MuT (Mobilisieren und Tun) - Projekt: Pflege und Beruf

Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Bielefeld als Teil der Verwaltungs- und Unternehmenskultur
Die Stadt Bielefeld hat in Kooperation mit der Externer LinkREGE durch eine Beteiligung am Externer LinkLandeswettbewerb Familie@unternehmen die Chance genutzt, das Thema „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf” aufzugreifen und konkrete Maßnahmen zur Unterstützung ihrer Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu entwickeln. Das Projekt gehört zu den Gewinnerprojekten des Landeswettbewerbes und ist ab Oktober 2010 für zwei Jahre gefördert worden.

Seit vielen Jahren ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein wichtiges Thema bei der Stadt Bielefeld. Viele Verbesserungen wurden erarbeitet und sind inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden. Heute profitieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der allgemeinen Offenheit für dieses Thema sowie einer ganzen Reihe von konkreten Möglichkeiten, z.B. den flexible Arbeitszeiten. In erster Linie wird an die Kinderbetreuung gedacht, wenn über Familie gesprochen wird. Mit der Pflege als Teil der Familienaufgabe wird ein neuer Aspekt aufgegriffen.

Für das MuT-Projekt hat sich eine stadtinterne Arbeitsgruppe der Verbesserung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für städtische Beschäftigte angenommen. Der Auftrag besteht darin, sowohl konkrete Maßnahmen zur Unterstützung und zum Erhalt der Gesundheit pflegender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu realisieren als auch für die Belange der Betroffenen zu sensibilisieren.
Als erster Schritt wurde eine PDF-Dokument  [311 KB]Bedarfserhebung durchgeführt. Sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Mit 34 Prozent wurde eine hohe Rücklaufquote erzielt. Diese gute Beteiligung und die Antworten zeigen, dass sich die Stadt Bielefeld auf dem richtigen Weg befindet, aber noch weitere entlastende Schritte notwendig sind. Die allgemeine Befragung wurde durch Interviews mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aktuell pflegen oder gepflegt haben, unterstützt. Die Interviews bestätigen die Ergebnisse des Fragebogens.
Die Frage nach vereinbarkeitsunterstützenden Maßnahmen hat folgende Rangliste ergeben:

Grafik: Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf
Im nächsten Schritt wurde sodann festgestellt, welche Maßnahmen bereits vorhanden sind, eventuell nur angepasst werden müssen, und welche Maßnahmen neu einzuführen sind. Im Ergebnis ist ein umfangreicher PDF-Dokument Maßnahmekatalog entstanden, dem vom Verwaltungsvorstand zugestimmt wurde.
PDF-Dokument  [60 KB]Übersicht über Handlungsfelder und Maßnahmen

Die Bedarfserhebung zeigt, dass die Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeit die wichtigste Entlastung in einer Pflegesituation darstellt. Bei der Stadt Bielefeld gibt es bereits weitgehende Gleitzeit-, Teilzeit- und Beurlaubungsmöglichkeiten, die für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf genutzt werden können. Der Gleitzeitrahmen für Teilzeitkräfte wird zukünftig noch ausgeweitet. Außerdem sollen die Belange Pflegender bei Anträgen auf Beurlaubung oder Teilzeit besonders berücksichtigt werden.
Ob in Einzelfällen eine zeitweise Arbeit von zu Hause ermöglicht werden kann, wird aktuell erprobt.
Mit einem stadtinternen Intranetauftritt wird über Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf informiert und auf weitergehende Informationsmöglichkeiten (z B. die Pflegeberatung) hingewiesen. Von der Projektgruppe wurde zudem ein spezieller PDF-Dokument Leitfaden für den Pflegefall entwickelt, Darüber hinaus werden regelmäßig 2-3 Mal pro Jahr Informationsveranstaltungen zu Pflegethemen angeboten.
Um das Thema „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf” nachhaltig zu etablieren und präsent zu halten, wurde es in die Führungskräfteentwicklung einbezogen und im Sinne eines integrativen Ansatzes an verschiedenen Stellen aufgegriffen (z.B. im Modul Mitarbeitergespräche).
Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden im Rahmen des Fortbildungsprogramms verschiedene Seminarangebote (z.B. zu Zeitmanagement, Stressbewältigung, Verhalten in Konfliktsituationen) unterbreitet, in denen auch auf die Belange pflegender Beschäftigter eingegangen wird. Auch werden Seminare zur Gesundheitsförderung angeboten. Speziell für pflegende Beschäftigte wurde ein Training zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit entwickelt, welches sehr gut angenommen wird.
Gesprächskreise oder Selbsthilfegruppen haben die Möglichkeit, sich in den Räumen der Stadtverwaltung außerhalb der Dienstzeit zu treffen. Bei der Vergabe von Parkplätzen wird die Situation pflegender Beschäftigter besonders berücksichtigt.



Ansprechpartnerin

Gleichstellungsstelle
Ruth Löning
Tel. 0521 51-3621
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