Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Mit der Anhebung der Regelaltersgrenze auf das 67. Lebensjahr wurde eine neue Rentenart, die Altersrente für besonders langjährig Versicherte, eingeführt. Das maßgebende Lebensalter für diese Rente wurde zum 01.07.2014 von 65 auf 63 Jahre gesenkt. Wer mindestens* 63 Jahre alt ist und die Wartezeit von 45 Jahren erfüllt hat, kann ohne Abschläge vor dem 67. Lebensjahr in Rente gehen. Zu dieser Altersrente darf vor Erreichen der Regelaltersgrenze nur innerhalb bestimmter Hinzuverdienstgrenzen hinzuverdient werden.
Mit dem abgesenkten Lebensalter von 63 Jahren kann diese Altersrente frühestens am 01.07.2014 beginnen, da die Regelung erst zu diesem Zeitpunkt in Kraft trat.
* Für Versicherte der Geburtsjahrgänge 1953 bis 1963 erhöht sich die Altersgrenze stufenweise in Zweimonatsschritten je Jahrgang auf 65 Jahre. Wer vor dem 01.01.1953 geboren ist, kann mit 63 Jahren in die Altersrente für besonders langjährig Versicherte gehen, der Jahrgang 1953 mit 63 Jahren und 2 Monaten, usw. Ab dem Jahrgang 1964 gibt es diese Altersrente erst (wieder) mit 65 Jahren.

› Welche Zeiten werden auf die Wartezeit von 45 Jahren angerechnet?
Auf die Wartezeit von 45 Jahren werden z. B. angerechnet Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit, Pflegezeiten aus nicht erwerbsmäßiger Pflege und Zeiten der Erziehung eines Kindes bis zum 10. Lebensjahr. Die Anrechnung von Zeiten sog. Mini-Jobs erfolgt nicht in voller Höhe. Aufgrund der Gesetzesänderung zum 01.07.2014 werden auf diese Wartezeit nun auch Zeiten des Bezuges von Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung (sog. ALG I), Leistungen bei Krankheit und Übergangsgeld angerechnet, soweit sie Pflichtbeitragszeiten oder Anrechnungszeiten sind. Zeiten des Bezuges von Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung werden jedoch nicht berücksichtigt, wenn sie in den letzten 2 Jahren vor Rentenbeginn liegen, es sei denn, der Bezug ist durch eine Insolvenz oder eine vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers bedingt. Keine Berücksichtigung finden Beitragszeiten aufgrund des Bezuges von Arbeitslosengeld II oder Arbeitslosenhilfe. Ebenfalls nicht berücksichtigt werden Zeiten aus dem Versorgungsausgleich oder Rentensplitting. Auf die Wartezeit von 45 Jahren werden ferner Zeiten mit freiwilligen Beiträgen angerechnet, wenn mindestens 18 Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorhanden sind. Dabei werden freiwillige Beitragszahlungen in den letzten 2 Jahren vor Rentenbeginn nicht berücksichtigt, wenn gleichzeitig Anrechnungszeiten wegen Arbeitslosigkeit vorliegen. Auskünfte geben Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rentenstelle.

› Welche Unterlagen müssen vorgelegt werden?
  • Personalausweis oder Reisepass
  • IBAN und BIC des Kontos, auf das die Rente überwiesen werden soll (mitzubringen ist ein aktueller Kontoauszug, der diese Angaben enthält)
  • Steuer-Identifikationsnummer
  • Krankenversicherungskarte sowie Namen und Anschriften der Krankenversicherungen der vergangenen 25 Jahre
  • Aktueller Versicherungsverlauf
  • Nachweise über eventuelle Berufsausbildungen 1)
  • Nachweise über zurückgelegte Schulzeiten ab dem 17. Lebensjahr 1)
  • Familienbuch oder Geburtsurkunden der Kinder der/des Versicherten 2)
  • Rentenrechtlich bedeutsame Nachweise zu Lücken im Versicherungsverlauf
  • Nachweise über andere Versorgungsansprüche (z. B. Betriebsrenten, Pensionen o. ä.)
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1) Nicht erforderlich, wenn im Versicherungsverlauf schon enthalten. Die Zeiten der Berufsausbildung müssen allerdings als solche benannt sein. Die Bezeichnung "Pflichtbeiträge" für diese Zeiten reicht nicht aus.
2) Nicht erforderlich, wenn im Versicherungsverlauf bereits Kindererziehungszeiten (nicht: Schwangerschaftszeiten) enthalten sind. Männliche Versicherte haben Geburtsnachweise mindestens eines ihrer Kinder immer beizubringen, um die Höhe des künftigen Pflegeversicherungsbeitrages feststellen zu können.

› Welche Anträge sind erforderlich?
Die erforderlichen Anträge werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rentenstelle nach Angaben der Versicherten aufgenommen. Wer die Formulare aber selbst ausfüllen möchte, erhält die erforderlichen Papiervordrucke in der Rentenstelle oder online auf der Externer LinkHomepage der Deutschen Rentenversicherung.