Historie

Nicolai Park

Nicolai Park

1874 wurde westlich der Innenstadt der Johannisfriedhof eröffnet, der die Verstorbenen der gesamten Stadtgemeinde aufnehmen sollte. Da dieser jedoch von den nördlichen und östlichen Stadtteilen sehr weit entfernt war, schlossen sich die zumeist ärmeren Bewohnerinnen und Bewohner im Osten und Nordosten der Stadt zu einer Interessengemeinschaft zusammen, um einen eigenen Friedhof zu eröffnen. Sie befürchteten, dass die 1,5- bis 2-stündige Strecke zum Johannisfriedhof zu lang sei, um wie bisher kostenlose Träger zu finden, zumal ein Leichenwagen unfinanzierbar war.

Noch 1874 wurden Grundstücke für den Nicolaifriedhof angekauft. Die ursprüngliche Anlage wurde nach nur einjähriger Bauzeit fertig gestellt. Hauptmerkmal war die geradlinige Wegeführung mit Längs- und Querwegen. Entlang der Wege wurden Familiengrabstätten angelegt. Die Flächen in der Mitte wurden mit Reihengräbern belegt. Die Ausstattung der Anlage war eher schlicht. Die Flächen wurden dicht belegt, Pflanzungen zwischen oder hinter den Grabstätten gab es nicht. Der Friedhof wurde bereits ein Jahr später in die städtische Verwaltung übernommen.

Um die Jahrhundertwende waren die Kapazitäten des Friedhofes erschöpft, so dass eine Erweiterung nötig wurde. Diese wurde jenseits des Verbindungsweges von der Herforder zur Eckendorfer Straße angelegt. Noch bis vor kurzer Zeit bestand der Friedhof optisch aus zwei Teilen, da der Friedhof rechts und links des Weges durch Zäune begrenzt wurde. Zwischenzeitlich wurden die Zäune entfernt und ein Eingangstor angebracht.

Mit der Einweihung des Sennefriedhofes am 15. August 1912 beschloss der Magistrat die Vergabe von Reihengräbern einzustellen. Lediglich Wahlgrabstätten dürfen bis heute genutzt werden.

Für den Bau der Stadtbahnlinie nach Milse im Jahr 1969 wurde die Herforder Straße verbreitert, wodurch der ehemalige Eingangsbereich mit Tor sowie der etwa zwei Meter breite Grünstreifen an der Herforder Straße entfielen. Neuer Haupteingang wurde der alte Seiteneingang am Verbindungsweg zwischen Herforder und Eckendorfer Straße. Ein Teil des Friedhofes wurde 1987 als öffentliche Grünfläche außer Dienst gestellt.