Frühe Brüter unter den heimischen Vogelarten

› Amseln
Die Schwarzdrossel oder Amsel, deren wohlklingender Gesang vielen Menschen bekannt ist, gehört heute im Siedlungsraum zu den häufigsten Vogelarten. Während die Männchen ein schwarzes Gefieder tragen und einen auffällig orange gefärbten Schnabel haben, sind die Weibchen einheitlich braun gefärbt.
Ab Mitte März beginnt die Amsel mit der Erstbrut. Das Nest mit den fünf bis sechs Eiern wird gerne in verschiedensten Gehölzen (Bäume, Sträucher, Kletterpflanzen) in guter Deckung angelegt. Im Juni brütet die Amsel noch ein zweites Mal.

› Rotkehlchen
Das Rotkehlchen ist anhand seiner orange-rot gefärbten Brustbefiederung, die sich deutlich von der braunen Restbefiederung absetzt, leicht zu erkennen. Besiedelt werden Wälder, Gebüsche, Hecken, Parks und Gärten, wo das Rotkehlchen seine Nester häufig am Boden oder in Bodennähe in Nischen (Baumlöcher, Mauernischen, Kletterpflanzen) oder auch in den Nestern anderer Vogelarten baut.
Das Gelege der ab Anfang bis Mitte April zu findenden Erstbrut, besteht häufig aus fünf bis sechs Eiern.

› Zaunkönig
Der Zaunkönig zählt zu unseren kleinsten Vogelarten und fällt durch seine kugelige Gestalt, den häufig aufrecht getragenen Schwanz und seinen erstaunlich lauten und markanten Gesang auf. Er bevorzugt unterholzreiche Lebensräume in Wäldern, Parks Gebüsch- und Heckenlandschaften und auch in Gärten.
Hier legt das Männchen Ende März/Anfang April mehrere Wahlnester an, zu denen es singend Weibchen lockt. Die kugeligen Nester mit Seiteneingang bestehen häufig aus Moos und sind im Unterholz gut getarnt. Die Weibchen legt zwischen vier und acht Eier.

› Heckenbraunelle
Die unauffällig graubraun gefärbte und vielen Menschen unbekannte Heckenbraunelle besiedelt Feldgehölze, Hecken- und Parklandschaften und Gärten. Der Gesang besteht aus kurzen, schnell vorgetragenen Plauderstrophen, die häufig von erhöhter Warte erklingen (Baumspitzen). Das Nest wird häufig im Halbdunkel dichter Gehölzvegetation (Unterholz, Reisighaufen, Kletterpflanzen) oder in Koniferen gebaut.
Die Weibchen legen die vier bis sechs glänzend türkisblau gefärbten Eier des Erstgeleges Anfang April ab.

› Buchfink
Schon im Februar kann man an sonnigen Tagen den Gesang des Buchfinks hören, der in Mitteleuropa zu den häufigsten Vogelarten gehört. Die Männchen tragen zur Paarungszeit ein Prachtkleid mit blaugrauen, kastanienbraunen und weißen Elementen. Der Buchfink bewohnt Gehölze aller Art (sogar kleine Baumgruppen in der offenen Landschaft). Als Neststandort dient häufig ein Ast oder eine Astgabel.
Hier baut das Weibchen im März/April ein hervorragend getarntes Nest aus Flechten, Moos und Gras, in das es zwei bis sechs Eier legt.

Text: Christian Venne, Biologische Station Senne