50 kommunale Klimapartnerschaften

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Bielefeld hat sich in den vergangenen Jahren durch ein breites Spektrum an Aktivitäten und Konzepten im Bereich Klimaschutz immer weiter entwickelt und steht inzwischen mit an der Spitze der deutschen Klimaschutzkommunen. Nun sollen diese Erfahrungen in die Städtepartnerschaft mit Estelí eingebracht werden, um gemeinsam Klimaschutzprojekte zu entwickeln.

Bielefeld und Estelí beteiligen sich hierfür an dem bundesweiten Projekt „50 kommunale Klimapartnerschaften” und werden mit 11 weiteren lateinamerikanischen Städtepartnerschaften bis Mitte 2014 bei der Erarbeitung von Klimaschutzkonzepten unterstützt. Vorrangiges Ziel ist es, gemeinsam klimaschutzrelevante Handlungsfelder zu eruieren und Strategien zu entwickeln, wie Verbesserungen erreicht werden können.
Neben der Stadtverwaltung mit dem Bereich „Klimaschutz und lokale Agenda” gehören das Welthaus Bielefeld e.V. für die „Städtepartnerschaft Estelí” und die Fachhochschule Bielefeld (Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik) mit dem Bereich „Regenerative Energien” zum Bielefelder Projektteam. In Estelí sind als fachliche Partner ebenfalls die Stadtverwaltung, das Städtepartnerschaftsbüro und die Uni FAREM mit dem Bereich „Regenerative Energien” beteiligt.

Bielefeld und Estelí knüpfen mit der Beteiligung an dem Projekt „50 kommunale Klimapartnerschaften” an die Ergebnisse des EU geförderten Projektes der letzten drei Jahre „Armutsbekämpfung braucht Beteiligung” unter dem Motto „Die Welt braucht dich” an und wollen die dort entstandene Vernetzung im Bereich Klimaschutz nutzen. Zusätzlich werden die vielfältigen Verbindungen der dreißigjährigen Städtepartnerschaft in Estelí und Bielefeld durch das Welthaus Bielefeld e.V. eingebracht.

Ende letzten Jahres startete das Projekt „50 kommunale Klimapartnerschaften” mit einer internationalen Auftaktkonferenz mit allen beteiligten Kommunen. Nach einem Besuch des Bielefelder Teams in Nicaragua im Jahr 2012, erfolgte im Juli 2013 ein einwöchiger Aufenthalt einer Delegation aus Estelí in Bielefeld. In den beiden entsprechenden Arbeitsphasen wurden die Themen der zukünftigen Zusammenarbeit bestimmt und bereits konkret in Handlungsprogramme ausgearbeitet.

  • Ein Schwerpunkt der Klimapartnerschaft Bielefeld - Estelí ist die Nutzung erneuerbarer Energien. Hierfür hat das Welthaus Bielefeld zusätzlich einen Förderantrag zur Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes zur Versorgung eines ländlichen Bereichs von Estelí mit regenerativen Energien beim Bundesministerium für Entwicklungspolitische Zusammenarbeit (BMZ) gestellt. Geplant ist ein breiter Mix aus erneuerbaren Energien von Sonne, Wind und Wasserkraft, um die Bevölkerung möglichst dezentral mit Energie zu versorgen und überschüssige Energiemengen möglichst ins Stromnetz einzuspeisen.


Mülldeponie in Estelí
  • Ein weiterer wichtiger Baustein der Zusammenarbeit in Estelí liegt im Bereich des Abfallmanagements. Da aktuell die etwa 20.000 Tonnen Müll, die jährlich in Estelí anfallen, unsortiert und ohne jegliches Recycling auf einer Deponie entsorgt werden, bietet die Einführung neuer Managementsysteme und Infrastruktur ein großes Potenzial zum Umwelt- und Klimaschutz.

  • Neben dem Problem des allgemeinen Haushaltsmülls sollen aber auch Lösungen für industrielle Abfälle erarbeitet werden. So ist einerseits ein Projekt zur energetischen Nutzung von Schlachtabfällen durch eine Biogasanlage angedacht, andererseits soll das Altöl von Werkstätten in naher Zukunft durch eine Sammelstelle und die Kooperation mit einem Aufbereitungsunternehmen aus der nicaraguanischen Hauptstadt Managua erstmals umweltgerecht entsorgt werden.

  • Durch die in 2012 geschlossene Kooperation der FH Bielefeld (Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik) mit der Uni in Estelí wurden direkt konkrete Projekte zum Austausch von Studierenden entwickelt. Geplant ist, dass deutsche Studenten Mitte 2014 u.a. Windgeschwindigkeitsmessungen im Umfeld von Estelí und die Auswahl von optimalen Standorten für Photovoltaikanlagen durchführen. Im Gegenzug sollen im Jahr darauf auch nicaraguanische Studenten nach Bielefeld kommen.

  • Zur Stärkung der Städtepartnerschaft und als Marketingaktion im Rahmen der Auszeichnung „Fairtrade Town” wird seit April 2013 Fairtrade Kaffee aus Estelí in einer Bielefelder Rösterei verarbeitet und in Bielefeld vermarktet. Der „Bielefeld Kaffee” wird mittlerweile in acht verschiedenen Einzelhandelsgeschäften verkauft und kann aufgrund seines Verkaufs und des damit verbundenen Profits für die Kaffeekooperative „UCA Miraflor” in Nicaragua als großer Erfolg gewertet werden. Außerdem gehen 50 Cent jedes verkauften Kilos an die Abteilung für Nicaraguaprojekte im Welthaus Bielefeld und werden dort für verschiedenste Projekte genutzt.


Unterstützt werden die „50 kommunalen Klimapartnerschaften” mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und „Engagement Global - Servicestelle Kommunen in der einen Welt”.

Für Sie da! Weitere Angebote und Ansprechpartner in Bielefeld

Externer Linkwww.welthaus.de - Projektpartner Welthaus Bielefeld e.V.

Externer Linkwww.fh-bielefeld.de - Projektpartner Fachhochschule Bielefeld

Informieren! Weiterführende Quellen

Externer Linkwww.service-eine-welt.de - 50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015




Kontakt

Umweltamt
Birgit Reher
Tel. 0521 51-2870
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