Symbolik der Grabmale

Jeder Mensch hat seine Geschichte – seine Lebensgeschichte. Grabmale ehren die Toten und gewähren mit ihren Zeichen und Symbolen Einblicke in das Leben des Verstorbenen. Bei der Steinauswahl hat bereits das verwendete Material Bedeutung. Ein Grabmal aus Stein oder Bronze steht ob seiner Härte und Witterungsbeständigkeit für Unveränderbarkeit und Dauerhaftigkeit. Wird der Werkstoff Holz gewählt, zeigt dieser im Laufe der Jahre Verwitterungsspuren, gleichbedeutend mit Lebensspuren. Auch die Grundform des Grabsteins lässt Aussagen zu. Anstelle eines rechteckigen Kissensteins kann der Stein als Herz gefertigt, statt eines gewöhnlichen Quaders ein Fels aufgestellt werden. Geburts- und Sterbejahr stehen für ein erfülltes Leben oder einen zu frühen Tod. Viele Grabmale sind zudem mit Symbolen versehen, die durch Religion, Mythologie, Beruf, Kultur, aber auch durch die Wuchsform, die Farben, den Duft und die Heilwirkung von Pflanzen geprägt sind.

Im nachfolgenden werden einige Grabmalsymbole vorgestellt, die sich beim aufmerksamen Gang über einen Friedhof entdecken lassen:

Abgebrochene Säule
Durch eine abgebrochene Säule wird ein zu früh beendetes Leben symbolisiert.

Ähre
Hängende, reife Ähren stehen für ein erfülltes Leben, können aber auch Symbol für den Berufsstand des Landwirts sein.

Äskulapstab
Der Äskulapstab oder Asklepiosstab ist ein von einer Schlange umwundener Stab. Er ist heute das Symbol des ärztlichen und pharmazeutischen Standes. Der Äskulapstab erhält seinen Namen von Äskulap oder Asklepios, dem Gott der Heilkunde in der griechischen Mythologie.

Christuszeichen / Christusmonogramm
Die ineinander stehenden Buchstaben X und P sind das wohl am häufigsten gebrauchte Christussymbol. Es wird aus den griechischen Initialen X (Chi) und P (Rho), gebildet: CHR = Abkürzung für Christus.

Eichenlaub
Ihr hartes Holz und das charakteristische, spät fallende Laub machten die Eiche seit der Zeit der Germanen zum Symbol für Unsterblichkeit und Standhaftigkeit

Engel
Das Wort ‚Engel’ bedeutet Bote – Engel sind Boten Gottes. Im Volksglauben werden Engel mit Himmelsbewohnern gleichgesetzt. Ein Engel bewohnt die himmlische und jenseitige Welt und ist Hoffnungsbote auf ein ewig währendes Leben.



Fisch
Das Fischsymbol ist eines der ältesten Symbole für Jesus Christus und zugleich geheimes Erkennungszeichen der ersten Christen. Aus Angst vor Verfolgung zeigten sie mit diesem Zeichen: Wir gehören zu Jesus Christus.

Kreuz
Das Kreuz weist auf den Tod Jesu hin, der am Kreuz gestorben ist. Durch seine Auferstehung von den Toten steht es als Zeichen des Sieges über Tod und Sünde.

Lebensfackel
Eine gesenkte Fackel stellt das Ende des Lebens dar, es gilt als Zeichen für das verlöschende Leben.

Muschel
In der Antike war die Muschel Symbol der Göttinnen der Liebe: bei den Griechen für Aphrodite, bei den Römern für Venus. In der Christenheit wurde der Symbolcharakter umgedeutet. Die Muschel mit ihrer Perle stand für Maria, die Jesus, die kostbare Perle, in ihrem Schoß barg.

Pelikan
Nach einer naturkundlich-mythologischen Beschreibung soll sich der Pelikan die Brust aufreißen, um seine Jungen mit seinem eigenen Blut vor dem Verdursten zu bewahren. Tatsächlich färbt sich während der Brutzeit beim Krauskopfpelikan das Gefieder im Kehlenbereich rot, was sicherlich die Erklärung für diesen Mythos liefert.

Abbildung: Pfau
Pfau
Der Pfau kann in seiner Funktion als Paradiesvogel Auferstehung und ewiges Leben symbolisieren. Später wurde er zum Symbol der Eitelkeit.

Rosmarin
Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist durch sein duftendes und immergrünes Laub charakterisiert. Allerdings ist nichts so flüchtig, aber auch nichts so einprägsam, wie Duft. Duft bewirkt Erinnerung.

Sanduhr
Die Sanduhr symbolisiert das rasche Verfliegen der Zeit und erinnert so an Sterblichkeit und Tod. Gleichzeitig steht die Sanduhr aber auch für Ende und Neuanfang, da sie nach Abrinnen des Sandes wieder umgedreht werden kann.

Schmetterling
Durch seine Verwandlung von der Raupe über die Verpuppung hin zum fliegenden Wesen ist der Schmetterling ein Sinnbild für die unsterbliche Seele, die den toten Körper verlässt.

Sonnenblume
Da sich die Sonnenblume stets nach dem Sonnenstand richtet und großzügig den Vögeln Nahrung gewährt, ist sie Symbol für ein Gott gefälliges und dem Guten zugewandtes Leben.

Taube/ Vogel
Die Taube spielt in der biblischen Sintflut-Erzählung die Rolle des frohen Botschafters: In der Bibel lässt Noah nach der Sintflut drei Tauben ausfliegen, von denen eine mit einem Ölzweig zurückkehrt. Das Strafgericht Gottes gegen die sündigen Menschen ist beendet.




Zirkel und Winkel
Zirkel und Winkelmaß sind typische Symbole der Freimaurerei.