Kindererziehungszeiten / Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung

Kindererziehungszeiten
Wer Kinder erzieht, bekommt dafür in der gesetzlichen Rentenversicherung Pflichtbeiträge gutgeschrieben (einige Berufsgruppen wie z. B. Beamte sind davon allerdings ausgeschlossen). Neben den leiblichen Eltern können unter bestimmten Bedingungen auch andere Elternteile (z. B. von Adoptiv-, Stief- oder Pflegekindern) entsprechende Gutschriften erhalten. Die Kindererziehungszeit wird nur einem Elternteil zugeordnet - demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat. Bei Geburten vor 1992 umfasst die anerkennbare Kindererziehungszeit zwei Jahre, bei Geburten ab 1992 beträgt sie drei Jahre. Eine wesentliche Voraussetzung für die Anrechnung im Rentenkonto ist, dass das Kind vom Berechtigten während dieser Zeit in Deutschland erzogen wurde. In Ausnahmefällen kann aber auch die Erziehung im Ausland einen Anspruch darauf begründen. Für Kindererziehungszeiten bekommt man so genannte Entgeltpunkte, das heißt, sie wirken sich direkt auf die Rentenhöhe aus.

Kinderberücksichtigungszeiten
Neben Beitragszeiten wegen Kindererziehung kann man auch so genannte Berücksichtigungszeiten erhalten. Die Berücksichtigungszeit für Kindererziehung beginnt mit dem Tag der Geburt und endet nach zehn Jahren. Es gelten dieselben Voraussetzungen wie für die Anrechnung von Kindererziehungszeiten. Wurden innerhalb des Zehnjahreszeitraums mehrere Kinder gleichzeitig erzogen, verlängert sich die Berücksichtigungszeit, anders als bei der Kindererziehungszeit, nicht um die Zeit mehrfacher Erziehung. Kinderberücksichtigungszeiten kann nur der Elternteil erhalten, dem auch die Kindererziehungszeit zugeordnet worden ist. Kinderberücksichtigungszeiten haben keine direkte Wirkung auf die Rentenhöhe. Allerdings können sie zu einer günstigeren Bewertung weiterer Zeiten führen. Außerdem tragen diese Kinderzeiten zur Erfüllung verschiedener Wartezeiten bei.

Beide Kinderzeiten werden nur auf Antrag entsprechend der tatsächlichen Verhältnisse der Erziehung anerkannt. Für die Zukunft (für die Vergangenheit höchstens zwei Monate rückwirkend) kann aber eine übereinstimmende Erklärung beider Elternteile abgegeben werden, dass z. B. der Vater die Zeiten anerkannt bekommt, auch wenn er die Erziehung der Kinder gar nicht überwiegend wahrgenommen hat. Nähere Auskünfte erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rentenstelle.


› Welche Unterlagen müssen vorgelegt werden, wenn ein Antrag auf Feststellung von Kindererziehungszeiten / Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung gestellt wird?
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Familienbuch bzw. Geburtsurkunden der Kinder
  • Eigene Rentenversicherungsnummer
  • Versicherungsnummer des anderen Elternteils
  • Wenn Kinder von der Geburt bis zum zehnten Lebensjahr nicht durchgängig in Deutschland erzogen wurden, sind Meldebescheinigungen für die / den Versicherten selbst und die Kinder beizubringen.

› Welche Anträge sind erforderlich?
Die erforderlichen Anträge werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rentenstelle nach Angaben der Versicherten aufgenommen.
Wer den Service der Rentenstelle nicht in Anspruch nehmen möchte, erhält die erforderlichen Papiervordrucke in der Rentenstelle oder online auf der Externer LinkHomepage der Deutschen Rentenversicherung.