Glossar

Im Glossar werden zentrale Fachbegriffe aus den Bereichen Demographie und Statistik erläutert.
A
Altenquotient

Der Altenquotient stellt das Verhältnis der 65-Jährigen und Älteren zu den 20- bis unter 65-Jährigen in einem Gebiet dar. Ein Quotient von 50 drückt aus, dass 50 Personen im Alter von 65 Jahren und älter insgesamt 100 Personen im Alter von 20 bis unter 65 Jahren gegenüber stehen.

Arbeitslose
Als Arbeitslose werden Personen bezeichnet, die gar nicht oder weniger als 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sind, aber eine versicherungspflichtige zumutbare Beschäftigung suchen und ausüben können. Sie müssen das 15. Lebensjahr vollendet, aber noch nicht die Regelaltersgrenze zur Rente erreicht haben. Arbeitsunfähige Erkrankte und Teilnehmerinnen und Teilnehmer an arbeitspolitischen Maßnahmen werden aus der Arbeitslosenstatistik ausgeschlossen. Personen sind langzeitarbeitslos, wenn sie seit einem Jahr oder länger arbeitslos gemeldet sind.

Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote ist das Verhältnis von registrierten Arbeitslosen zu Erwerbspersonen. Erwerbspersonen können unterschiedlich definiert werden: Am häufigsten ist der Bezug auf alle zivilen Erwerbspersonen, also der Summe aus allen abhängigen zivilen Erwerbstätigen, Selbstständigen, mithelfenden Familienangehörigen sowie Arbeitslosen.
Werden nur die abhängig zivilen Erwerbspersonen betrachtet, so bezieht die Quote sich auf alle (auch geringfügig) Beschäftigten inkl. Auszubildende und Beamten sowie Arbeitslosen.

B
Bedarfsgemeinschaft

Mit dem Begriff der Bedarfsgemeinschaft bezeichnet der Gesetzgeber, dass Personen im selben Haushalt leben und gemeinsam wirtschaften. Nach § 7 des SGB II besteht eine Bedarfsgemeinschaft aus mindestens einer/einem erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sowie gegebenenfalls dem Ehe- oder Lebenspartner im Haushalt, den im Haushalt lebenden Eltern eines unverheirateten erwerbsfähigen Kindes unter 25 Jahren und dem Haushalt angehörende unverheiratete Kinder der bisher genannten Personen, wenn sie unter 25 Jahre alt sind und ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen bestreiten können.

Beschäftigte
Als sozialversicherungspflichtig bzw. geringfügig beschäftigt gilt eine Person, wenn für ihre Beschäftigung eine Arbeitgebermeldung zur Sozialversicherung vorliegt, die Arbeit in mindestens einem Zweig der Sozialversicherung versicherungspflichtig ist, es sich um eine abhängige Beschäftigung handelt und sie mindestens eine Stunde pro Woche arbeitet.

Beschäftigungsquote
Die Beschäftigungsquote bezeichnet den prozentualen Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (am Wohnort) an der Bevölkerung im jeweils angegebenen Alter (z. B. 15 - 64 Jahre).

Betroffenheitsquote
Die Betroffenheitsquote gibt an, wie viel Prozent der Bevölkerung von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Dabei wird die Zahl der Arbeitslosen nicht auf die Gesamtbevölkerung bezogen, sondern auf alle Personen im sogenannten „erwerbsfähigen Alter”. Hierbei sind unterschiedliche Altersabgrenzungen möglich. Die Untergrenze kann z.B. bei 15, 18 oder 20 Jahren liegen, die Obergrenze bei 64 oder 66 Jahren.

Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerungsentwicklung gibt an, wie sich die Bevölkerungszahl und -struktur in einem bestimmten Gebiet und in einem bestimmten Zeitraum entwickelt hat oder wird. Die Veränderungen werden bestimmt durch die Fertilität, Mortalität und Migration.

Bevölkerungsstatistik
Bevölkerungsstatistik ist ein Zweig der angewandten Statistik. Es werden statistische Angaben über die Bevölkerungsentwicklung erhoben, aufbereitet und für die Analyse mit bevölkerungsmathematischen Maßzahlen bereitgestellt.

D
Demographie
[gr.], Bevölkerungswissenschaft
Der Begriff Demographie kommt aus dem Griechischen und heißt soviel wie „Lehre und Wissenschaft zur Beschreibung und Analyse von Bevölkerungen”.

Durchschnittsalter
Durchschnittliches Lebensalter aller Personen in einem bestimmten Gebiet. Das Durchschnittsalter wird unter der Annahme berechnet, dass Personen im Alter von x Jahren im jeweiligen Jahr x + 0,5 Jahre sind.

E
Einwohnerzahl aus dem Einwohnermelderegister

Die Einwohnerzahl wird ermittelt aus der gemeldeten Anzahl an Personen mit Hauptwohnsitz oder als Anzahl der Wohnberechtigten (Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz).

Erwerbsfähige Leistungsberechtigte
Als erwerbsfähige Leistungsberechtigte gelten gemäß § 7 SGB II Personen, die das 15. Lebensjahr vollendet, aber noch nicht die Regelaltersgrenze zur Rente erreicht haben, erwerbsfähig und hilfebedürftig sind sowie ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland haben. Erwerbsfähig ist eine Person, wenn sie nicht durch Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist, mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Hilfebedürftig ist eine Person, wenn sie ihren Lebensunterhalt nicht ausreichend aus eigenen Kräften und Mitteln sichern kann und die erforderliche Hilfe nicht durch Angehörige oder Träger anderer Sozialleistungen gedeckt wird.

F
Fertilität
[lat.], Fruchtbarkeit
Fertilität wird meist als Oberbegriff gebraucht für die verschiedenen Themenbereiche beim Beschreiben und Analysieren der Geburtenentwicklung.

G
Geburtenrate

In der Demographie finden zahlreiche verschiedene Geburtenraten Anwendung. Die bekannteste ist die sogenannte durchschnittliche Kinderzahl, die offiziell als zusammengefasste Geburtenrate bezeichnet wird. Sie gibt an, wie viele Kinder eine Frau zwischen dem 15. und 45. Lebensjahr durchschnittlich zur Welt bringt.

Geringfügig Beschäftigte
Eine Person kann auf zwei Arten geringfügig beschäftigt sein: Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt einerseits vor, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt der Beschäftigung einen Höchstbetrag von derzeit 450€ im Monat nicht übersteigt. Andererseits liegt eine geringfügige Beschäftigung vor, wenn sie innerhalb eines Kalenderjahres auf drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage beschränkt ist. In diesem Fall spricht man von kurzfristiger Beschäftigung.

H
Hauptwohnsitz

Personen mit Hauptwohnsitz haben entweder grundsätzlich nur eine Wohnung oder deren hauptsächlich benutzte Wohnung bzw. alle Wohnungen befinden sich in einer Stadt. Dabei ist gemäß § 12 des Melderechtsrahmengesetzes die vorwiegend benutzte Wohnung anzugeben. Von der Meldepflicht befreit sind z. B. Mitglieder einer ausländischen diplomatischen Mission oder einer ausländischen konsularischen Vertretung und die mit ihnen im gemeinsamen Haushalt lebenden Familienangehörigen.

J
Jugendquotient

Der Altenquotient stellt das Verhältnis der 19-Jährigen und Jüngeren zu den 20- bis unter 65-Jährigen in einem Gebiet dar. Ein Quotient von 50 drückt aus, dass 50 Personen im Alter von 19 Jahren und jünger insgesamt 100 Personen im Alter von 20 bis unter 65 Jahren gegenüber stehen.

K
Kleinräumiges Gliederungssystem

Kleinräumiges Gliederungssystem bezeichnet die räumlichen Einheiten, zu denen unterhalb der Gemeindeebene, Statistiken gesammelt und aufbereitet werden. Laut Bundesstatistikgesetz (§ 10 Absatz 2) ist die Blockebene die kleinste räumliche Einheit. Bei der Wahl der regionalen Gliederung muss dem Prinzip der Geheimhaltung Rechnung getragen werden. In Bielefeld gibt es deshalb die Blöcke zusammengefasst in 92 Statistischen Bezirken und zehn Stadtbezirken.

M
Migration
[lat.], Wanderung
Migration bezeichnet in der Regel einen Wohnortwechsel, der eine endgültige oder langfristige Veränderung des Lebensmittelpunktes und des sozialen Umfelds mit sich bringt, wie die klassische Auswanderung. Der Begriff Wanderung ist allgemeiner; er umfasst neben weiträumigen Wanderungen (in andere Länder) auch kleinräumige Umzüge, bei denen der Lebensmittelpunkt oder das soziale Umfeld gleich bleiben.

Migrationshintergrund
Als Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund zählen Ausländerinnen und Ausländer, Eingebürgerte, im Ausland geborene Deutsche sowie Aussiedlerinnen und Aussiedler (persönlicher Migrationshintergrund). Kinder bis 18 Jahren im Haushalt der Eltern, von denen mindestens ein Elternteil einen Migrationshintergrund hat, zählen ebenfalls zu den Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund (familiärer Migrationshintergrund).

Mortalität [lat.], Sterblichkeit
Dieser Begriff umfasst die Bereiche, die sich mit der Messung und Analyse der Sterblichkeit der Bevölkerung beschäftigen.

P
Prognose
[gr.], Vorhersage
Eine Prognose ist eine wissenschaftlich begründete Voraussage zukünftiger Entwicklungen, Zustände oder Ereignisse, die der Planung dient.

S
SGB II-Hilfequote

Die SGB II-Hilfequote gibt an, wie groß der prozentuale Anteil der nach § 7 SGB II hilfebedürftigen und sich in Bedarfsgemeinschaften befindlichen Personen an allen Personen in der Bevölkerung mit unter 65 Jahren ist. Diese Quote kann weiter auf bestimmte Bevölkerungsgruppen eingeschränkt werden, so etwa auf die Bevölkerung mit Hauptwohnsitz in Bielefeld.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sind alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die kranken-, renten-, pflegeversicherungspflichtig und/oder beitragspflichtig nach dem Recht der Arbeitsförderung sind oder für die Beitragsanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung oder nach dem Recht der Arbeitsförderung zu zahlen sind.
Nicht dazu zählen z. B. geringfügig Beschäftigte, Beamtinnen und Beamte, Selbstständige, mithelfende Familienangehörige sowie Berufs- bzw. Zeitsoldateninnen und -soldaten.

W
Wanderungssaldo

Der Wanderungssaldo gibt die Differenz aus Zu- und Fortzügen in einem bestimmten Zeitraum für ein bestimmtes Gebiet an.

Z
Zensus
[lat.], Volkszählung
Der Zensus ist eine gesetzlich nach EU-Maßgabe alle zehn Jahre vorgegebene Datenerhebung zu Bevölkerung, Wohnsituation und Erwerbsleben. Die Datenerhebung ist notwendig, da die aktuellen Zahlen auf Fortschreibungen der letzten Volkszählungen (1981 in der ehemaligen DDR und 1987 im früheren Bundesgebiet) zurückgehen und dort nicht gemeldete Zu- und Fortzüge unberücksichtigt bleiben.