Erziehungsrente

Wenig bekannt ist, dass auch Geschiedene eine Rente erhalten können, wenn sie ein Kind erziehen und ihr früherer Ehepartner stirbt. Entsprechendes gilt für frühere Lebenspartner, deren Partnerschaft gerichtlich aufgehoben wurde.

Erziehungsrente kann beantragt werden, wenn
  • die Ehe bzw. die eingetragene Lebenspartnerschaft nach dem 30.06.1977 geschieden, für nichtig erklärt oder aufgehoben wurde.
  • der frühere Ehegatte bzw. Lebenspartner gestorben ist
  • die/der Berechtigte unverheiratet geblieben ist
  • die/der Berechtigte ein eigenes oder ein Kind des früheren Ehepartners bzw. Lebenspartners erzieht (auch Stief- und Pflegekind, Enkel oder Geschwister), das das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das Gleiche gilt für ein behindertes eigenes Kind oder Kind des früheren Ehegatten - unabhängig vom Alter des Kindes.
Anders als eine Witwen- /Witwerrente ist die Erziehungsrente eine Rente aus der eigenen Versicherung der/des Berechtigten. Sie/er muss deshalb selbst eine "Wartezeit" (= Mindestversicherungszeit) von fünf Beitragsjahren in der Rentenversicherung zurückgelegt haben. Nähere Auskünfte erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rentenstelle.

› Welche Unterlagen müssen vorgelegt werden?
  • Personalausweis oder Reisepass
  • Sterbeurkunde
  • Heiratsurkunde bzw. Lebenspartnerschaftsurkunde
  • Nachweis darüber, wann die Ehe bzw. eingetragene Lebenspartnerschaft geschieden, für nichtig erklärt oder aufgehoben wurde
  • IBAN und BIC des Kontos, auf das die Rente überwiesen werden soll (mitzubringen ist ein aktueller Kontoauszug, der diese Angaben enthält)
  • Steuer-Identifikationsnummer
  • Eigene Rentenversicherungsnummer
  • Krankenversicherungskarte sowie Namen und Anschriften der Krankenversicherungen der vergangenen 25 Jahre
  • Geburtsurkunden der Kinder unter 18 Jahre, die von der/dem Berechtigten erzogen werden (wenn für Kinder mit Behinderung über 18 Jahre gesorgt wird, ist eine ärztliche Bescheinigung beizubringen)
  • Aktueller Versicherungsverlauf
  • Bescheinigungen oder Zeugnisse für Schul-, Fachschul- und Hochschulzeiten ab dem 17. Lebensjahr 1)
  • Nachweise über Berufsausbildungen (z.B. Lehrvertrag, Prüfungszeugnis, Gesellenbrief) 1)
  • Rentenrechtlich bedeutsame Nachweise zu Lücken im Versicherungsverlauf
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    1) Nicht erforderlich, wenn im Versicherungsverlauf schon enthalten. Die Zeiten der Berufsausbildung müssen allerdings als solche benannt sein. Die Bezeichnung "Pflichtbeiträge" für diese Zeiten reicht nicht aus.

    › Welche Anträge sind erforderlich?
    Die erforderlichen Anträge werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rentenstelle nach Angaben der Versicherten aufgenommen. Wer die Formulare aber selbst ausfüllen möchte, erhält die erforderlichen Papiervordrucke in der Rentenstelle oder online auf der Externer LinkHomepage der Deutschen Rentenversicherung.