Kommunalwahlen am 30. August 2009: Pit Clausen neuer Oberbürgermeister

Pit Clausen (SPD) hat das Rennen um das höchste Amt der Stadt gewonnen. Er erreichte bei der OB-Wahl 43,3 Prozent der Stimmen und erhielt damit 3,1 Prozent mehr als Bernd Landgraf von der CDU. In absoluten Zahlen kam Clausen auf 56.934 gegenüber 52.817 Stimmen, die auf Landgraf entfielen.
Pit Clausen war fünf Jahre zuvor dem amtierenden Oberbürgermeister Eberhard David (CDU) nur denkbar knapp in einer Stichwahl unterlegen. Der 47-Jährige ist Arbeitsrichter und lebt seit 1982 in Bielefeld. Auf die weiteren Plätze kamen Marianne Weiß (GRÜNE, 9,8 Prozent), Harald Buschmann (FDP, 3,2 Prozent) und Hans-Joachim Ludwig (Bürgernähe, 3,5 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 52,9 Prozent (- 0,9 Prozent).

Die Einzelergebnisse der Wahlen für Externer LinkOB, Rat und Bezirksvertretungen.

»Auszug aus der Wahlanalyse

des Amtes für Stadtforschung, Statistik und Wahlen der Stadt Bielefeld
  • Peter Clausen ist Bielefelds neuer Oberbürgermeister: 43,3 Prozent haben ihn gewählt. Nach einem anfänglichen Kopf-an-Kopf-Rennen gewinnt er mit einer komfortablen Mehrheit (4.124 Stimmen oder 3,1 Prozentpunkten).
  • Die GRÜNEN gewinnen erstmals vier Direktmandate
  • Die CDU erleidet bei der Ratswahl deutliche Stimmenverluste (-3,6 Prozent) und bleibt ohne zusätzliches Mandat stärkste Fraktion im Rat.
  • DIE LINKE kann ihre Stimmenanteile mehr als verdoppeln
  • Die Wahlbeteiligung (52,9 Prozent) ist nur wenig gesunken (-0,9 Prozentpunkte)
Zur vollständigen PDF-Dokument Wahlanalyse [20 MB]


253.000 Wahlberechtigte ab 16 Jahren waren in Bielefeld aufgerufen, 66 Ratsmitglieder und 132 Bezirksvertreter zu wählen. Durch Ratsbeschluss war die Zahl der Ratsmitglieder um sechs auf 66 gestiegen, die Hälfte davon wurden direkt gewählt. Deshalb ist die Zahl der Ratswahlkreise vom Wahlausschuss ebenfalls von 30 auf 33 angehoben worden, dafür mussten Wahlkreisgrenzen geändert werden.

Neu bei der OB-Wahl ist, dass das künftige Stadtoberhaupt länger im Amt bleiben wird als bisher. Denn die Amtszeit der Oberbürgermeister wurde von fünf auf sechs Jahre verlängert. Wenn also 2014 der nächste Rat gewählt wird, ist das Stadtoberhaupt nicht mit im Rennen, es kommt zu einer zeitlichen Trennung. Auch das Wahlverfahren für den OB ist abgeändert worden: Wer die meisten Stimmen erhält, hat gewonnen. Eine Stichwahl wie zuletzt 2004 fand nicht mehr statt.

Die Wahlzeit des amtierenden Rates endete am 20. Oktober 2009, die Wahlperiode des neuen Rates begann am Tag darauf.