Kuriose Grenzverläufe


Bechterdissen, ein geteiltes Dorf

Seit jeher trennt der Sussiekbach das Dorf in einen lippischen Teil, der heute zur Gemeinde Leopoldshöhe gehört und einen ravensbergischen, der zu Bielefeld/Ubbedissen gehört. Die Bauernhöfe Sielemann, Lübbert und Niebuhr gehörten zu Preußen. Letztgenannter war früher sogar eine lippische Exklave, die erst durch die Grenzbereinigung von 1787 zu Preußen bzw. Ravensberg kam. Auf der lippischen Seite standen die Höfe Arbken (Orbke), Kaamann und Homann. Letztere betrieben mit dem Sussiekbach ihre Wassermühlen. Der Bild in neuem Fenster anzeigenKartenausschnitt von 1784 zeichnet ein exaktes Bild von der Grenzsituation.


Das geteilte Anwesen des Eickmeyer

Plan von 1750: Der geteilte Hof Eickmeyer


Das Meyerhaus im Lippischen, die Leibzucht (Altenteil) im Preußischen, so zeigt ein Plan aus dem Jahre 1750 den Grenzverlauf auf dem Hof Eickmeyer in Nienhagen Nr. 2. In alten Akten wird der Hof auch Eckmeier genannt, heute trägt er den Namen Eickhof.





Der geteilte Kotten

Der „Stukenkotten”, ein Heuerlingshaus des lippischen Hofes Detering, lag so dicht an der Landesgrenze, dass sein Anbau mit den darin befindlichen Wohnstuben im Preußischen lag, wie der folgende Aktenauszug zeigt. Übersetzung:
Der 21te [Stein], welcher also stehet, dass er auf die Scheidung des Stucken Kottens und dessen Anbau zuweiset, also dass der letztere mit denen darin befindlichen beyden Wohnstuben im Preußischen liegen; vom Vorigen hinter dem Stucken Garten in dem Graben hinauf in Hallaus Holz die Regede genannt, allwo gegen der Ecke des Gartens.


Wappen als Hoheitszeichen

Collage zeigt drei Torbogen mit Wappen
Im Grenzgebiet finden sich noch heute mehrere Kotten, welche die Zughörigkeit zum ravensbergischen Territorium durch das Sparrenwappen der Grafschaft Ravensberg und den Adler Preußens im Torbogen anzeigen. Die mehr oder weniger künstlerische Ausgestaltung hing vom Geschick des Zimmermanns ab.