Schnittmaßnahmen auf städtischen Friedhöfen

Tipps und Hinweise zur satzungskonformen Grabbepflanzung

Trauer und Grabpflege

Ein Beispiel für ansprechende Grabgestaltung.
Die Grabgestaltung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Trauerkultur. Durch eine individuelle und persönliche Gestaltung lassen sich das Gedenken und die Liebe zur verstorbenen Person zum Ausdruck bringen. Werden deren persönliche Vorlieben bei der Bepflanzung berücksichtigt, bzw. bestimmte Lieblingsfarben aufgegriffen, kann eine Verbindung zum/ zur Verstorbenen hergestellt werden. Die Grabstätte spendet den Hinterbliebenen Trost.

Und doch gibt es seitens der Friedhofsverwaltung Vorschriften, die bei der Pflege und Unterhaltung der Grabstätten zu beachten sind. Der Umweltbetrieb möchte Ihnen Hilfestellung geben und Hintergründe beleuchten.

Die Vielzahl an Grabstätten auf einem Friedhof macht es erforderlich, dass allgemein verbindliche Vorgaben für deren Bepflanzung und Unterhaltung aufgestellt werden. Anders als im heimischen Garten, in welchem dem Gestaltungswillen kaum Grenzen gesetzt sind, soll sich die einzelne Grabstätte gestalterisch und bei der Pflanzenauswahl dem Friedhof anpassen. Denn der Friedhof ist eine Gemeinschaftsanlage, die durch jede einzelne Grabstätte in einem Grabfeld beeinflusst wird.

Die Gehölzauswahl

Oftmals gerne gepflanzt und als klassische Friedhofsgehölze bekannt sind Lebensbäume (Thuja) und Scheinzypressen (Chamaecyparis). Sie sind jedoch weniger geeignet für die Grabbepflanzung. Denn beide Gehölzarten können bei einem durchschnittlichen jährlichen Längenwachstum von bis zu 35 cm innerhalb nur weniger Jahre zehn und mehr Meter hoch werden. Empfehlenswerter für die Rahmenbepflanzung sind deshalb:

  • Eiben (Taxus)
  • Rhododendron
  • Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)

    Aber auch hier sollte kleinwüchsigen Sorten der Vorzug gegeben werden.

  • Was sagt die Friedhofssatzung?

    Die Vorschriften zur Herrichtung und Unterhaltung von Grabstätten sind in den Paragraphen 26 und 27 der Friedhofssatzung festgeschrieben.

    So dürfen beispielsweise nur Pflanzen gepflanzt werden, die andere Grabstätten sowie die öffentlichen Flächen nicht beeinträchtigen. Folgerichtig gehören Bäume und großwüchsige Sträucher nicht auf eine Grabstätte. Denn Größe, Schattenwurf und Wurzelwachstum wirken sich nachteilig auf die Pflege und Unterhaltung benachbarter Grabstätten und Flächen aus. Hinzu kommt, dass große, immergrüne Gehölze einen Friedhof verdunkeln und Durchblicke zwischen den Grabreihen verhindern. Dies verringert nicht selten das persönliche Sicherheitsempfinden der Friedhofsbesucherinnen und -besucher.

    Die Friedhofsverwaltung kontrolliert daher in regelmäßigen Abständen den Gehölzbestand auf den Grabstätten. Nach schriftlicher Aufforderung haben die Grabstättenverantwortlichen überständige Gehölze, aber auch Bäume und Sträucher mit einer Höhe von mehr als 1,50 Meter, zurück zu schneiden bzw. zu entfernen.

    Warum Rückschnitt auf 1,50 Meter Höhe?

    Übersichtlicher Friedhof nach Rückschnitt
    Mit den friedhofsüblichen Maschinen und Gerätschaften lassen sich im Bestattungsfall Gehölze und Bäume nur bis zu einer Höhe von 1,50 m entfernen. Sind die Bäume größer, müssen diese zum Ausheben der Gruft abgetragen oder gefällt, der Wurzelstock zusätzlich gerodet werden. Auf Grund der beengten Verhältnisse zwischen den Grabreihen ist dies zumeist sehr zeitaufwändig und bedarf großer Sorgfalt, damit angrenzende Grabstätten und Grabsteine nicht beschädigt werden. Da dieser Mehraufwand nicht über die Bestattungsgebühr abgedeckt ist, muss er den Hinterbliebenen gesondert in Rechnung gestellt werden.

    Mehrkosten im Bestattungsfall lassen sich folglich vermeiden, wenn kontinuierlich auf das Pflanzenwachstum geachtet wird und zu groß gewordene Gehölze frühzeitig zurück geschnitten oder gleich entfernt werden. Positiver Nebeneffekt ist, dass auch der zeitliche und finanzielle Aufwand bei Aufgabe der Grabstätte geringer ausfällt. Denn die Grabstättenverantwortlichen sind verpflichtet, bei Rückgabe der Grabstätte alle Gehölze zu entfernen und die Grabfläche mit Rasen einzusäen.

    Wo finde ich Unterstützung?

    Wer sich den Rückschnitt oder das Fällen nicht selbst zutraut, bzw. dazu nicht in der Lage ist, sollte Kontakt mit den ortsansässigen Friedhofsgärtnereien aufnehmen. Diese können einen fachgerechten Rückschnitt vornehmen oder ein zu groß gewordenes Gehölz roden. Eine Liste der zugelassenen Betriebe ist bei der Abteilung Friedhöfe im Umweltbetrieb erhältlich.


    Die Pflege des Friedhofsgrüns

    Johannisfriedhof: vor und nach Rückschnitt
    Wie der Grabstättenverantwortliche für seine Grabstätte, so ist die Abteilung Friedhöfe im Umweltbetrieb für die Pflege und Unterhaltung des sonstigen Grüns zuständig - also für alle Anlagen außerhalb der Grabstätten. Diese Aufgabenteilung ist in der Friedhofssatzung eindeutig festgelegt.

    Neben dem Entfernen von Totholz und verdorrten Ästen, dem Fällen von absterbenden bzw. sich gegenseitig im Wachstum behindernden Bäumen, gehören zu den regelmäßigen Unterhaltungsaufgaben der Friedhofsverwaltung auch der Rückschnitt der Kopfstreifen und Abpflanzungen. Denn auch für das Friedhofsgrün gilt: Es bedarf der Pflege, damit der Gehölzbestand nicht überaltert und Abpflanzungen nicht zu undurchdringlichen, "grünen Wänden" werden.

    Deshalb werden in regelmäßigem, zumeist mehrjährigem Turnus, Einzelbäume freigestellt und Sträucher "auf Stock gesetzt", das heißt etwa in Knietiefe abgeschnitten. Der starke Rückschnitt bewirkt, dass die Sträucher von unten kräftig austreiben und sich selbst verjüngen. Bereits ein bis zwei Jahre später ist der Eingriff nicht mehr erkennbar.


    Kontakt

    Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld
    Friedhofsverwaltung
    Brackweder Straße 80
    33647 Bielefeld
    Tel. 0521 51-5562 oder 51-5205
    Fax 0521/51 5550
    E-MailE-Mail