Boosting Advanced Public Transport Systems (BAPTS)
BAPTS – ein integriertes Politik- und Modelllösungspaket für einen modernen und umweltfreundlichen ÖPNV

Um die Lebensqualität in den Städten zu verbessern und Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen, ist ein nachhaltiger und umweltfreundlicher Verkehr von herausragender Bedeutung. Die Stadt Bielefeld beteiligt sich deswegen an dem EU-INTERREG-IVb-Projekt BAPTS (Boosting Advanced Public Transport Systems), mit dem die EU-Kommission zwischen 2008 und 2011 neun führende Städte und Regionen in Nordwesteuropa (NWE) bei der Entwicklung konkreter Lösungen unterstützt, damit der Öffentliche Personen Nahverkehr (ÖPNV) noch attraktiver, bequemer, sicherer, zuverlässiger und umweltfreundlicher wird. Das Budget des BAPTS-Projekt beträgt mehr als 15 Millionen Euro.
Die BAPTS-Partner kommen aus:
• Bielefeld (Deutschland / Lead Partner)
• Darlington (Vereinigtes Königreich)
• Dublin (Irland)
• Eindhoven (Niederlande)
• Frankfurt/Rhein-Main-Verkehrsverbund (Deutschland)
• Liège (Belgien)
• Lille (Frankreich)
• Nantes (Frankreich)
• Southend on Sea (Vereinigtes Königreich)
Die Stadt Bielefeld ist von den anderen Partnern zum Lead-Partner berufen worden. Damit ist sie für die fachliche und organisatorische Projektleitung verantwortlich. Die Zuständigkeit für diese Aufgabe liegt beim Amt für Verkehr der Stadt Bielefeld. Die Umsetzung der Projektarbeit in Bielefeld erfolgt in Kooperation mit der moBiel GmbH.
Ziel des BAPTS-Projekts ist es, durch Zusammenarbeit der Partner Lösungen für die künftigen Anforderungen an den ÖPNV zu entwickeln.
Die hauptsächlichen Themenfelder des BAPTS-Projekts sind
- Förderung des Umstiegs auf umweltfreundliche Verkehrsmittel
- Integrierte Verkehrsplanung für alle Verkehrsmittel
- Zielgruppenorientiertes Marketing für besondere Nutzergruppen
- Intelligente Informations- und Verkehrsmanagementsysteme
- Internationale Zusammenarbeit
Die Lösungsvorschläge des BAPTS-Projekts werden nicht auf die neun Partnerstädte des Projekts beschränkt bleiben, sondern Modellcharakter für ganz Nordwesteuropa und darüber hinaus haben. Insofern leistet das BAPTS-Projekt einen wesentlichen Beitrag für den von der EU verfolgten Grundgedanken, Verbindungen in Europa zu fördern und damit den europäischen Zusammenhalt zu stärken.
»1. Förderung des Umstiegs auf umweltfreundliche Verkehrsmittel
Die BAPTS-Partner werden gemeinsame Strategien für eine Verbesserung der Verkehrsverbindungen entwickeln, die zu umweltfreundlichen und nachhaltigen Formen der Mobilität führen. Diese Strategien werden auf innovativen Konzepten basieren, die sowohl Verkehrsinformationssysteme als auch Verkehrsmanagement beinhalten und zudem Intelligente Verkehrssysteme einbinden.
Schwerpunkte sind
Schwerpunkte sind
- Entwicklung neuer Strategien, um Autofahrer davon zu überzeugen, den ÖPNV zu nutzen (Bielefeld und Eindhoven)
- Vorbereitung der Wiedereinführung einer Straßenbahn in Liège (Liège)
- Umweltverträgliche Reiseplanungen (Darlington)
- Parken und Mieten von Fahrräden per Smart-Card (Darlington)
»2. Integrierte Verkehrsplanung für alle Verkehrsmittel
Integrierte Verkehrsplanung mit einer starken Beteiligung von Entscheidunsträgern und Einwohnern wird zu einer höheren Qualität und Effektivität im ÖPNV führen. Daher sollen Konzepte für eine bessere Kooperation und Integration der entscheidenden Planungsbereiche gefunden werden. Es sollen Antworten gegeben werden, wie sich integrierte Ansätze und effektive Maßnahmen finden lassen, um den Autoverkehr und die Umweltbelastung zu reduzieren oder wie eine effektive Einbindung aller Beteiligten in großräumigen Planungsprozessen erreicht werden kann.
Schwerpunkte sind
Schwerpunkte sind
- Integrierte Verkehrs- und Raumplanung (Eindhoven und Darlington)
- Effiziente Verkehrsmodelle und Planung (Nantes)
- Aussagekräftige Modelle für Investitionen im ÖPNV (Southend on Sea)
- Planung für beschleunigten Verkehr in der Region Sussex (Southend on Sea)
- Integrierte Mobilität in Innenstädten (Southend on Sea)
»3. Zielgruppenorientiertes Marketing für besondere Nutzergruppen
Eine stärkere Nutzung und größere Effektivität des ÖPNV können durch zielgruppenorientiertes Marketing erreicht werden. Daher sollen spezifische Marketingkonzepte entwickelt werden, die im Hinblick auf die Nutzung des ÖPNV zu einer dauerhaften Verhaltensänderung führen. Auch die sich durch den demografischen Wandel ergebenden besonderen Erfordernisse bestimmter Personenkreise sind zu berücksichtigen.
Schwerpunkte sind
Schwerpunkte sind
- „Mobilität für alle” unter Berücksichtigung des demografischen Wandels (Bielefeld)
- Förderung der ÖPNV-Nutzung bei Großveranstaltungen (Bielefeld)
- Einsatz von „Mobility scouts” zur Beratung der Fahrgäste (Frankfurt/RMV)
- Förderung von umweltbewußten Mobilitätsverhalten und Mobilitätsmanagement (Dublin)
- Zielgruppenorientierte Ansätze für strategische ÖPNV-Planung (Eindhoven)
- Werbung für Ticketsysteme, Reiseinformationen und umweltfreundliche ÖPNV-Nutzung (Darlington und Southend on Sea)
»4. Intelligente Informations- und Verkehrsmanagementsysteme
Das BAPTS-Projekt legt besonderes Gewicht auf elektronische Informations- und Kommunikationssysteme im ÖPNV.
Schwerpunkte sind
Schwerpunkte sind
- Handy-Ticketing / SMS-Ticketing (Bielefeld)
- Neue Fahrpreissystematik (Nantes)
- Innovative Smart-Card Ticketsysteme (Eindhoven und Darlington)
- Intelligente Ticketsysteme und intellegentes Verkehrsmanagement auf Hauptrouten der Buslinien (Lille)
- Fahrgastinformationen über Handy (Frankfurt/RMV)
- Fahrgastinformationen in Echtzeit über Monitore in Bussen, Bahnen bzw. an Haltestellen (Frankfurt/RMV, Lille und Bielefeld)
- Flächendeckender Vorrang für Busse durch technische Vernetzung der Busse mit Verkehrskontroll-System (Dublin)
»5. Internationale Zusammenarbeit
Ein wesentlicher Aspekt der vom EU-Sekretariat für die Region Nordwesteuropa (NWE) begleiteten INTERREG IVb Projekte ist die internationale Zusammenarbeit. Durch Erfahrungsaustausch, gemeinsames Lernen und die Verbreitung des Wissens können andere Entscheidungsträger in Europa und darüber hinaus vom BAPTS-Projekt profitieren. Neben regelmäßigen Projektmeetings und Konferenzen, bei denen über die (Zwischen-) Ergebnisse der Projektarbeiten informiert wird, haben die Projektpartner auch den Austausch von Personal sowie einen Studentenaustausch vereinbart, mit dem angehende Verkehrsexperten in die Aspekte des BAPTS-Projekts eingeführt werden sollen.

