Kontenklärung

Im Laufe eines Lebens kommen die verschiedensten rentenrechtlichen Zeiten zusammen. Die Deutsche Rentenversicherung erfasst diese in einem persönlichen Versicherungskonto. Die von Arbeitgebern gezahlten Rentenbeiträge werden automatisch im Rentenkonto gespeichert. Zeiten der Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit werden von den Krankenkassen und der Arbeitsverwaltung an die Rentenversicherung gemeldet. Von anderen Zeiten erhält die Rentenversicherung nicht automatisch Kenntnis. So entstehen Lücken im Versicherungskonto.

In diesen Fällen wird eine Kontoklärung spätestens dann erforderlich, wenn z.B.
  • eine Rente beantragt wird
  • eine Reha-Maßnahme durchgeführt werden soll
  • die Erteilung einer Rentenauskunft beantragt wurde
  • im Rahmen eines Scheidungsverfahrens der Versorgungsausgleich durchgeführt werden muss
  • zu entscheiden ist, ob Versicherungszeiten im Ausland anerkannt werden können (z. B. EG, sonstige Vertragsstaaten oder frühere Aussiedlungsgebiete in Osteuropa)
Nähere Auskünfte erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rentenstelle.


›  Welche Unterlagen müssen vorgelegt werden?
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Aktueller Versicherungsverlauf
Welche weiteren Unterlagen vorgelegt werden müssen hängt davon ab, auf welche Weise die Lücken im Rentenkonto geschlossen werden können. Im einzelnen können dies sein:
  • Versicherungskarten, Aufrechnungen, Sozialversicherungsbücher, Arbeitsbescheinigungen des Arbeitgebers (auch aus dem Ausland), Nachweise über Leistungsbezug bei Arbeitslosigkeit, Bescheinigungen über den Bezug von Krankengeld
  • Nachweise über eventuelle Berufsausbildungen 1)
  • Nachweise über zurückgelegte Schulzeiten ab dem 17. Lebensjahr
  • Nachweise über längere Krankheitszeiten vom 17. - 25. Lebensjahr
  • Nachweise über Meldungen bei der Agentur für Arbeit ohne Leistungsbezug zur Ausbildungs- bzw. Arbeitssuche
  • Familienbuch bzw. Geburtsurkunden der Kinder zur Feststellung von Kindererziehungszeiten / Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung. Die Versicherungsnummer des anderen Elternteils ist vorzulegen. 2)
  • Sofern die Lücken Zeiten im Beitrittsgebiet betreffen, ist der Sozialversicherungsausweis erforderlich. Sind darin nicht alle Zeiten vollständig enthalten, ist außerdem noch ein Zusatzfragebogen auszufüllen. In diesem Fall wenden Sie sich an die Rentenstelle.
  • Sofern die Lücken Zeiten in der ehemaligen UdSSR oder Polen betreffen, sind weitere Unterlagen und besondere Zusatzvordrucke erforderlich. Wenden Sie sich in diesen Fällen an die Rentenstelle.
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1) Zeiten der Berufsausbildung müssen im Versicherungsverlauf als solche benannt sein. Die Bezeichnung "Pflichtbeiträge" für diese Zeiten reicht nicht aus.
2) Wenn Kinder von der Geburt bis zum 10. Lebensjahr nicht durchgängig in Deutschland erzogen wurden, sind Meldebescheinigungen für die / den Versicherten selbst und die Kinder beizubringen

› Welche Anträge sind erforderlich?
Die erforderlichen Anträge werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rentenstelle nach Angaben der Versicherten aufgenommen (Ausnahme: bei Zeiten im Beitrittsgebiet, in der UdSSR oder in Polen müssen die benötigten Zusatzvordrucke selbst ausgefüllt und zur Antragsaufnahme mitgebracht werden).
Wer den Service der Rentenstelle nicht in Anspruch nehmen möchte, erhält die erforderlichen Papiervordrucke in der Rentenstelle oder online auf der Externer LinkHomepage der Deutschen Rentenversicherung.