Historie

Ehemals wurden die Bestattungen aus der Bauernschaft Brake überwiegend auf dem Friedhof Schildesche durchgeführt, da in Brake kein eigener Begräbnisplatz vorhanden war. Anfang des 20. Jahrhunderts verstärkte sich der Wunsch der Braker Einwohnerinnen und Einwohner, die Grabstätten ihrer Verstorbenen in unmittelbarer Nähe zum Wohnsitz zu wissen. Daher wurde am 1. April 1905 die „Braker Friedhofsvereinigung zu Brake bei Bielefeld” gegründet mit dem Zweck, einen Begräbnisplatz in Brake zu errichten. Das für den Friedhof erforderliche Gelände wurde von einem Landwirt käuflich erworben. Das Gelände war Ackerland und wurde vom Landwirt bewirtschaftet.



Kriegerdenkmal

Kriegerdenkmal

Am 2. November 1906 wurde der Friedhof offiziell eingeweiht. Angeboten wurden Reihengräber und Erbbegräbnisse. Hinterbliebene durften Anpflanzungen vornehmen und Gedenkzeichen aufstellen, sofern sie den kirchlichen Anschauungen Rechnung trugen und keinerlei Anstoß erregten.

Eine Kapelle gab es nicht. Dies war auch nicht erforderlich, denn es war Tradition, die Trauerfeier im Haus des Verstorbenen abzuhalten, zumal auf den Bauernhöfen genügend Platz vorhanden war. Vom Hof des Verstorbenen ging der Trauerzug direkt zum Friedhof. Erst 1909 kam es zum Bau der evangelischen Kirche an der Braker Straße, etwa 500 Meter vom Friedhof entfernt, wo noch heute Trauerfeiern abgehalten werden.

Auf Grund der ansteigenden Einwohnerzahl zeichnete sich Ende der 1930er Jahre ab, dass der Friedhof bald voll belegt sein würde. Eine Erweiterung wurde unabwendbar. Für einen Grundstückskauf wurden längere Verhandlungen seitens der Gemeinde Brake mit der deutschen Reichsbahn geführt. 1941 konnte das erwünschte Grundstück von der Gemeinde Brake erworben werden. Zudem war die Gemeinde Brake bereit, den bisherigen Privatfriedhof in Eigentum, Verwaltung und Unterhaltung zu übernehmen. Durch den Vertrag vom 17. November 1941 wurde der Privatfriedhof der Gemeinde Brake - als Rechtsnachfolgerin - mit allen Rechten und Pflichten unentgeltlich übereignet. Die Braker Friedhofsvereinigung wurde am gleichen Tag aufgelöst.
Zur gleichen Zeit wurde ein Gartenbauarchitekt mit einem Entwurf für die Friedhofserweiterung beauftragt. Gewünscht war, den Friedhof trotz der Erweiterung als geschlossene Einheit erscheinen zu lassen, was durch die Gliederung des Friedhofs mit geschnittenen Hecken und einheitlichem Wegematerials auch gelang.

Lange hielt diese neue Bestattungsfläche nicht vor. Da vor Ort keine Erweiterung mehr möglich war, erwarb die Gemeinde Brake 1953 ein Grundstück an der Grafenheider Straße für die Anlage eines zweiten Friedhofs (Neuer Friedhof in Brake). Nach der Anlage des Neuen Friedhofes sollte der Alte Friedhof in eine Grünanlage umgewandelt werden, so dass heute gemäß der Satzung nur noch in bereits vergebenen Wahlgräbern beigesetzt werden kann.