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Die Honigbiene - ein Nutztier mit großer Bedeutung

Bei Nutztieren denkt man an Rinder und Schafe, seltener an die Honigbiene. Bienenvölker produzieren einmalige Stoffe, die der Mensch schon seit tausenden von Jahren begehrt.
Nach der letzten Eiszeit wanderte die Westliche Honigbiene nach Mitteleuropa ein. In Deutschland ist die Dunkle Honigbiene, eine Unterart der Westlichen Honigbiene, die einzig heimische Art. Völlig eigenständig lebte sie in Baumhöhlen in den Wäldern. Der Mensch bediente sich an den Nestern und profitierte vor allem vom Honig, nutzte aber auch das Bienenwachs - etwa als Heilmittel, Brennstoff oder zum Abdichten von Gefäßen.


Westliche Honigbiene / Apis mellifera
Quelle: Wikimedia; Foto: Andreas Trepte
Bienenhaltung als Beruf
Später schlug man künstliche Höhlen in geeignete Bäume und siedelte die Tiere gezielt darin an. Der Zeidler, dessen Beruf sich bereits im Frühmittelalter nachweisen lässt, sammelte erwerbsmäßig den Honig wilder Bienen. Lange Zeit der einzige Süßstoff, den der Mensch kannte und immer schon zu schätzen wusste.
Aus der Zunft der Zeidler hat sich das Handwerk der Imkerei entwickelt und damit die systematische Nutzung und Pflege der Bienen. In den letzten Jahrzehnten ist die Honigbiene durch gezielte Zucht zu einem landwirtschaftlichen Nutztier von erheblicher ökonomischer Bedeutung geworden. Von ihrer Leistung bei der Bestäubung hängt ein Großteil der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen-, Garten- und Obstbau ab.

Bienenhaltung als Freizeitvergnügen
Die Bienenhaltung kann sich aber nur positiv entwickeln, wenn die Völker gesund sind und fachkundig versorgt werden. In den letzten Jahren haben immer mehr Menschen Freude daran, in ihrer Freizeit Bienen zu halten. Wichtig sind hier die Ortsvereine der Imker. Sie haben das Fachwissen und fördern die Jugendarbeit ebenso wie den älteren Nachwuchs. Die Imkervereine sollten deshalb immer die erste Adresse gerade auch für interessierte Neuimkerinnen und Neuimker sein. Die Stadt Bielefeld bietet begrenzt Stellmöglichkeiten für Bienenbeuten auf städtischen Flächen.



Die Wildbiene – Artenvielfalt mit großem Nutzen

Mehr als 560 Wildbienenarten sind in Deutschland heimisch. Äußerlich sind die Unterschiede auffällig. Es gibt kleine bis recht große, schwarze, gelb-schwarze oder auch rötlich-braun gefärbte, pelzige und wenig behaarte Tiere. Manche ähneln Wespen, Fliegen oder sogar kleinen, geflügelten Ameisen.

Auf den Pollen kommt es an
Bei der Bestäubung spielen alle Wildbienen eine weitaus größere Rolle als bisher angenommen. Sie erreichen mit der gleichen Zahl von Blütenbesuchen einen doppelt so hohen Fruchtansatz wie die Honigbiene. Das liegt an der besseren Qualität der transportierten Pollen (Blütenstaub). Zudem sind sie zuverlässige Schlechtwetterbestäuberinnen und fliegen früher, bei kühleren Temperaturen, länger und manchmal sogar bei Regen. Der Sammelradius der Wildbienen ist aber viel kleiner als der der Honigbienen. Das kann bei mangelnder Tracht, also dem Angebot an Blütenpflanzen, zur Nahrungskonkurrenz führen. Die Imker haben hier eine gewisse Verantwortung.

Maskenbiene / Hylaeus annularis
Foto: Christian Venne
Vorteil einer Partnerschaft
Etwa ein Viertel der heimischen Wildbienenarten sind auf wenige Pflanzenarten spezialisiert und stehen mit diesen in einer engen Symbiose. Das bedeutet, dass die Pflanze der Wildbiene Nahrung liefert und die Pflanze wiederum von der Bestäubung durch diese Bienenart abhängig ist. Verschwindet diese Art, so kann sich auch die Pflanze nicht weiter vermehren.

"Hotelzimmer" auf dem Prüfstand
Gerne werden sogenannte „Bienenhotels” in Eigenbau hergestellt oder auch im Baumarkt gekauft. Bedauerlicherweise bringen viele Wildbienen-Nisthilfen nicht den erwünschten Nutzen. Schuld daran sind ungeeignete Materialien und Bauweisen. Es gibt aber auch gelungene Beispiele und da kann man die Tiere dann gut beobachten. Die meisten Wildbienen nisten aber im Boden und graben sich zum Beispiel in offenen Sand- oder Lehmböden ihre Gänge zur Eiablage.

Blühende Landschaften für alle
Wichtig sind daher naturnahe Lebensräume mit offenen Böden an sonnigen Feld-, Wald- und Wiesenrändern, blütenreiche Landschaften mit heimischen Arten wie zum Beispiel Streuobstwiesen und sogenannte Magerrasen, sowie größtmögliche Effizienz und Vorsicht beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Ackerflächen.
Das gefällt auch der Honigbiene.