Beispiele für benutzungspflichtige Radwege

Wenn diese Schilder aufgestellt sind, müssen Radfahrer die vorhandenen Radwege und Radfahrstreifen benutzen. Einzige Ausnahme: Sind die Radwege durch Schnee, Sperrmüll oder andere Hindernisse unbenutzbar, dann dürfen Radfahrer auf die Fahrbahn ausweichen, bis sie das Hindernis passiert haben. Autofahrer dürfen auf beschilderten Radwegen und Radfahrstreifen nicht fahren, halten oder parken.

Radwege mit und ohne Benutzungspflicht

links: Braker Straße, Mitte: Alfred-Bozi-Straße, rechts: Brackweder Straße

Braker Straße / Alfred-Bozi-Straße / Brackweder Straße


Fehlen diese Schilder oder sind Gehwege mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei” gekennzeichnet, können Radfahrer diese Wege benutzen, sie müssen es aber nicht. Radfahrer dürfen dann auch auf der Straße fahren. Entscheidend für die Benutzungspflicht von Radwegen ist somit die Beschilderung und nicht das Vorhandenensein von baulichen Merkmalen (z. B. rotes Pflaster) oder Fahrrad-Markierungen. Beides weist lediglich darauf hin, dass diese Wege als sogenannte „Sonstige Radwege” benutzt werden können.

Beispiele für nicht benutzungspflichtige Radwege

links: August-Bebel-Straße, Mitte: Hauptstraße, rechts: Windelsbleicher Straße

August-Bebel-Straße / Hauptstraße / Windelsbleicher Straße


Das Amt für Verkehr der Stadt Bielefeld ist gesetzlich verpflichtet, Radwege hinsichtlich der Aufrechterhaltung ihrer Benutzungspflicht zu überprüfen. Hintergrund für die Überprüfung ist die im Jahr 2009 in Kraft getretene Verwaltungsvorschrift (VwV) zur Straßenverkehrsordnung (StVO). Diese sieht vor, dass Fahrradfahrer nur dann zu einer Benutzung von Radwegen durch eine entsprechende Beschilderung „gezwungen” werden dürfen, wenn der Radweg bzw. der angrenzende Gehweg ausreichend breit sind und es aus Gründen der Verkehrssicherheit oder des Verkehrsablaufes zwingend erforderlich ist. Diese Gründe können z. B. starker Kfz-Verkehr oder ein hoher LKW-Anteil sein.

Erkenntnisse der Unfallforschung belegen, dass das Radfahren auf vielen Straßen innerorts sicherer als auf dem Radweg ist. Radfahrer bewegen sich auf der Fahrbahn im Blickfeld der Autofahrer und werden so beim Ein- und Abbiegen rechtzeitig wahr genommen. Dadurch können Unfälle vermieden werden.

Zahlreiche Radwege wurden bereits durch das Amt für Verkehr überprüft. Aufgehoben wurde die Benutzungspflicht in 2011 beispielsweise in der Albert-Schweitzer-Straße zwischen Jöllen-becker Straße und Lauestraße sowie in der Umlostraße nördlich der Brockhagener Straße. Die Überprüfung weiterer Radwege wird fortgeführt.