenken. Zum Abschluss des Projektes "Räume der Zukunft - Sichtwechsel im Liegestuhl" wurden die 53 individuell gestalteten Liegestühle versteigert. Der Erlös in Höhe von 2.275 Euro ging an das Kinderhospiz in
Bethel.
Die positive Resonanz auf das Projekt ermutigt die Demographiebeauftragte Susanne Tatje, die das Projekt gemeinsam mit der Bremer Künstlerin Ulla Deetz durchführt hat, auch weiterhin kreative Wege zu gehen, um auf das Thema Demographie aufmerksam zu machen.
Die positive Resonanz auf das Projekt ermutigt die Demographiebeauftragte Susanne Tatje, die das Projekt gemeinsam mit der Bremer Künstlerin Ulla Deetz durchführt hat, auch weiterhin kreative Wege zu gehen, um auf das Thema Demographie aufmerksam zu machen.
»Wir werden weniger: Auftakt auf dem Siegfriedplatz
Der Auftakt der drei Kulturveranstaltungen war im Bielefelder Westen auf dem Siegfriedplatz, dort, wo freitags auch der Wochenmarkt stattfindet. Neben Gemüse- und Blumenständen, in der Nähe des beliebten Treffpunkts Bürgerwache, waren die Liegestühle aufgestellt und luden Wochenmarktbesucher und Passanten zu einer ungeplanten Pause ein.
Eine Gelegenheit, die viele Menschen wahrnahmen. "Die Liegestühle sind toll. Und dann bekommen wir auch noch gratis Musik dazu. Einfach klasse!", so eine Mutter mit Kleinkind. Nach und nach trauten sich immer mehr Leute, Jung und Alt, die farbenfrohen und zum Thema demographischer Wandel gestalteten Liegestühle auszuprobieren. Dazu spielte das Saxophon-Duo "Leptophonics" im Wechsel mit Francisca Schmidt (Hang), und wer jetzt immer noch keine gute Laune hatte, dem zauberten die Pantomimen Vladimir Egorov und Julian Eimert ein Lächeln aufs Gesicht.
Die Demographiebeauftragte Susanne Tatje hat den Platz zum Thema "Weniger" bewusst "gegen den Strich" ausgewählt. "Hier herrscht buntes Treiben. Ich wollte die Plätze nicht über ein Problem definieren. Das Wenigerwerden der Bevölkerung kann man hier noch nicht feststellen. Aber was passiert, wenn hier wirklich mal weniger Menschen wohnen?" Wer Lust hatte, konnte sich dazu im Liegestuhl ein paar Gedanken machen. Wie ist das, wenn ich selbst alt bin und in Bielefeld wohne? Moderator Christian Presch ermunterte, sich für diese Gedankengänge Zeit zu nehmen - und lieferte im Gespräch mit Oberbürgermeister Pit Clausen ein paar Anregungen. Für den Oberbürgermeister ist klar: Das Thema wird uns in den nächsten Jahren nicht loslassen.
Beim Publikum kam die Verbindung von Kunst und Demographie gut an. Das gebe dem schweren, abstrakten Thema etwas Positives und Leichtes war die Meinung von Besuchern und Akteuren.
Eine Gelegenheit, die viele Menschen wahrnahmen. "Die Liegestühle sind toll. Und dann bekommen wir auch noch gratis Musik dazu. Einfach klasse!", so eine Mutter mit Kleinkind. Nach und nach trauten sich immer mehr Leute, Jung und Alt, die farbenfrohen und zum Thema demographischer Wandel gestalteten Liegestühle auszuprobieren. Dazu spielte das Saxophon-Duo "Leptophonics" im Wechsel mit Francisca Schmidt (Hang), und wer jetzt immer noch keine gute Laune hatte, dem zauberten die Pantomimen Vladimir Egorov und Julian Eimert ein Lächeln aufs Gesicht.
Die Demographiebeauftragte Susanne Tatje hat den Platz zum Thema "Weniger" bewusst "gegen den Strich" ausgewählt. "Hier herrscht buntes Treiben. Ich wollte die Plätze nicht über ein Problem definieren. Das Wenigerwerden der Bevölkerung kann man hier noch nicht feststellen. Aber was passiert, wenn hier wirklich mal weniger Menschen wohnen?" Wer Lust hatte, konnte sich dazu im Liegestuhl ein paar Gedanken machen. Wie ist das, wenn ich selbst alt bin und in Bielefeld wohne? Moderator Christian Presch ermunterte, sich für diese Gedankengänge Zeit zu nehmen - und lieferte im Gespräch mit Oberbürgermeister Pit Clausen ein paar Anregungen. Für den Oberbürgermeister ist klar: Das Thema wird uns in den nächsten Jahren nicht loslassen.
Beim Publikum kam die Verbindung von Kunst und Demographie gut an. Das gebe dem schweren, abstrakten Thema etwas Positives und Leichtes war die Meinung von Besuchern und Akteuren.
»Wir werden älter: Die Liegestühle kommen am Klinikum Bielefeld an
Nächste Station war das Klinikum in Bielefeld. Der Weg zum Krankenhaus ist gesäumt mit den bunten Liegestühlen - für viele Patienten und Besucher eine willkommene Abwechselung. Das Kulturprogramm mit Musik, Pantomime und einer Lesung drehte sich um die älter werdende Gesellschaft, und auch die Atmosphäre am Krankenhaus war ruhiger und besinnlicher als auf dem Siegfriedplatz. Die Themen Alter und Krankheit sind nah.
Tango, Klezmer-Musik und andere Traditionals - das Trio Triogawa spielte eine Mischung aus Volksliedern fremder Länder, die bei Älteren und Jüngeren gut ankam. Die Pantomimen Vladimir und JulEi tanzten zu den Melodien, jonglierten und luden nach einer Stunde zur Lesung mit der Autorin Herrad Schenk in die kleine "capella hospitalis" am Krankenhaus ein.
Herrad Schenk ging das Thema Alter heiter, gelassen und zuversichtlich an. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich die 1948 geborene Autorin und Sozialwissenschaftlerin mit dem Alter, wissenschaftlich und literarisch. Bei der Lesung, moderiert von Martin Knabenreich, stellte sie Auszüge aus ihrem Sachbuch "Der Altersangstkomplex" und dem Roman "Am Ende" vor und ließ die Zuhörerinnen teilhaben an anregenden Betrachtungen über die letzte Lebensphase.
Tango, Klezmer-Musik und andere Traditionals - das Trio Triogawa spielte eine Mischung aus Volksliedern fremder Länder, die bei Älteren und Jüngeren gut ankam. Die Pantomimen Vladimir und JulEi tanzten zu den Melodien, jonglierten und luden nach einer Stunde zur Lesung mit der Autorin Herrad Schenk in die kleine "capella hospitalis" am Krankenhaus ein.
Herrad Schenk ging das Thema Alter heiter, gelassen und zuversichtlich an. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich die 1948 geborene Autorin und Sozialwissenschaftlerin mit dem Alter, wissenschaftlich und literarisch. Bei der Lesung, moderiert von Martin Knabenreich, stellte sie Auszüge aus ihrem Sachbuch "Der Altersangstkomplex" und dem Roman "Am Ende" vor und ließ die Zuhörerinnen teilhaben an anregenden Betrachtungen über die letzte Lebensphase.
»Wir werden bunter: Abschluss und Versteigerung im Nordpark
Endstation für das Liegestuhl-Projekt war der Nordpark mit seiner traumhaften Kulisse. Einen Vormittag lang durften die Bielefelderinnen und Bielefelder noch einmal kostenlos Platz nehmen, Musik genießen und aus ganz neuer Perspektive über den demographischen Wandel nachdenken, dann wurden die Liegestühle versteigert und wechselten die Besitzer.
Schwerpunkt war das Thema "Bunter". "Wir haben dazu den Nordpark ausgesucht, weil hier besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund leben", erklärte die Demographiebeauftragte Susanne Tatje. Die bunter werdende Gesellschaft, das beschäftigt auch den Kinderschutzbund, der gleich um die Ecke im Viertel seinen Sitz hat. Mit einer multikulturellen Mädchengruppe hatte sich der Verein an der künstlerischen Gestaltung der Liegestühle beteiligt. Viele Mädchen, die mitgemalt hatten, waren gekommen um Abschied von den Kunstwerken zu nehmen.
Die Versteigerung übernahm Christian Presch. Mindestgebot 25 Euro, versteigert wurde in 5-Euro-Schritten, erklärte der erfahrene Auktionator. 60, 65, 70 Euro sind bei vielen Stühlen schnell erreicht. Am Ende kamen 2.275 Euro für das geplante Kinderhospiz in Bethel zusammen.
Schwerpunkt war das Thema "Bunter". "Wir haben dazu den Nordpark ausgesucht, weil hier besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund leben", erklärte die Demographiebeauftragte Susanne Tatje. Die bunter werdende Gesellschaft, das beschäftigt auch den Kinderschutzbund, der gleich um die Ecke im Viertel seinen Sitz hat. Mit einer multikulturellen Mädchengruppe hatte sich der Verein an der künstlerischen Gestaltung der Liegestühle beteiligt. Viele Mädchen, die mitgemalt hatten, waren gekommen um Abschied von den Kunstwerken zu nehmen.
Die Versteigerung übernahm Christian Presch. Mindestgebot 25 Euro, versteigert wurde in 5-Euro-Schritten, erklärte der erfahrene Auktionator. 60, 65, 70 Euro sind bei vielen Stühlen schnell erreicht. Am Ende kamen 2.275 Euro für das geplante Kinderhospiz in Bethel zusammen.

