Kapellen Sennefriedhof

Der Sennefriedhof ist der einzige Bielefelder Friedhof, der, ob seiner Größe, über zwei Friedhofskapellen verfügt: die Alte Kapelle im historischen Friedhofsteil sowie die Neue Kapelle im Bereich des Eingangs Windelsbleicher Straße.

Alte Kapelle

Die Alte Kapelle wurde von Stadtoberbaurat Friedrich Schultz geplant und in den Jahren von 1910 bis 1913 erbaut. Am 17. Juni 1913 wurde sie eingeweiht, seit 1986 steht sie unter Denkmalschutz. Das 100-jährige Jubiläum der Alten Kapelle wurde 2013 wurde mit einem Festakt gewürdigt.
Die Kapelle ist ein kreisrunder Zentralbau unter einer Hauptkuppel, die vorgelagerte Eingangshalle ruht auf vier quadratischen Pfeilern. An die Vorhalle schließen sich beidseitig fünf wuchtige, sieben Meter hohe Tuffsteinsäulen mit dazwischen liegenden Fenstern an.

Giebelrelief
Den Giebel schmückt ein drei Meter breites Relief von Hans Perathoner. Die allegorische figurale Darstellung zeigt „den Tod, die Trauer und die Hoffnung”. Der Tod ist als eine sitzende, nackte Männergestalt dargestellt, mit der rechten Hand senkt er die verlöschende Lebensfackel. Links
von ihm kauert in sich zusammengesunken die Trauer, rechts streckt sich als weibliche Figur die Hoffnung empor, sie hält das Kreuz und die Palme des Friedens.

Der 16 Meter hohe Innenraum mit schlichten Wandfeldern zwischen Pilastern und einer kassettierten Kuppel erinnert an römische Großbauten. Vier der insgesamt 16 bunten Glasfenster zeigen die vier Evangelisten sowie schwebende Engel.
Die Alte Kapelle verfügt über 24 Stühle und 40 Bankplätze.


Neue Kapelle

Neue Kapelle auf dem Sennefriedhof (Außenansicht)
Die Neue Kapelle wurde nach einer Bauzeit von drei Jahren am 1.6.1961 nach Plänen des Baurats Dipl.- Ing. Willy Kirchner eingeweiht. Der Ziegelbau mit dem großen Satteldach fügt sich gut in den Charakter des Friedhofes mit seinem lichten Kiefernbestand ein. Der Eingang ist durch einen schlanken, glockenlosen Turm gekennzeichnet.

Die linke Abschlusswand der Kapelle zieren sehenswerte Fenster aus Rauchglas mit roten Ornamenten, die der Künstlers Wilhelm Heiner (1902- 1965) im Jahr 1961 schuf. Auch das zentrale Mosaikkreuz stammt von ihm.

Sehenswert ist im Angehörigenraum das Glasfenster‚ Johannes der Täufer’ von Karl Muggly (1884 – 1957), ein impressionistisches Werk. Es wurde 1925 geschaffen und mithilfe des Bielefelder Kunstvereins der Stadt Bielefeld zur Verfügung gestellt. Am 30. September 1992 wurde es der Öffentlichkeit übergeben. Muggly war Maler und Glasmaler und lehrte an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld. Mit Ernst Barlach, mit dem er in künstlerischer Wechselwirkung stand, verband ihn eine persönliche Freundschaft.

Der Angehörigenraum eignet sich – neben seiner eigentlichen Bestimmung – gut für Trauerfeiern im kleineren Rahmen.

Die Kapelle bietet bis zu 150 Sitzplätze (Stühle) und weitere knapp 60 Stehplätze.