Rente wegen Erwerbsminderung

Wer wegen seines Gesundheitszustandes gar nicht oder nur noch eingeschränkt arbeiten kann, erhält eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Es wird zwischen Renten wegen teilweiser und voller Erwerbsminderung unterschieden.

› Medizinische Voraussetzungen
Die medizinischen Voraussetzungen für eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung liegen vor, wenn die/der Versicherte wegen Krankheit oder Behinderung mindestens drei aber weniger als sechs Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten kann. Wer dagegen nur noch weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann, erhält Rente wegen voller Erwerbsminderung. Diese kommt auch bei "verschlossenem Arbeitsmarkt" in Frage, wenn die medizinischen Voraussetzungen nur für eine teilweise Erwerbsminderung erfüllt sind.
Die Rentenversicherung prüft die medizinischen Voraussetzungen anhand ärztlicher Unterlagen, fordert ggf. weitere Atteste an und stellt das Leistungsvermögen fest.


› Versicherungsrechtliche Voraussetzungen
Neben den medizinischen sind außerdem folgende versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erforderlich: Die/der Versicherte muss die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllen und in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit belegt haben.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von fünf Jahren vorzeitig erfüllt sein (wegen eines Arbeitsunfalls, einer Berufskrankheit, einer Wehrdienst- oder Zivildienstbeschädigung, wegen politischen Gewahrsams oder nach Beendigung einer Ausbildung). Bei dieser Rentenart gibt es ferner mehrere Sonderregelungen (z.B. für Versicherte, die vor dem 02.01.1961 geboren sind, oder für Menschen, die in Behindertenwerkstätten einer rentenversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen). Nähere Auskünfte erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rentenstelle.


› Welche Unterlagen müssen vorgelegt werden?
  • Personalausweis oder Reisepass
  • IBAN und BIC des Kontos, auf das die Rente überwiesen werden soll (mitzubringen ist ein aktueller Kontoauszug, der diese Angaben enthält)
  • Steuer-Identifikationsnummer
  • Krankenversicherungskarte sowie Namen und Anschriften der Krankenversicherungen der vergangenen 25 Jahre
  • Aktueller Versicherungsverlauf
  • Nachweise über eventuelle Berufsausbildungen 1)
  • Nachweise über zurückgelegte Schulzeiten ab dem 17. Lebensjahr 1)
  • Familienbuch oder Geburtsurkunden der Kinder der/des Versicherten 2)
  • Rentenrechtlich bedeutsame Nachweise zu Lücken im Versicherungsverlauf
  • Nachweise über andere Versorgungsansprüche (z. B. Betriebsrenten, Pensionen o. ä.)
  • Bescheid über den Grad einer Behinderung, sofern dieser festgestellt wurde
  • Externer LinkVollständig ausgefüllter Zusatzfragebogen R 210
  • Externer LinkSelbsteinschätzungsbogen R215 (das Ausfüllen dieses Vordrucks ist freiwillig)
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1) Nicht erforderlich, wenn im Versicherungsverlauf schon enthalten. Die Zeiten der Berufsausbildung müssen allerdings als solche benannt sein. Die Bezeichnung "Pflichtbeiträge" für diese Zeiten reicht nicht aus..
2) Nicht erforderlich, wenn im Versicherungsverlauf bereits Kindererziehungszeiten (nicht: Schwangerschaftszeiten) enthalten sind. Männliche Versicherte haben Geburtsnachweise mindestens eines ihrer Kinder immer beizubringen, um die Höhe des künftigen Pflegeversicherungsbeitrages feststellen zu können.

› Welche Anträge sind erforderlich?
Die erforderlichen Anträge werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rentenstelle nach Angaben der Versicherten aufgenommen. Wer die Formulare aber selbst ausfüllen möchte, erhält die erforderlichen Papiervordrucke in der Rentenstelle oder online auf der Externer LinkHomepage der Deutschen Rentenversicherung.