Staatsangehörigkeitsangelegenheiten, Einbürgerungen

Wer dauerhaft in Deutschland lebt, aber noch nicht deutscher Staatsangehöriger ist, kann sich einbürgern lassen. Das geschieht nie automatisch, sondern nur auf Antrag. Ab dem 16. Geburtstag können Ausländer diesen Antrag selbst stellen. Für jüngere Ausländer müssen ihre gesetzlichen Vertreter die Einbürgerung beantragen. Das sind in der Regel die Eltern.

Zuständige Einbürgerungsbehörde in Bielefeld ist die Abteilung Standesamt des Bürgeramtes.

1. Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Geburt

› Welche Kinder erwerben mit ihrer Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit?
  • Kinder mit einem deutschen Elternteil oder deutschen Eltern (= Erwerb der Staatsangehörigkeit auf Grund des sog. Abstammungsprinzips).
  • Kinder mit einem deutschen Vater, der nicht mit der Kindesmutter verheiratet ist, soweit eine wirksame Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft erfolgt bzw. soweit eine Anerkennungserklärung abgegeben bzw. das Feststellungsverfahren eingeleitet worden ist, bevor das Kind das 23. Lebensjahr vollendet hat.
  • Kinder, die in Deutschland geboren sind und deren Elternteil oder Eltern keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder besitzen, wenn sich der Elternteil oder die Eltern seit mindestens acht Jahren gewöhnlich und rechtmäßig in Deutschland aufhält bzw. aufhalten und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder als Staatsangehöriger der Schweiz oder dessen Familienangehöriger eine Aufenthaltserlaubnis hat bzw. haben. In vielen Fällen erwerben die Kinder mit ihrer Geburt zusätzlich die Staatsangehörigkeit, die der Elternteil bzw. die Eltern als Ausländerin bzw. Ausländer besitzt bzw. besitzen. Nach dem sog. Optionsmodell (derzeitige Rechtslage, mit einer Änderung des Gesetzes ist in absehbarer Zeit zu rechnen) muss sich das Kind in diesem Fall nach Vollendung des 18. Lebensjahres entscheiden, ob es die deutsche oder die ausländische Staatsangehörigkeit behalten möchte.
    Die Einbürgerungsstelle informiert die betreffenden Personen zu gegebener Zeit und erläutert das weitere Prozedere.


2. Anspruchseinbürgerung

Welche Voraussetzungen müssen Sie grundsätzlich erfüllen?
  • Sie müssen einen Antrag stellen – bei Minderjährigen, die das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, stellen die gesetzlichen Vertreter den Antrag.
  • Sie besitzen ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder eine für die Einbürgerung erforderliche Aufenthaltserlaubnis.
  • Sie haben seit acht Jahren – grundsätzlich ununterbrochen – Ihren gewöhnlichen, rechtmäßigen Aufenthalt, also Ihren Lebensmittelpunkt, in Deutschland.
  • Sie können den Lebensunterhalt für sich und Ihre unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II bestreiten.
  • Sie haben ausreichende Deutschkenntnisse. Dies ist insbesondere der Fall, wenn Sie die Anforderungen an die Sprachprüfung zum Zertifikat Deutsch (Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens) erfüllen.
  • Sie weisen Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland nach.
  • Sie bekennen sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland.
  • Sie dürfen grundsätzlich nicht wegen einer Straftat verurteilt sein. Ausweisungsgründe oder ähnliches liegen nicht vor.
  • Sie geben grundsätzlich Ihre bisherige Staatsangehörigkeit auf oder verlieren sie.


3. Einbürgerung bei Ehe oder Lebensgemeinschaft mit einer oder einem Deutschen

Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?
  • Sie müssen einen Antrag stellen und haben einen für die Einbürgerung erforderlichen Aufenthaltstitel.
  • Ihre Ehe oder eingetragene Lebenspartnerschaft darf nicht gescheitert sein und muss tatsächlich geführt werden (nicht nur formale Ehe, keine „Scheinehe”). Eine Trennung/Scheidung oder Trennungsabsicht liegt nicht vor.
  • Zum Zeitpunkt Ihrer Einbürgerung muss Ihre Ehe bzw. Lebenspartnerschaft seit mindestens zwei Jahren bestehen. Ihr/-e deutsche/-r Ehe-/Lebenspartner/-in muss während dieser Zeit die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.
  • Sie dürfen grundsätzlich nicht wegen einer Straftat verurteilt sein. Ausweisungsgründe oder ähnliches liegen nicht vor.
  • Sie haben eine Wohnung oder andere Unterkunft.
  • Sie sind imstande, sich und Ihre Angehörigen zu ernähren.
  • Sie halten sich seit mindestens drei Jahren rechtmäßig in Deutschland auf und haben sich in die deutschen Lebensverhältnisse eingeordnet.
  • Sie haben ausreichende Deutschkenntnisse. Dies ist insbesondere der Fall, wenn Sie die Anforderungen an die Sprachprüfung zum Zertifikat Deutsch (Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens) erfüllen.
  • Sie weisen Kenntnisse der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland nach.
  • Sie bekennen sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland.
  • Sie geben grundsätzlich Ihre bisherige Staatsangehörigkeit auf oder verlieren sie.

4. Ermessenseinbürgerung

Welche Voraussetzungen sind hier zu erfüllen?
  • Sie müssen einen Antrag stellen (s. hierzu auch Ziff. 2).
  • Sie besitzen ein unbefristetes Aufenthaltsrecht oder eine für die Einbürgerung erforderliche Aufenthaltserlaubnis.
  • Sie haben eine gewisse Mindestdauer bereits einen rechtmäßigen und gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland. Auch die Ermessenseinbürgerung ist grundsätzlich erst nach acht Jahren möglich, jedoch sind unter bestimmten Voraussetzungen auch Verkürzungen möglich.
  • Sie haben eine Wohnung oder andere Unterkunft.
  • Sie können sich und Ihre Angehörigen ernähren.
  • Sie haben ausreichende deutsche Sprachkenntnisse (s. hierzu auch Ziff. 2).
  • Sie haben Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland (s. hierzu auch Ziff. 2).
  • Sie bekennen sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland.
  • Sie dürfen grundsätzlich nicht wegen einer Straftat verurteilt sein. Ausweisungsgründe oder ähnliches liegen nicht vor.
  • Es besteht ein öffentliches Interesse an Ihrer Einbürgerung.
  • Sie geben grundsätzlich Ihre bisherige Staatsangehörigkeit auf oder verlieren sie.


Einbürgerungsgebühren

Für die Einbürgerung in den deutschen Staatsverband müssen Sie folgende Gebühren entrichten:
  • 255 Euro für die Einbürgerung pro Person
  • 51 Euro für die Einbürgerung minderjähriger Kinder ohne eigenes Einkommen, die zusammen mit ihrem Elternteil/ihren Eltern eingebürgert werden.


Einbürgerungstest

Einbürgerungsbewerberinnen bzw. Einbürgerungsbewerber müssen seit dem 1. September 2008 auch Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland nachweisen.



Kontakt

Bürgeramt
Standesamt
Team Staatsangehörigkeits-
angelegenheiten, Einbürgerungen
Neues Rathaus
Niederwall 23, 1. Etage, Flur F, Zimmer F 119 - F 125
33602 Bielefeld
Tel. 0521 51-3901
E-MailE-Mail

Öffnungszeiten: Montag - Freitag 08:00 – 12:00 Uhr, Donnerstag zusätzlich 14:30 – 18:00 Uhr
Sprechzeiten grundsätzlich nach Terminvereinbarung; telefonisch oder per E-MailE-Mail


Anträge/Unterlagen


Weitere Infos

Externer Linkwww.einbuergerung.nrw.de

Externer Linkwww.integration-in-deutschland.de

Externer Linkwww.bundesregierung.de
Das staatsangehörigkeits-
rechtliche Optionsverfahren
(Broschüre)

Externer Linkwww.bmi.bund.de
Thema Staatsangehörigkeit