Tierseuchenbekämpfung


Stallpflicht ab Dienstag, 21. März, aufgehoben

20.03.2017
Die Stallpflicht für Geflügel und die zusätzlichen Maßnahmen im Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet um den Obersee werden ab Dienstag, 21. März 2017, aufgehoben.

Nach der am Montag, 20. März 2017, veröffentlichten PDF-Dokument Aufhebung der Tierseuchen-Allgemeinverfügung vom 23.11.2016, mit der die Stallpflicht für Geflügel angeordnet wurde, darf Geflügel wieder stadtweit die Haltung im Freien genießen.

Zeitgleich wird dann die Allgemeinverfügung vom 27.02.2017 aufgehoben, mit der ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet um den Obersee festgelegt wurden. Daraufhin darf die Hundefreilauffläche an der Stiftsmühle wieder bestimmungsgemäß genutzt werden, und Katzen müssen nicht mehr dauerhaft im Haus gehalten werden.

Verlauf
Anfang November 2016 wurden die ersten Nachweise der Geflügelpest bei Wildvögeln durch das hochpathogene Influenza A Virus vom Subtyp HPAI H5 N8 in Schleswig-Holstein und am Bodensee nachgewiesen. Inzwischen hat sich daraus ein Seuchenzug entwickelt, der alle Regionen Deutschlands einschließlich der Stadt Bielefeld betroffen hat.

Die „hochpathogene Geflügelpest Influenza A H5 N8” wurde bei 16, der zwischen dem 23. Januar und 17. Februar 2017 verendeten Wildvögeln (Gänse, Schwäne, Krähe, Graureiher Blesshuhn), überwiegend im Bereich des Obersees nachgewiesen. Die Anzahl der an Geflügelpest verendeten Vögeln war deutlich höher als die Zahl der Nachweise, da nicht alle als verendet gemeldeten Vögel untersucht wurden oder gefunden werden konnten. Mehr als 2/3 der ständig am Obersee lebenden Gänse und Schwäne sind an der Geflügelpest verendet.

In anderen Regionen Deutschlands, insbesondere in Niedersachsen und in Mecklenburg-Vorpommern, und Europas hat sich das Seuchengeschehen noch nicht beruhigt. Die für den Tierpark Olderdissen vorgesehenen Vorsichtsmaßnahmen werden daher noch nicht aufgehoben.

Geflügelpest - Stallpflicht für sämtliches Geflügel

08.02.2017
Im gesamten Stadtgebiet der Stadt Bielefeld gilt seit Freitag, 25. November 2016, Stallpflicht für sämtliches Geflügel. Die entsprechende PDF-Dokument  [30 KB]Tierseuchenverfügung wurde am 23.11.2016 erlassen. Diese Anordnung ergeht als reine Vorsichtsmaßnahme, um einer Ansteckung des in Bielefeld gehaltenen Geflügels mit dem Virus der Geflügelpest vorzubeugen.
Der aktuell nachgewiesene Erreger hat ausschließlich Vögel (vor allem Wassergeflügel und Greifvögel) befallen. Es gibt keine Hinweise auf Ansteckungen von Menschen, weder durch Kontakt noch durch Verzehr von Geflügelfleisch.
Mit der stadtweiten Pflicht zur Aufstallung soll die Übertragung des unter Wildvögeln inzwischen weit verbreiteten, hochansteckenden Geflügelpesterregers vom Typ H5N8 von Hausgeflügel verhindert werden. Nachdem auch bei Wildvögeln in Bielefeld das Virus nachgewiesen worden ist, kann die Übertragung der Geflügelpest durch Wildvögel auf privat oder gewerblich gehaltenes Geflügel nicht ausgeschlossen werden.
Die Stallpflicht gilt bis auf weiteres für sämtliches Geflügel im Sinne der Geflügelpestverordnung (Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse).

Außerdem hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft am 18. November 2016 wegen der akuten Geflügelpest-Seuchensituation eine Eilverordnung zu Biosicherheitsmaßnahmen für alle Geflügelbetriebe erlassen. Diese Verordnung regelt, dass Vorschriften der Geflügelpestverordnung, die bisher nur für große Geflügelhaltungen galten, ab heute bei sämtlichen Geflügelhaltungen einzuhalten sind.
Entscheidende Punkte dieses Maßnahmenkatalogs sind: Die Ställe sind gegen unbefugtes Betreten zu sichern. Beim Betreten der Ställe ist Schutzkleidung anzulegen. Futter, Einstreu und Gegenstände, die mit dem Geflügel in Berührung kommen können, sind so zu lagern, dass kein Kontakt mit Wildvögeln möglich ist. Zudem sollten Geflügelbesitzer ihre Tiere genau im Blick haben und Veränderungen wie etwa hohe Verluste bei den Tieren oder ein Absinken der Legeleistung durch ihren Tierarzt abklären lassen. Geflügelhalter sollten die im Merkblatt beschriebenen PDF-Dokument  [45 KB]Verhaltensregeln beachten.
Anzeigepflicht von Geflügelbeständen
Damit im Seuchenfall die Geflügelhalter informiert und die erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen schnell und effektiv umgesetzt werden können, ist eine Registrierung der Geflügelhaltung bei der Tierseuchenkasse NRW und beim Veterinäramt der Stadt Bielefeld erforderlich. Die Anzeigepflicht gilt unabhängig von der Anzahl der gehaltenen Tiere und ihrem Nutzungszweck – auch Hobbyhaltungen sind zu melden. Wer seinen Geflügelbestand bisher noch nicht gemeldet hat, wird hiermit aufgefordert, seiner Meldepflicht umgehend nachzukommen. Nur wenn diese Meldungen erfolgen, ist eine reibungslose Tierseuchenbekämpfung möglich und es besteht im Ernstfall Anspruch auf Leistungen der Tierseuchenkasse.
In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass im Falle eines Ausbruches der Geflügelpest ein Anspruch auf finanzielle Entschädigung durch die Tierseuchenkasse NRW nur dann besteht, wenn der Tierbesitzer seinen gesetzlichen Verpflichtungen, insbesondere der Tierzahlmeldung und Beitragszahlung, ordnungsgemäß nachgekommen ist.
Das Veterinäramt bittet alle Geflügelhalter ausdrücklich, ihre Bestände sorgfältig zu beobachten und bei unklaren/vermehrten Krankheits- oder Todesfälle innerhalb eines kurzen Zeitraums, erhebliche Veränderung der Legeleistung oder der die Ursache durch einen Tierarzt abklären zu lassen und das Veterinäramt der Stadt Bielefeld darüber in Kenntnis zu setzen.

Umgang mit toten Wildvögeln
Sollten Bürgerinnen und Bürger tote Vögel finden, die ersichtlich zum Beispiel nicht durch Verkehrsunfälle oder Scheibenanflüge ums Leben gekommen sind, ist das Veterinäramt unter Tel. 0521 51-2253 oder 0521 51-0 zu informieren.
Laut Mitteilung des FLI sind bisher keine Fälle von HPAIV H5N8 Infektionen beim Menschen bekannt. Verlässliche Aussagen zur Virulenz des Erregers für den Menschen sind derzeit noch nicht möglich, da sich das Virus verändert haben könnte.
Auch wenn keine Hinweise auf eine Übertragbarkeit der H5N8 Infektion auf Menschen vorliegen, sollten verendete Tiere grundsätzlich nur mit Schutzhandschuhen angefasst werden.
Der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich. Selbst bei einer Infektion von Hausgeflügelbeständen ist für den Verbraucher keine Gefahr zu erwarten, weil das Virus bereits bei +70° Celsius - und damit bei der üblichen küchenmäßigen Zubereitung - sicher abgetötet wird.

Weitere Informationen



Tiere im Reiseverkehr

Verschiedene Nicht- EU- Länder verlangen bei der Einreise mit Haustieren eine amtliche Gesundheitsbescheinigung.
Für die Rückreise aus diesen Ländern ist in der Regel neben einer in den EU- Heimtierausweis eingetragenen gültigen Tollwutimpfung und der Chipkennzeichnung des Tieres eine Tollwutantikörpertiterbestimmung erforderlich. Welche Anforderungen je nach Reiseland genau zu erfüllen sind, können Sie telefonisch erfragen.
Für das Ausstellen einer Gesundheitsbescheinigung vereinbaren Sie bitte einen Termin und bringen folgende Unterlagen mit: gültigen Impfausweis bei Hund, Katze oder Frettchen; ggf. Ergebnis der Tollwutantikörpertiterbestimmung.

Für Pferde und Nutztiere ist auch beim Verbringen innerhalb der EU eine amtliche Gesundheitsbescheinigung vorzulegen.

Beseitigung von Tieren

Eine wichtige Vorbeugemaßnahme gegen den Ausbruch von Tierseuchen ist die ordnungsgemäße Beseitigung oder Verarbeitung von tierischen Nebenerzeugnissen. Dies sind u.a. verendete Tiere, Schlachtabfälle, Speiseabfälle aus Gaststätten und vergleichbaren Betrieben und alle Stoffe, die eine Infektion weitertragen können. Durch die Verfütterung von unbehandelten tierischer Bestandteilen und Speiseabfällen können bedeutende Tierseuchen wie Schweinepest, Geflügelpest, Maul- und Klauenseuche u.a. übertragen werden. Diese Erzeugnisse sind daher so zu beseitigen, dass die Gesundheit von Mensch und Tier, die Verunreinigung von Gewässer, Boden und Futtermitteln schädliche Einwirkungen auf die Umwelt nicht entstehen und die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet oder gestört werde. Die Tierkörperbeseitigungsanstalten und anderen Beseitigungsbetriebe werden dazu speziell zugelassen.

In der Tierkörperbeseitigungsanstalt werden alle anfallenden Stoffe zerkleinert und bei 3 Bar für 20 Minuten auf 130 ° C erhitzt. Die Verarbeitungsprodukte werden anschließend zur Energiegewinnung eingesetzt (Verbrennung oder Biogasgewinnung).
Die Abholung von in Bielefeld verendeten Hunden Katzen oder anderen Tieren erfolgt durch die Tierkörperbeseitigungsanstalt „SecAnim GmbH” nach telefonischer Anmeldung
Tel.: 02306 9270921.

Ihr gestorbenes Haustier (Hund, Katze, Kaninchen, etc.) können Sie unter Umständen auch beerdigen.

Wenn Ihnen ein Grundstück zur Verfügung steht:
und Sie der Eigentümer sind, dürfen Sie einzelne Tiere (Haustiere) auf Ihrem Grundstück vergraben
Wenn Sie nicht Eigentümer sind, dürfen Sie mit Genehmigung Ihres Eigentümers einzelne Tiere (Haustiere) auf dem Grundstück vergraben.
Dabei müssen Sie folgende Vorschriften beachten:

1. Auf Grundstücken, die sich in einem Wasserschutzgebiet befinden, dürfen grundsätzlich keine Tierkörper begraben werden.
2. Die Tierkörper müssen min. 50 cm unter der Erdoberfläche vergraben werden.
3. Die Tierkörper dürfen nicht in der Nähe von öffentlichen Wegen vergraben werden.

Wenn Ihnen kein Grundstück zur Verfügung steht:
In Bielefeld besteht auch die Möglichkeit ihr verstorbenes Tier auf dem Heimtierfriedhof bestatten zu lassen.


Kontakt

Gesundheits-, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt

Dr. K. Borgsen
Tel. 0521 51-6392
E-MailE-Mail

Dr. A. Hoppe
Tel. 0521 51-3851
E-MailE-Mail