Schallimmissionspläne

Eine Lärminformation für Planungsprozesse
Die bisher für das Stadtgebiet Bielefeld vom Umweltamt ermittelten und grafisch als Lärmkartierung ausgewerteten Lärmbelastungen sind in Form von Schallimmissionsplänen eine wichtige erste Orientierungs- und Planungsgrundlage, z.B. für Bauleitplanungen, Umweltprüfungen, Umweltverträglichkeitsstudien oder Planfeststellungen.

Mehr zum Schallimmissionsplan Verkehr finden Sie im digitalen Umweltatlas.

»Bestandsaufnahme der Lärmbelastung

Der Schallimmissionsplan Gesamtverkehr Tag bzw. Nacht veranschaulicht die gegenwärtigen oder prognostizierbaren Lärmbelastungen, die im Stadtgebiet flächenhaft auftreten. Diese Kartierung erfolgte in Bielefeld als Lärmbelastungsanalyse auf der Grundlage verfügbarer Verkehrsbelastungsdaten für das Bezugsjahr 1999. Sie zeigt Immissionspegel in dB(A), die in einer repräsentativen Höhe von 4 Meter über Gelände auf die sogenannten. Immissionsorte einwirken. Die farbige Darstellung differenziert dabei 11 Lärmpegelklassen, die sich jeweils durch Pegelsprünge von 5 dB(A) unterscheiden.

Zur vergrößerten Darstellung

Schallimmissionsplan - Nacht

Jede Pegelklasse ist durch unterschiedliche Farbgebung in der Karte zu erkennen. Dies ermöglicht eine Ansicht von Belastungsschwerpunkten sowie belastungsfreien Standorten im Stadtgebiet. Die Flächen, für die ein Beurteilungspegel innerhalb derselben Pegelspanne ermittelt wurde, befinden sich in der jeweils gleichen Pegelklasse.
Damit innerhalb der Raumplanung Lärminformationen ausreichend und frühzeitig berücksichtigt werden können, sind auch derartige quantitative räumliche Lärmbelastungsdaten wichtig. Die Einbindung entsprechender Fachdaten, Fachauswertungen und Lärmbeurteilungen durch das Umweltamt helfen zu vermeiden, dass kommunale Planungen bereits abgeschlossen sind oder sich in einem nur noch äußerst schwierig zu verändernden Stadium befinden, bevor Aspekte der städtebaulichen und verkehrlichen Lärmvorsorge behandelt werden. Auf diesem Weg kann mehr erreicht werden, als nur die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu bestätigen oder durch Dimensionierung von Lärmschutzmaßnahmen eine Schadensbegrenzung im Rahmen der Lärmsanierung vorzunehmen.

»Leitbild einer „lärmarmen Stadt“

Eine Lärmvorsorge-/Lärmminderungsplanung als Symbol einer nachhaltigen verkehrlichen und städtebaulichen Entwicklung zu verfolgen bedeutet, dem Lärm praxisorientiert zu begegnen. Denn Lärm beeinflusst:
  • die Gesundheitsbelastung des Menschen
  • den Wohnwert von Grundstücken und Wohnungen
  • die Aufenthaltsqualität des Wohnumfeldes und Straßenraumes
  • die Wahl des Wohnstandortes
  • den Bodenwert und die städtebauliche Zonierung
  • die Bauleitplanung, städtebauliche Form und Gliederung
  • den Verkehrswegebau.
Das Leitbild einer „lärmarmen Stadt” meint keine wirtschaftlich kranke, mobilitätsarme Stadt, sondern vielmehr eine Stadt, in der Geräusche des Alltags und des Lebens im Vordergrund stehen, die nicht als Belastung, sondern als positives Zeichen einer lebendigen Stadt verstanden werden. Die soziale Nutzung von Straßen, Plätzen und Wegen soll wieder in den Vordergrund treten. Die Funktion Transport soll dienen und nicht prägen. Dieses Leitbild ist verknüpft mit anderen planerischen Leitbildern. Es beinhaltet auch das Streben nach gesunden Lebensbedingungen - Wohn- und Arbeitsverhältnissen - durch die Vermeidung und Minimierung schädlicher Lärmeinwirkungen sowie die Vorsorge vor lärmbedingten Gesundheitsgefahren.


»Ruhezonen sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal der Stadt

Zur Zielsetzung einer verantwortlichen umweltbewussten Stadtentwicklung und Verkehrsentwicklung gehört daher genauso die schrittweise Reduzierung vorhandener Verlärmung, wie auch der Schutz ruhiger Gebiete vor Lärmausdehnung.
Die Bedeutung von Ruhezonen im Stadtgebiet für die Aufenthalts- und Wohnqualität sowie den Erholungswert von Flächen ist erheblich. Die Ruhezonenkartierung Tag/Nacht veranschaulicht Immissionspegel in dB(A), die in einer repräsentativen Höhe von zwei Metern über Gelände auf die sogennanten Außenwohnbereiche oder Freiflächen einwirken. Die farbige Darstellung differenziert dabei vier Lärmpegelklassen, die sich jeweils durch unterschiedliche Pegelsprünge unterscheiden. Jede Pegelklasse ist durch unterschiedliche Farbgebung in der Karte zu erkennen. Dies ermöglicht eine Identifikation erholsamer und ruhiger oder auch mehr oder weniger stark verlärmter Bereiche im Stadtgebiet.
Die Zielerreichung auf dem Weg zu einer „ruhigen Stadt” unterstützen insgesamt die in den Lärmkartierungen enthaltenen vielseitigen Informationen über beispielsweise:
  • Schlafstörende Belastungsniveaus > 45 dB(A) nachts,
  • Entspannung und Erholung störende Belastungsniveaus > 55 dB(A) tags
  • Kommunikation störende Belastungsniveaus > 55 dB(A) tags,
  • Potenziell gesundheitsgefährdende Belastungsniveaus bei dauerhaftem Wohnaufenthalt ≥ 65 dB(A) tags,
  • Lärmbedingt „enteignungsgleiche” Belastungsniveaus bei Wohnnutzung ≥ 70/60 dB(A) tags/nachts.