Klimagesunde Ernährung

Die Ernährung verursacht etwa 20 Prozent der klimawirksamen Gase in Deutschland. Dieser Anteil setzt sich zusammen aus den Emissionen für Transport, Landwirtschaft zur Erzeugung pflanzlicher und tierischer Lebensmittel, Verarbeitung, Handel sowie den Verbraucheraktivitäten wie Einkaufen, Kochen und Spülen. Wenn Sie ein paar Grundsätze beachten, können Sie den CO2-Ausstoß bei Ihrer Ernährung reduzieren und gleichzeitig auch Gutes für Ihre Gesundheit tun.

Regionale Produkte statt weiter Transporte!
Lebensmittel aus der Region bedürfen deutlich kürze Transportstrecken und sparen damit Energie und klimaschädliche Treibhausgase. In Deutschland haben sich die Lebensmitteltransporte in den letzten 20 Jahren verdoppelt, obwohl sich die pro Person verbrauchte Nahrungsmittelmenge kaum verändert hat. Besonders problematisch ist der Transport mit dem Flugzeug. Pro Kilometer sind die Treibhausemissionen schon fünfmal höher als bei LKWs. Dazu kommen dann die zusätzlichen Tausende Kilometer, die die Ware aus Übersee überbrücken muss. Diese vielfach längeren Strecken können auch durch den Transport mit Hochseeschiffen nicht wettgemacht werden, obwohl diese pro Kilometer die geringsten Emissionen haben. Kaufen Sie also möglichst Produkte, die sich in der Nähe produzieren lassen. Und wenn es diese zu der Jahreszeit gerade nicht gibt, verzichten Sie auf eingeflogene Ware, die zudem meist stark schadstoffbelastet ist und wenig Geschmack hat.

Saisonal statt Treibhaus- oder Tiefkühlware!
Freiland-Anbau von Gemüse und Obst passend zur Saison ist klimagesund. Denn Produkte aus dem Gewächshaus können das Dreißigfache an Treibhausgasen verursachen wie Freilandgemüse. Saisonkalender helfen Ihnen bei der Auswahl von frischem, heimischen Obst und Gemüse passend zur Jahreszeit. Auch tiefgekühlte Lebensmittel belasten das Klima mit bis zu sechs Kilogramm Treibhausgasen pro Kilogramm. Denn nicht nur zuhause laufen die Kühlgeräte 24 Stunden, auch beim Transport und im Handel muss die Kühlkette eingehalten werden.

Bio einbeziehen!
Die biologische Landwirtschaft verbraucht etwa 60% weniger fossile Energie bezogen auf die Fläche als die konventionelle Landwirtschaft, Dies begründet sich vor allem im Verzicht auf synthetische Dünge- und Pflanzenbehandlungsmittel. Da der biologische Landbau geringere Erträge erzielt liegt der Vergleich in Bezug auf die produzierte Menge näher. Aber auch dabei benötigt der biologische Pflanzenbau nur die Hälfte der Energie des konventionellen Pflanzenbaus. Die biologische Tierhaltung benötigt auf jeden Fall weniger Energie, bzgl. der Treibhausgase fehlt jedoch eine verlässliche Datengrundlage.

Weniger Tierische Lebensmittel
Ein Ernährungsstil, der mehr pflanzliche und weniger tierische Lebensmittel einbezieht, ist ein wirkungsvoller Beitrag zum Klimaschutz im Bereich der Ernährung. Denn die Produktion von Fleisch und fettreichen Milchprodukten wie Butter, Sahne und Käse verbraucht wesentlich mehr Energie als die Produktion pflanzlicher Lebensmittel. 65 bis 90 Prozent der Futterenergie gehen bei der Umwandlung von pflanzlichen in tierische Produkte verloren. Zusätzlich produzieren Wiederkäuer selbst Klimagase wie z.B. Methan aus den Mägen der Rinder. Auch Ernährungsexperten empfehlen höchstens zwei bis dreimal in der Woche Fleisch zu essen.

Effizienter Einkauf und effiziente Haushaltsgeräte!
Um Ihre Ernährung klimagesund zu verändern, sollten Sie versuchen den Einkauf mit dem Auto in ohnehin notwendige Fahrten einzubeziehen. Eine emissionsfreie Alternative ist der Einkauf zu Fuß oder mit dem Rad. Wenn Sie für Ihre Biokartoffel extra mit dem Auto zum Biobauernhof fahren, machen Sie den positiven Effekt gleich wieder zunichte. Und auch Ihre Küchengeräte sollten möglichst nach Effizienzkriterien wie z.B. das Energieeffizienz-Label A++ für Kühlgeräte gekauft sein. Das Brot aber selbst im eigenen Ofen zu backen kann manchmal energieintensiver sein, als es beim klassischen Handwerksbäcker um die Ecke zu kaufen.

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Externer Linkwww.gruene-bielefeld.de - Ökologischer Einkaufsführer für Bielefeld



Informieren! Weiterführende Quellen

Externer Linkwww.vz-nrw.de - Saisonkalender der Verbraucherzentrale NRW

Externer Linkwww.verbraucherfuersklima.de – Ernährung und Klimaschutz

PDF-Dokument www.ifeu.de - Zur Ökobilanz von Brot

Externer Linkwww.foodwatch.de - Kontroverses zum Thema Ernährung

Klimagesunde Schulküche - CO2-Optimierung von Speiseplänen





Umweltamt
Birgit Reher
Tel. 0521 51-2870
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