Verkehrsversuch Jahnplatz

Skizze mit Legende zur geplanten Verkehrsführung am Jahnplatz

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Seit dem 3. August 2018 läuft auf dem Jahnplatz der Verkehrsversuch mit den geänderten Spurführungen.
Zielsetzung
Der Verkehrsversuch soll in erster Linie das Kfz-Verkehrsaufkommen und die damit verbundene Belastung durch Stickstoffoxide (NOx)verringern, so dass der maßgebende Grenzwert eingehalten wird. Darüber hinaus bietet sich die Gelegenheit, Erkenntnisse über Verkehrsabläufe zu erhalten, die später bei der Umgestaltung des Jahnplatzes genutzt werden können.

Umweltspur im Versuchsraum
Eine wesentliche Veränderung ist die Reduzierung der Fahrstreifen für den Kfz-Verkehr. So soll der Verkehr, der nicht die Innenstadt zum Ziel hat, großräumig auf das übergeordnete Straßennetz verlagert werden. Hier gehen erste Prognosen im Vorfeld des Versuchs von einem Minderungspotenzial von rund 30 Prozent aus.


Aus der Fahrstreifenreduzierung ergibt sich Raum für andere Nutzungen: Auf der abmarkierten Umweltspur, wie sie im Fachjargon bezeichnet wird, kommen Rad- und Busverkehr gemeinsam voran. Sie beginnt in südlicher Richtung hinter der Friedrich-Ebert-Straße und verläuft bis zur Elsa-Brändström-Straße. In nördliche Richtung startet die Spur kurz hinter der Notpfortenstraße, knickt in die Friedrich-Verleger-Straße ab und endet ungefähr auf Höhe der Wilhelmstraße. Auf der Umweltspur gilt wie überall das Rechtsfahrgebot und selbstverständlich gegenseitige Rücksichtnahme zwischen den unterschiedlich schnellen Nutzern. Insbesondere ist die Einhaltung eines ausreichenden Überholabstandes zwischen Bus und Radverkehr von mindestens 1,50 Meter hervorzuheben.
Übrigens: Der Radverkehr darf auch weiterhin die vorhandenen Radverkehrsanlagen im Seitenraum nutzen. Hierfür besteht künftig ein Benutzungsrecht, aber nicht mehr die Benutzungspflicht, die heute durch die blaue Beschilderung gekennzeichnet wird. Der Busverkehr bedient auch weiterhin die bestehenden Haltestellenpositionen auf beiden Straßenseiten.

Der "abgebundene" Niederwall
Der abgebundene Niederwall
Der Niederwall wird ab dem Jahnplatz auf einer Länge von rund 50 Metern in eine „echte” Fahrradstraße umgewandelt. Echt bedeutet, dass der Streckenabschnitt künftig nicht mehr für den Kfz-Verkehr freigegeben ist und der Radverkehr der einzige zulässige Fahrverkehr ist. Von der Körnerstraße aus gesehen stehen die ersten drei Stellplätze auf der nordöstlichen Straßenseite dem Lieferverkehr für die anliegenden Geschäfte zur Verfügung, die übrigen drei Stellplätze sind künftig nicht mehr nutzbar.

Temporeduzierung auf dem Jahnplatz
Da unabhängig von den anstehenden Veränderungen auf dem Jahnplatz die verkehrlichen Interaktionen weiterhin komplex bleiben und in dem Bereich eine Vielzahl von Nutzungen stattfinden, ist vorgesehen, das Geschwindigkeitsniveau durch die Anordnung von Tempo 30 im zentralen Platzbereich zu reduzieren. Künftig wird ab der großen Fußgängerüberquerung zwischen Altstadt und Bahnhofsstraße bis in den angrenzenden Bereich der Friedrich-Verleger-Straße, ca. bis Höhe Wilhelmstraße, bzw. bis zur Einfahrt „Parkhaus Centrum” an der Herforder Straße, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt sein.

Warum ein Verkehrsversuch?
Der Versuch wird durchgeführt, um Erfahrungen mit der veränderten Verkehrssituation zu sammeln. Unter anderem erhoffen sich die Planer Erkenntnisse darüber, mit welchen Verlagerungseffekten zu rechnen sein wird. Kommt es tatsächlich zu der großräumigen Verlagerung der quartiersfremden Verkehre oder stellen sich unerwünschte Mehrverkehre in den angrenzenden Wohngebieten ein? Weiterhin sollen Erfahrungen mit der Qualität der neuen Verkehrsführung gesammelt werden. Hier sind insbesondere das Funktionieren der Umweltspur, die Situation des Rad- und Fußgängerverkehrs, aber auch die Andienung der Bushaltestellen von besonderem Interesse, immerhin handelt es sich bei dem Jahnplatz um den zentralen Verknüpfungspunkt zwischen Bus und Stadtbahn.
Hierfür wird das Amt für Verkehr an wichtigen ausgewählten Stellen den Verkehr zählen, beobachten und gemeinsam mit dem Ordnungsamt die Einhaltung der Verkehrsregeln überwachen. Die Erkenntnisse und Beobachtungen werden analysiert und in einem Evaluationsbericht der Politik voraussichtlich in der November-Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vorgestellt.
Der Versuch wird, sofern sich keine gravierenden und nicht behebbaren Mängel hinsichtlich der Verkehrssicherheit und der verkehrlichen Abläufe einstellen, bis zum geplanten Umbau des Jahnplatzes durchgeführt werden. Die gesammelten Erkenntnisse aus der Versuchsphase sollen eine Planungsgrundlage für die Umgestaltung des Platzes liefern.