Lärmsanierung am Schienenweg der Eisenbahnen des Bundes

Im freiwilligen Lärmsanierungsprogramm des Bundes stehen seit 2016 für die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen im bestehenden Schienennetz 150 Millionen Euro zur Verfügung. Das Gesamtkonzept der Deutschen Bahn (DB AG) und des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (kurz Bundesverkehrsministerium) zeigt die Strecken mit dringendem Sanierungsbedarf auf. Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) und die Deutsche Bahn (DB) wollen mit dem Lärmsanierungsprogramm des Bundes den Schienenlärm bis 2020 halbieren. Mit welchen Maßnahmen das gelingen soll, zeigt die Broschüre "Lärmsanierung".

Sanierungsabschnitt 1 Bielefeld Nord

In Bielefeld zählen die Eisenbahnstrecken 1700 Hannover Hbf - Hamm (Westf) für den Personenzugverkehr und 2990 Minden (Westf) – Hamm (Westf) für den Güterzugverkehr zu den Sanierungsstrecken im Vorrangnetz. Im Bereich der gesamten Ortsdurchfahrt mit 20 Streckenkilometern führt die DB AG daher in den nächsten Jahren die Lärmsanierung durch. Sie beginnt 2016 im Gebiet Bielefeld Nord mit den Planungen für den ersten Streckenabschnitt (km 101,4 - km 107,1), einem von insgesamt drei Bielefelder Streckenabschnitten. Gründe für die Sanierung sind hier die hohen Lärmpegel mit maximal 18,6 dB(A) über dem Nachtgrenzwert und viele vom Lärm betroffene Wohneinheiten (WE). An circa 1590 WE werden ohne Lärmschutz in diesem Streckenabschnitt in der Nacht Grenzwertüberschreitungen bis 2025 prognostiziert.

In Bielefeld sollen Lärmschutzwände errichtet und Lärmschutzfenster gefördert werden.

Lärmschutzwände
Im Sanierungsabschnitt 1 Bielefeld Nord sind in Heepen zwei Lärmschutzwände (West 1 und Ost) mit einer Gesamtlänge von circa 3,3 km und in Schildesche eine Lärmschutzwand (West 2) mit einer Länge von circa 1,5 km vorgesehen. Alle Lärmschutzwände haben eine Höhe von 3 Metern über der Schienenoberkante und bestehen aus beidseitig hochschallabsorbierenden Aluminiumelementen, damit keine Lärmreflexionen entstehen. Diese Maßnahmen mit Gesamtkosten im Umfang von circa 7,35 Millionen Euro werden die Lärmpegel durchschnittlich in Heepen um circa 6 dB(A) und in Schildesche um circa 7 dB(A) mindern.

Lärmschutzfenster
Obwohl sich die mit den Lärmschutzwänden erreichbare Lärmpegelminderung deutlich wahrnehmen lässt, können die Wände dennoch nicht den kompletten Schutz der Ober- und Dachgeschosse abdecken. Daher sind nach dem Bau der Wände an 310 WE passive Lärmschutzmaßnahmen, wie der Einbau von Lärmschutzfenstern geplant. Auch in Bereichen, in denen die baulichen Möglichkeiten an der Strecke für die Errichtung einer Lärmschutzwand nicht vorliegen, sind für circa 180 WE diese Maßnahmen vorgesehen. Die Teilnahme an der Förderung von Lärmschutzfenstern mit einem Gesamtkostenumfang von 0,25 Millionen Euro ist für die Gebäudeeigentümer freiwillig; 75 Prozent der Bauleistungen übernimmt der Bund und 25 Prozent trägt der Eigentümer selbst.

Die „Planunterlagen für Sanierungsabschnitt 1 Nord”, an denen derzeit die Träger öffentlicher Belange beteiligt sind, informieren ausführlich über aktuell von der DB Netz AG geplante und vom EBA 2017 zu genehmigende Lärmschutzmaßnahmen. Die baulichen Arbeiten im Sanierungsabschnitt 1 Nord werden voraussichtlich Mitte 2018 beginnen und Ende 2019 fertiggestellt sein.

Weitere Infos


Planunterlagen



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Umweltamt
Elke Bernauer
Tel. 0521 51-6572
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