Rückblick: Frühere Preisträgerinnen und Preisträger


2015

Motto „Flüchtlinge integrieren – ein Gewinn für Bielefeld!”
1. Die Initiative "Geflüchtete willkommen in Bielefeld"
  Der Blog "Geflüchtete willkommen in Bielefeld" und die danach benannte Facebook-Seite sind auf Initiative von Janina Hirsch, Michael Gugat und anderen aus dem Bielefelder "Bündnis gegen Rechts" entstanden. Vielfältige Aktivitäten laufen hinter den öffentlich wirksamen Aktionen, wie z. B. "Farbe für die Teichsheide", Willkommenspakete, Willkommensfest in der Eisenbahnstraße, Teilnahme am Run and Roll Day 2015 gemeinsam mit Flüchtlingen. Die inzwischen über 3.000 Mitglieder der Initiative beraten, organisieren, vernetzen – kleine Anfragen werden von den Gruppenmitgliedern untereinander geklärt, Transporte für Sachspenden werden organisiert, jedes Mitglied kann seine Fähigkeiten und Ideen einbringen.
2 „Café WELCOME" - Bielefelder heißen Willkommen.
  Die private Initiative ist aus der Initiative „Geflüchtete willkommen in Bielefeld” entstanden. Das Café gewährleistet bei der großen Zahl von Flüchtlingen, die Bielefeld derzeit erreichen, dass die Menschen während zum Teil unvermeidbaren, längeren Wartens sofort und angemessen mit den nötigen Lebensmitteln versorgt werden. Seit Beginn des Engagements sind täglich Mitglieder der "Hilfstruppe" an der ZAB vor Ort, um Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Kleidung zu versorgen und zu erkunden, woran es den Geflüchteten womöglich sonst noch mangelt, um darauf gegebenenfalls schnell, pragmatisch und unbürokratisch zu reagieren und Abhilfe zu schaffen.
3. ASB – Regionalverband Ostwestfalen-Lippe e.V. (ASB OWL) –
  Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) OWL betreut mit seinem Regionalverbandsgeschäftsführer Ingo Schlotterbeck an der Spitze seit August die „neue Flüchtlingsunterkunft `Oldentruper Hof´” (= Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes NRW) mit fast 500 dort untergebrachten Menschen. Auch die Versorgung von Notunterkünften (2 Turnhallen) in Bielefeld, in denen Flüchtlinge untergebracht wurden, hat der ASB unbürokratisch, engagiert, kompetent und mit Hilfe unzähliger ehrenamtlich tätiger Menschen sichergestellt. Dem ASB ist es auch aufgrund seiner Historie ein ausdrückliches Anliegen, Menschen in besonderen Notlagen, ohne Ansehen der politischen, ethnischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit zu unterstützen.
4. Jutta Küster
  Frau Küster, Journalistin (zuletzt Radio Bielefeld), engagiert sich ehrenamtlich und in vielfältiger Weise u. a. im Bereich der Flüchtlingshilfe. Sie ist Initiatorin und Unterstützerin diverser Kampagnen, die in Bielefeld ankommenden Geflüchteten einen würdigen Empfang bereiten sollen. Durch ihr Engagement nimmt sie wiederum andere Engagierte mit und motiviert sie, sich mit ihren jeweiligen Möglichkeiten zu beteiligen. Frau Küster steht als Integrationspreisträgerin auch stellvertretend für die zahlreichen Menschen in Bielefeld, die sich gleichermaßen mit hohem persönlichem Einsatz einer großen gesellschaftlichen Herausforderung stellen.
5. Tabula e.V. Bürgerinitiative für Bildung mit dem Flüchtlingsprojekt „EinLeben”
  TABULA e.V. ist eine Bielefelder Bürgerinitiative für mehr Bildungsgerechtigkeit. Aufgrund der Zuwanderung von immer mehr Flüchtlingskindern und -jugendlichen in Bielefeld hat die Initiative beschlossen, sich verstärkt auch für diese Kinder und Jugendlichen einzusetzen. Studierende, pensionierte Lehrkräfte aller Schulformen und viele andere engagierte Ehrenamtliche bringen sich seitdem über Tabula e. V. schwerpunktmäßig auch für die jungen Menschen ein, die erst sehr kurz in der Stadt verweilen – oft ohne Familienangehörige - und noch keinen Platz in einer für sie Schule oder einem Berufsorientierungsangebot haben. Adressaten sind ebenso Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien, die bereits einer Schule zugewiesen wurden und Hilfe benötigen.
6. Bielefelder Engagement für Flüchtlinge, Sprach-AG Jöllenbeck (im Rahmen des Projektes „BEFlügelt” - Bielefelder Engagement für Flüchtlinge)
  Seit Januar 2015 engagiert sich die Sprach-AG in der niedrigschwelligen Sprachvermittlung für geflüchtete Menschen. Ziel ist es, innerhalb und außerhalb eines Unterrichts erste alltagsrelevante Sprachkenntnisse zu vermitteln. Zwischenzeitlich ist aus dem „Deutschlernen” allerdings mehr geworden: Angespornt durch gewachsene persönliche Bindungen helfen die ehrenamtlich Tätigen neu in Bielefeld Ankommenden, den ungewohnten Alltag zu meistern: So kümmern sich um einen Kita-Platz, begleiten bei Arztbesuchen, helfen bei der Kommunikation mit Behörden, freuen sich mit den Eltern bei der Einschulung ihrer Kinder und vieles mehr. Die gemeinsamen Erfahrungen aus dem Alltag werden wieder in das Sprachangebot integriert.


2014

Motto: „… (an)gekommen! Die Welt in Bielefeld - Ein Gewinn für alle!"
1. Dilek Dogan-Alagöz engagiert sich in der Zufluchtsstätte des Mädchenhauses, in der sozialpsychiatrischen Eingliederungshilfe und im Frauennotruf Bielefeld und setzt sich vor allem für die Belange von Menschen mit Migrationshintergrund ein. Neben ihrer hauptamtlichen Tätigkeit im Frauennotruf Bielefeld e.V. arbeitet sie in der Quartiersbetreuung im Ostmannturmviertel, fungiert als Referentin zum Thema Prävention von sexualisierter Gewalt gegen Mädchen und Jungen im Verein EigenSinn und als ehrenamtliche Begleitung in der Altenhilfe, leitet eine Selbsthilfegruppe für türkischsprachige Frauen mit psychischen Belastungen.
2. Augustin Kwamo-Kamdem, seit 34 Jahren beim DSC Arminia Bielefeld aktiv, ist die gute Seele der Fußballjugend des DSC. Er war bereits als Trainer von den Minis bis zur A-Jugend aktiv, hat für die zweite Mannschaft selbst die Stiefel geschnürt, hatte als Mitglied des Ehrenrates für kurze Zeit den Posten des Vizepräsidenten inne. Aktuell ist der sechzigjährige Coach der U10 (Almbuben), Leiter der Gesamtjugendabteilung im Verein und weiterhin Mitglied im Ehrenrat.
3. Dr. Faraj Remmo erhält den Bielefelder Integrationspreis 2014 wegen seines beruflichen und ehrenamtlichen Engagements in Fragen der interkulturellen und politischen Bildung, seines nimmermüden Einsatzes für mehr interkulturelle Orientierung und Öffnung unterschiedlichster Institutionen und Einrichtungen, für seinen Einsatz für interkulturelle, diskursive Prozesse der Toleranz, Akzeptanz und Verständigung, für seine Unterstützung von Migrantenvereinen und deren Weiterentwicklung.
4. Aleksandra Magdalena Rybak hat sich in besonderer Weise um das Miteinander von deutschen und ausländischen Studierenden verdient gemacht. Schwerpunkte sind der Einsatz für international Studierende, für die Mitentwicklung und den Aufbau eines Austauschprogramms zwischen dem Fachbereich Germanistik der PH in Rzeszów und der Universität Bielefeld, für die Koordinierung und Organisation von Integrationsprogrammen im Rahmen der Erasmus-Initiative, des Brother-Sister-Mentoringprogramms und für ihr zusätzliches Engagement bei der Deutsch-Polnischen Gesellschaft.


2013

Motto „Integration in (im) Betrieb”
1. Preis: Ausbildungswerkstatt der Firma Gestamp Umformtechnik GmbH in Bielefeld-Brackwede
Die Ausbildungswerkstatt erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis wegen ihres langjährigen regionalen und stadtbezirksbezogenen Ausbildungs-, Kooperations- und Inklusionskonzeptes zugunsten junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, das sich nicht ausschließlich auf die fachliche Ausbildung beschränkt, sondern auch den persönlichen und sozialen Bereich der Auszubildenden und individuelle Fördermöglichkeiten erkennt und aufgreift.

2. Preis: Friseurgeschäft Bettina Niese in Bielefeld-Stieghorst
Das Friseurgeschäft mit seiner Inhaberin, Bettina Niese, an der Spitze wurde mit einem Integrationspreis (Preisgeld: 3.000 Euro) wegen des hohen persönlichen Engagements und der außergewöhnlichen individuellen Unterstützung, Begleitung und Förderung junger Frauen mit Migrationshintergrund mit dem Ziel beruflicher Ausbildung und Qualifizierung gewürdigt.

3. Preis: EDEKA Niehoff Bielefeld, Herr Jörg Niehoff, Große Kurfürstenstraße, 33615 Bielefeld-Mitte
Schließlich wurde die EDEKA-Lebensmittelfiliale Jörg Niehoff wegen ihres Einsatzes zur Förderung junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund mit dem Ziel beruflicher Ausbildung und Integration in ein Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einem Integrationspreis (Preisgeld: 2.000 Euro) ausgezeichnet.

Die siebenköpfige Jury entschied sich wie in den Vorjahren auch für die Verleihung eines Ehrenpreises, dotiert mit 1.000 Euro, an Dipl. Ing. Cemalettin Özer, geschäftsführender Gesellschafter der Mozaik gGmbH in Bielefeld, für sein langjähriges Engagement zur Implementierung interkultureller Bildungs- und Beratungsprojekte und zur (Weiter-)Entwicklung von Lösungen zur Einbindung von Migrantenorganisationen vor allem in Bildungs- und Arbeitsmarkt-Netzwerke.

2012

Motto „Integration fängt klein an!”
Die Preise wurden in folgender Staffelung verliehen an

»1. Preis
Städtische KiTa Windflöte, Bielefeld-Senne (Preisgeld: 5.000 Euro)

»2. Preise
Frau Belkis Bilgi (Preisgeld: 2.500 Euro), Initiatorin und Begleiterin türkischsprachiger Selbsthilfegruppen für Frauen

Universität Bielefeld - Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft - (Preisgeld: 2.500 Euro) mit dem Förderprojekt „Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler nicht deutscher Herkunftssprachen” (FörBi).

Die siebenköpfige Jury entschied sich außerdem für die Verleihung eines Ehrenpreises, dotiert mit 1.000 Euro, für Klaus Rees, Fraktionsvorstand, Ratsmitglied, Fraktionsgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen in Bielefeld, für sein langjähriges Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung und Rechtsextremismus und für seinen vorbildlichen Einsatz im Bielefelder „Bündnis gegen Rechts”.

2011

Motto „Integration macht Freu(n)de”
Die Preise wurden in folgender Staffelung verliehen an
  • den Shademakers Carnival Club e. V. Bielefeld und das Welthaus Bielefeld für deren langjähriges Engagement im Zusammenhang mit der Organisation und Veranstaltung des Bielefelder „Carnival der Kulturen” und ihrer kulturellen Bildungs- und Integrationsarbeit (Dotation: 5.000 Euro)
  • die Initiative „Bielefelder Trialog” von evangelischen und katholischen Christen, Juden und Muslimen, die wegen ihres vorbildlichen ehrenamtlich initiierten und getragenen Engagements zur Förderung des gegenseitigen Verstehens zwischen Menschen der drei abrahamitischen Religionen und der Förderung des respektvollen Miteinanders unterschiedlicher Kulturen und Religionen in der Stadt geehrt wurden (Dotation: 3.000 Euro),
  • und den VfB Fichte Bielefeld e.V., Abteilung Leichtathletik – vertreten durch die Abteilungsleiterin Kerstin Poltrock und den Sportlichen Leiter Heinz Klatt –, die einen Preis aufgrund ihres langjährigen, hohen Engagements bei der Integration junger Menschen in den Sport und in die Schule (Dotation: 1.000 Euro).
Die siebenköpfige Jury entschied sich außerdem für die Verleihung eines Ehrenpreises, dotiert mit 1.000 Euro, für die Sprechlehrerin Frauke Matthes, die für ihre jahrzehntelange persönliche Unterstützung, Förderung und Begleitung junger Menschen und für ihr Wirken um Chancengleichheit bei der Teilhabe junger Menschen mit Migrationshintergrund in Ausbildung, Studium und Beruf geehrt wurde.

2010

Motto: „Integration kommt nicht von allein. Man muss etwas dafür tun.” (Johannes Rau)
2010 hatte sich die Jury für einen 1. Preis, zwei 2. Plätze und einen Sonderpreis entschieden:

»1. Preis
Brüder-Grimm-Schule
Offene Ganztagsschule (OGS)
Bielefeld-Sennestadt

»Zweite Plätze
• EigenSinn e.V.
Prävention von sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen
• Sprachpaten OWL e. V.
Individuelle Hilfe für sprachbenachteiligte Kinder in OWL

»Sonderpreis
Ebru Karliyol, Laila Misto Abdo, Ebru Aslan, Tamara Alschrou
Hauptschülerinnen der Marktschule in Brackwede