Tierseuchenbekämpfung


Nachweis von Staupe

Stand: 12. Juni 2017
Bei einem Hundewelpen aus Bielefeld Jöllenbeck wurde die hochansteckende Staupe nachgewiesen. Der erkrankte Kangal-Welpe kam Ende Mai aus der Türkei nach Bielefeld. Er wurde vom Züchter im Alter von ungefähr fünf Wochen viel zu früh von der Mutterhündin abgesetzt und ohne Impfschutz an den Bielefelder Käufer abgegeben. Dieser transportierte den Welpen nach einem Verwandtenbesuch in der Türkei mit dem PKW nach Bielefeld.

Kurz nach der Einreise brach die Staupe bei dem mittlerweile acht Wochen alten Welpen aus und der Hund zeigte bei der Vorstellung in der Tierarztpraxis deutliche Verhaltensauffälligkeiten (zentralnervöse Form der Staupe). Das Tier wurde wegen fehlender Heilungsaussicht nach Feststellung der Staupe am 7. Juni eingeschläfert.

Gegen den Halter des Kangal-Welpen wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet, da die bei der Einfuhr von Hunden aus der Türkei nach Deutschland zu beachtenden tierseuchenrechtlichen und tierschutzrechtlichen Bestimmungen (Impfung gegen Tollwut im Alter von mindestens 12 Wochen, Blutuntersuchung auf Antikörper gegen die Tollwut frühestens 30 Tage nach der Impfung und mindestens drei Monate vor der Einreise) missachtet wurden.

Staupe ist eine hochansteckende Virusinfektion bei Hunden und Wildtieren wie Marder, Fuchs und Waschbär. Katzen können nicht an Staupe erkranken. Das Staupevirus wird über die Körperflüssigkeiten (Speichel, Urin usw.) übertragen. Hunde, die sich mit dem Staupevirus infizieren, haben kaum Chancen auf eine Heilung. Regelmäßige Impfungen gegen das Staupevirus bieten einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung. Besondere tierseuchenrechtliche Schutzmaßnahmen werden bei einer Staupevirusinfektion nicht eingeleitet. Ob andere Hunde in Jöllenbeck durch den Kangal-Welpen infiziert wurden, ist bisher nicht bekannt.

Nach Einschätzung des Gesundheits-, Veterinär und Lebensmittelüberwachungsamtes zeigt der Fall deutlich die Risiken einer illegalen Einfuhr von sehr jungen und transportgeschwächten Welpen. Eine legale Einfuhr von Hunden ist aus Ländern mit Tollwutfällen, wie der Türkei oder Serbien, aufgrund der tierseuchenrechtlichen Anforderungen frühestens sieben Monate nach der Geburt möglich, aus tollwutfreien Ländern ist die Einfuhr geimpfter und Chip-gekennzeichneter Hunde frühestens im Alter von vier Monaten möglich.

Welpen sollten grundsätzlich die ersten acht Lebenswochen bei der Hündin verbleiben. Beim Kauf von jungen Welpen sollte jeder Käufer, insbesondere bei Angeboten auf Internetplattformen, darauf bestehen, die Mutterhündin der Welpen zu sehen. Nur so kann weitgehend ausgeschlossen werden, dass es sich nicht um illegal eingeführte Tiere handelt.


Tiere im Reiseverkehr

Verschiedene Nicht- EU- Länder verlangen bei der Einreise mit Haustieren eine amtliche Gesundheitsbescheinigung.
Für die Rückreise aus diesen Ländern ist in der Regel neben einer in den EU- Heimtierausweis eingetragenen gültigen Tollwutimpfung und der Chipkennzeichnung des Tieres eine Tollwutantikörpertiterbestimmung erforderlich. Welche Anforderungen je nach Reiseland genau zu erfüllen sind, können Sie telefonisch erfragen.
Für das Ausstellen einer Gesundheitsbescheinigung vereinbaren Sie bitte einen Termin und bringen folgende Unterlagen mit: gültigen Impfausweis bei Hund, Katze oder Frettchen; ggf. Ergebnis der Tollwutantikörpertiterbestimmung.

Für Pferde und Nutztiere ist auch beim Verbringen innerhalb der EU eine amtliche Gesundheitsbescheinigung vorzulegen.

Beseitigung von Tieren

Eine wichtige Vorbeugemaßnahme gegen den Ausbruch von Tierseuchen ist die ordnungsgemäße Beseitigung oder Verarbeitung von tierischen Nebenerzeugnissen. Dies sind u.a. verendete Tiere, Schlachtabfälle, Speiseabfälle aus Gaststätten und vergleichbaren Betrieben und alle Stoffe, die eine Infektion weitertragen können. Durch die Verfütterung von unbehandelten tierischer Bestandteilen und Speiseabfällen können bedeutende Tierseuchen wie Schweinepest, Geflügelpest, Maul- und Klauenseuche u.a. übertragen werden. Diese Erzeugnisse sind daher so zu beseitigen, dass die Gesundheit von Mensch und Tier, die Verunreinigung von Gewässer, Boden und Futtermitteln schädliche Einwirkungen auf die Umwelt nicht entstehen und die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährdet oder gestört werde. Die Tierkörperbeseitigungsanstalten und anderen Beseitigungsbetriebe werden dazu speziell zugelassen.

In der Tierkörperbeseitigungsanstalt werden alle anfallenden Stoffe zerkleinert und bei 3 Bar für 20 Minuten auf 130 ° C erhitzt. Die Verarbeitungsprodukte werden anschließend zur Energiegewinnung eingesetzt (Verbrennung oder Biogasgewinnung).
Die Abholung von in Bielefeld verendeten Hunden Katzen oder anderen Tieren erfolgt durch die Tierkörperbeseitigungsanstalt „SecAnim GmbH” nach telefonischer Anmeldung
Tel.: 02306 9270921.

Ihr gestorbenes Haustier (Hund, Katze, Kaninchen, etc.) können Sie unter Umständen auch beerdigen.

Wenn Ihnen ein Grundstück zur Verfügung steht:
und Sie der Eigentümer sind, dürfen Sie einzelne Tiere (Haustiere) auf Ihrem Grundstück vergraben
Wenn Sie nicht Eigentümer sind, dürfen Sie mit Genehmigung Ihres Eigentümers einzelne Tiere (Haustiere) auf dem Grundstück vergraben.
Dabei müssen Sie folgende Vorschriften beachten:

1. Auf Grundstücken, die sich in einem Wasserschutzgebiet befinden, dürfen grundsätzlich keine Tierkörper begraben werden.
2. Die Tierkörper müssen min. 50 cm unter der Erdoberfläche vergraben werden.
3. Die Tierkörper dürfen nicht in der Nähe von öffentlichen Wegen vergraben werden.

Wenn Ihnen kein Grundstück zur Verfügung steht:
In Bielefeld besteht auch die Möglichkeit ihr verstorbenes Tier auf dem Heimtierfriedhof bestatten zu lassen.


Kontakt

Gesundheits-, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt

Dr. K. Borgsen
Tel. 0521 51-6392
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Dr. A. Hoppe
Tel. 0521 51-3851
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