„Kommunale Präventionsketten – Kein Kind zurücklassen“

Modellprojekt
Die Stadt Bielefeld hat sich mit Antrag vom 12.12.2011 um die Teilnahme am Modellprojekt: „Kommunale Präventionsketten – Kein Kind zurücklassen”, beworben. Unter mehr als 50 nordrhein-westfälischen Kommunen wurde sie als einer von letztlich 18 Modellstandorten ausgewählt. Damit wurde auch die bislang geleistete präventive Arbeit, z. B. im Elementarbereich, aber auch beim Übergang von der Schule in den Beruf gewürdigt.
Auf Landesebene finden viermal im Jahr sogenannte Lernnetzwerke statt, die den Austausch der Kommunen untereinander zu bestimmten Fragestellungen sicherstellen. Daneben engagiert sich die Stadt Bielefeld in zwei sogenannten Themenclustern, die sich mit den Themen „innovative Finanzierungsmodelle” sowie dem „Sozialraummanagement” beschäftigen.
Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit bis zum 31.12.2015.

Organisatorische Struktur

Damit das Projekt „Kein Kind zurücklassen” eine breite Basis in der Bielefelder Verwaltung aber auch bei den anderen Akteuren, wie freien Trägern, Schulen, politischen Vertretern, etc. findet, wurde im Dezember 2012 eine PDF-Dokument  [188 KB]Lenkungsgruppe eingerichtet, die das Ziel hat, die Präventionskette zu ergänzen, weitere Handlungsschwerpunkte zu erarbeiten, neue Projekte zu initiieren und Netzwerkstrukturen aufzubauen. Hierzu wurden für das Jahr 2013 nachfolgende Fachgruppen gebildet bzw. bestehende Gruppen erweitert:

• Sprachförderung
• Zukünftige Ausrichtung der Schulsozialarbeit
• Modellprojekt „Übergang Kita – Grundschule „KiGs”
• Gesundheit, Ernährung, Bewegung
• Quartiersentwicklung

Bielefelder Präventionskette

Das Jahr 2012 war durch den Aufbau der Projektstruktur und die Analyse der in Bielefeld bereits bestehenden Präventionsangebote und deren Vernetzung geprägt. Hierzu wurde ein intensiver Rechercheprozess initiiert, der in einem ersten Schritt in einer Präventionskonferenz mündete. Hier hat die Verwaltung sowohl eine sogenannte PDF-Dokument  [273 KB]Präventionskette für Bielefeld mit Angeboten für Kinder und Jugendliche von der Geburt bis zum 21. Lebensjahr präsentiert, als auch neue, für Bielefeld innovative Projekte vorgestellt. Die in der Präventionskette aufgenommenen Angebote werden regelmäßig überprüft und ergänzt – zuletzt im Rahmen der Berichterstattung zum „Familienfreundlichen Bielefeld” Anfang 2014.


Aktueller Schwerpunkt: Das KIGS-Projekt

Die aktuellen Projekte unter dem Dach des Modellvorhabens „Kein Kind zurücklassen” nehmen schwerpunktmäßig den PDF-Dokument  [127 KB]Übergang von der Kita in die Grundschule in den Blick und gestalten ihn im Sinne der Kinder weicher. Die angestrebte engere Verzahnung zwischen diesen Bereichen findet sowohl auf der strukturellen wie auch auf der individuellen Ebene statt.

› Das KIGS-Projekt
Der Übergang von der Kita in die Grundschule ist für viele Kinder nicht leicht: Neuer Schulweg, neues - in der Regel größeres - Gebäude, neue Bezugspersonen, eine neue Form des Lernens. In der Kita waren sie „die Großen”, in der Grundschule sind sie auf einmal „die Kleinen”. Das schüchtert nicht wenige Kinder ein und verhindert einen gelungenen Schulstart. Diesen Übergang für die Kinder weicher zu gestalten, das ist das Ziel von KIGS.

Dabei wird eine Gruppe des letzten Kita-Jahrganges in Räumlichkeiten der Grundschule verlagert. Zusätzlich zu den ErzieherInnen kommt eine LehrerIn fünf Stunden in der Woche in die Gruppe und plant gemeinsame Aktivitäten mit den Grundschulkindern. Dabei reicht das Spektrum von der Projektwoche über gemeinsame Sportaktivitäten bis hin zur Weihnachtsfeier. KIGS ist keine Vorschule, aber die kommenden Schulanfänger bekommen die Zeit, sich langsam an die neue Umgebung, die neuen Bezugspersonen und die neuen Lernformen zu gewöhnen. Beim Schulstart können sie sich dann auf die neuen Lerninhalte konzentrieren.

„Das Projekt wird von der Universität Bielefeld evaluiert. Wir wollen belegen, dass ein weicherer Übergang zwischen den beiden Institutionen die Bildungschancen der Kinder erhöht”, so Norbert Wörmann vom Sozialdezernat. Gleichzeitig rücken die Professionen näher zusammen: ErzieherInnen und LehrerInnen arbeiten kollegial zusammen und bringen dabei die Stärken der beiden Institutionen zum Wohle der Kinder ein.

KIGS führt aber auch zu finanziellen Entlastungen bei der Kommune. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter dreijährige Kinder (U3) führt vor allem in den Großstadt-Kitas zu Raumnot. Gleichzeitig stehen aufgrund des demografischen Wandels in einigen Grundschulen Räume leer. Die Verlagerung einer Kita-Gruppe in die Grundschule schafft hier Entlastung. Denn der Neubau einer U3-Gruppe kostet rund 400.000 Euro, der notwendige Umbau in der Grundschule nur rund 40.000 Euro.

Bei den Eltern kommt das neue Modell an seinen zunächst zwei Standorten sehr gut an. Für den zweiten Jahrgang, der im Herbst 2014 beginnt, gab es mehr Anmeldungen als Plätze. Und auch die beteiligten Kitas und Grundschulen äußern sich durchweg positiv.
PDF-Dokument  [1371 KB]Broschüre KIGS - von der KiTa zur Grundschule
PDF-Dokument  [1215 KB]Wissenschaftliche Begleitung des KIGS-Projektes (Zwischenfazit zum ersten Einschulungsjahrgang, Oktober 2015)
PDF-Dokument  [1110 KB]Wissenschaftliche Begleitung des KIGS-Projektes (Abschlussbericht, November 2016)


Kontakt

Büro für Integrierte Sozialplanung und Prävention
Neues Rathaus, 2. Etage,
Flur G
Niederwall 23
33602 Bielefeld
Werner Wörmann
Tel. 0521 51-3648