Ausbruch der Geflügelpest bei mehreren Wildvögeln bestätigt

17.02.2017
Das Friedrich-Loeffler-Institut hat bei drei weiteren am Obersee gefundenen toten Gänsen den Geflügelpesterreger H5N8 festgestellt. Die Untersuchungen der anderen verendeten Tiere laufen.

09.02.2017
Bei zwei Kanadagänsen am Obersee wurde ebenfalls der Geflügelpesterreger H5N8 festgestellt. Allein gestern wurden weitere sechs tote Wildgänse vom Obersee sichergestellt und die Untersuchung durch das Gesundheits-, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt eingeleitet. Eine heute am Obersee verendet aufgefundene Wildgans wurde ebenfalls zur Untersuchung eingeschickt.


08.02.2017
Bei zwei am Meierteich verendeten Höckergänsen wurde Geflügelpest festgestellt und bei sechs weiteren am Obersee tot aufgefundenen Kanadagänsen erhärtet sich entsprechender Verdacht. Das Gesundheits-, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt stellte die Tiere sicher und leitete die Untersuchung auf das Influenzavirus ein.

Zum Schutz der gewerblichen und privaten Geflügelhaltungen in Bielefeld wird am 9. Februar 2017 eine tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung erlassen. Somit besteht ab dem 9. Februar ein Sperrbezirk für ein Gebiet im Radius von mindestens einem Kilometer um die Fundorte und den Johannisbach ab Obersee und der Aa, sowie zusätzlich ein Beobachtungsgebiet im Radius von mindestens drei Kilometern um die Fundorte.

Die Kartenübersicht zum Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet finden Sie rechts im Kasten.

Zusätzliche Schutzmaßnahmen für Geflügelhalter
Zusätzlich zu den allgemein geltenden Schutzmaßnahmen gegen die Vogelgrippe (siehe unten) dürfen Vögel nun nicht mehr verbracht oder freigelassen werden. Krankhafte Veränderungen oder Todesfälle müssen tierärztlich untersucht und abgeklärt werden.

Anleinpflicht für Hunde, sowie Freigangsverbot für Hauskatzen
Wer einen Hund oder eine Katze hält, hat sicherzustellen, dass diese im Sperrbezirk oder im Beobachtungsgebiet nicht frei umherlaufen. Von der Geflügelpest befallene Vögel zeigen häufig, aber nicht in allen Fällen, krankhafte Symptome oder verenden, sie scheiden aber in jedem Fall Virus mit dem Kot aus. Da auch Hunde und Katzen mit ihren Pfoten oder ihrem Fell das Virus weitertragen können, gilt in den ausgewiesenen Gebieten Anleinpflicht für Hunde, sowie Freigangsverbot für Hauskatzen.

Die Jagd auf Federwild ruht im Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet.

Spaziergänger und sonstige Erholungssuchende
Da am Schuhwerk anhaftender virushaltiger Kot leicht weitergetragen wird und unter Umständen zur Weiterverbreitung des Virus beiträgt, sollten mit Kot verunreinigte Stellen und Bereiche, an denen sich Wasservögel vermehrt aufhalten, gemieden werden. Nach dem Ausflug in die betroffenen Gebiete sollten Spaziergänger ihr Schuhwerk gründlich säubern.

Damit befallene Vögel den Geflügelpesterreger nicht auf andere Teiche verbringen, sollten Wildvögel möglichst nicht aufgetrieben oder am Gewässer gestört oder beunruhigt werden. Im Flugradius der Wildgänse befinden sich Gebiete wie der Tierpark Olderdissen oder die Stauteiche, die bisher von der Geflügelpest noch nicht betroffen sind und die vor einem Neueintrag geschützt werden sollen!

Allgemeine Schutzmaßnahmen gegen die Vogelgrippe (syn. Geflügelpest)
Nach der Geflügelpestverordnung sind folgende Schutzmaßnahmen zu beachten: Alle Geflügelhalterinnen und -halter im Stadtgebiet sind verpflichtet, sich und ihren Bestand bei der Tierseuchenkasse NRW registrieren zu lassen. Die Tiere dürfen nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sind für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren. Treten in einem Geflügelbestand vermehrt Verluste auf oder kommt es zu einer erheblichen Veränderung der Legeleistung oder Gewichtszunahme, hat der Tierhalter unverzüglich durch einen Tierarzt das Vorliegen einer Infektion durch geeignete Untersuchungen ausschließen zu lassen.

Die im November 2016 angeordnete Stallpflicht für Geflügel in Bielefeld bleibt weiterhin bestehen.

Was bedeutet Stallpflicht
Bei der angeordneten Stallpflicht spielt es keine Rolle, wie viel Geflügel jemand hat, auch einzelne Tiere gehören in einen geschlossenen Stall. Als geschlossen gilt ein Stall, wenn er über vier Wände und ein Dach verfügt. Bei der Haltung in Volieren muss sichergestellt werden, dass von oben kein Kot von Zugvögeln in den Auslauf fallen kann. Die Seiten sind darüber hinaus z. B. mit Netzen so zu sichern, dass ein Kontakt zu Wildvögeln nicht möglich ist.

Zusatzinfos
In Bielefeld sind rund 500 Geflügelhaltungen registriert mit insgesamt etwa 40.000 Tieren. Von den zusätzlichen Schutzmaßnahmen betroffen sind aktuell 82 registrierte Halter mit insgesamt 1600 Tieren im Sperrbezirk, sowie 151 Halter mit insgesamt 3600 Tieren im Beobachtungsgebiet.

Das Vogelgrippevirus H5N8 ist nach bisherigen Erkenntnissen nicht auf den Menschen übertragbar.


Kontakt

Gesundheits- Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt
Dr. H.-H. Jostmeyer
Tel. 0521 51-6649
E-MailE-Mail


Verendet aufgefundene Wildvögel können dem BürgerServiceCenter unter Tel. 0521 / 51-0 gemeldet werden.




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