Grenzsteine

Steinherstellung, Steingestaltung und Transport
Die Regierungen machten mit den Steinmetzen genaue Verträge über Aussehen, Größe, Gestaltung und Kosten der Grenzsteine. Die Kosten wurden unter den beteiligten Seiten aufgeteilt. Hier der Vertrag mit den Steinhauern über Größe, Ausarbeitung und Preis der Grenzsteine. Die beiden lippischen Steinhauermeister Landefelt und Tempel hatten innerhalb von zwei Monaten die Grenzsteine in der vorgegebenen Ausführung, zum Preis von zwei Talern 30 Mariengroschen das Stück, zu liefern. Zum Auftrag (Original mit Übersetzung).



Ein Steinbruch bei Berlebeck lieferte 1784 die Sandsteine, die dann in den zwei genannten Detmolder Steinmetzbetrieben zu Grenzsteinen bearbeitet wurden. Der Transport der Steine war mit den damaligen Verkehrsmitteln und wegen der schlechten Wegverhältnisse sehr beschwerlich.
Starke Verwitterungserscheinungen weist dieser erst gut 165 Jahre alte Stein auf, ein Beispiel für eine weniger gute Sandsteinqualität. Trotz der fortgeschrittenen Verwitterung ist die Jahreszahl der Steinsetzung (1841) noch zu erkennen. Unabhängig von ihrer Qualität waren die Steine sehr schwer. Ein Fuhrwerk konnte damals nur drei, höchstens vier Steine befördern, wie in einer alten Akte zu lesen ist.

Der unten abgebildete Grenzstein wurde aus Osningsandstein gefertigt. Zu erkennen ist das Wappen der Grafen von Ravensberg . Die andere Seite zeigt die fünfblättrige Rose als Wappen der Edelherren zu Lippe. Die Zahlen stehen für die laufende Nummer des Steines.


Grenzstein: Vorder- und Rückseite

Drei Taler 24 Groschen kostete 1828 der oben abgebildete Grenzstein. Der Preis beinhaltete den Ankauf des Rohlings und die Bearbeitung zum Grenzstein. Zur Rechnung des Steinmetzes Rackelmann.

Was konnte sich der lippische Steinmetz für seinen Lohn kaufen? Laut "Lippischem Intelligenzblatt" kosteten zu dieser Zeit:
1 Scheffel (etwa 80 Pfund) Roggen 33 Groschen
1 Scheffel Hafer 20 Groschen
1 Brot (6 Pfund schwer) 3 Groschen
1 Taler entsprach 36 Mariengroschen oder 24 guten Groschen, 1 Groschen hatte 12 Pfennige. Ein Tischlergeselle erhielt zu dieser Zeit für einen Arbeitstag (kein 8-Stunden-Tag) 6 Groschen Lohn und Kost.






Nicht alle Landesgrenzsteine tragen auf ravensbergischer Seite die drei Sparren. Der links abgebildete Stein von 1822 bekam das Monogramm (Friedrich Wilhelm Rex) eingemeißelt.


Grenzstein von 1841




Seit 1841 verwendete man meistens den preußischen Adler als Symbol auf den Grenzsteinen. Zum Teil sind die Grenzsteine auch auf ihrer gewölbten Oberseite nummeriert.





Die zusätzlich gesetzten Grenzsteine bekamen zu ihrer laufenden Nummer noch einen Buchstaben wie hier der Grenzstein Nr. 49 A, oder die Nummer wurde durch einen Bruchstrich erweitert wie z.B. No. 62/2.