Nicht jede Wespe wird lästig

Die typisch gelbschwarz getigerten Wespen sind im Spätsommer als Belagerer von Kaffeetafel und Biergärten bekannt. Ihre Staaten beginnen sich aufzulösen und aus den Insektenjägern mit Nestbindung werden in ihren letzten Lebenswochen Einzelgänger mit Vorliebe für leicht zugängliche Süßigkeiten. Aber nur zwei Arten werden lästig: die "Deutsche Wespe" und die "Gemeine Wespe". Ihre Nester sind in der Regel unterirdisch in Mäusegängen oder an schwer zugänglichen Höhlungen zum Beispiel hinter Hausverkleidungen oder Rollladenkästen zu finden.

Frei in Gebüschen oder außen an Gebäude hängende, kugelförmige Nester sind dagegen ein typisches Kennzeichen für friedfertige Wespenvölker, die sich äußerlich für den Laien nur schwer von anderen Arten unterscheiden lassen. Die Tennis- bis Fußballgröße erreichenden Papierpaläste werden kunstvoll aus mit Speichel vermengtem Holz hergestellt. Diese Völker sterben bereits Ende August. Nur die neuen Königinnen überleben und gründen im nächsten Frühjahr an einem anderen Standort ein neues Volk.

Tipps für Schutzmaßnahmen im Nestbereich:
  • Distanz von zwei bis vier Metern vom Nest halten
  • Hektische und schlagende Bewegungen unterlassen
  • Erschütterung vermeiden z.B. durch Rasenmähen oder Heckenschere
  • Die Flugbahn der Tiere vom und zum Nest nicht für längere Zeit versperren
  • Keinesfalls Insektenbekämpfungsmittel oder Feuer einsetzen
› Was tun bei einem Stich?
  • Umschläge mit essigsaurer Erde helfen gegen Schwellungen und Schmerzen, ebenso kühlende Salben oder Japanöl
  • als Hausmittel gelten auch das Auflegen von Zitonen- und Zwiebelscheiben oder das Bestreichen der Einstichstelle mit Arnikatinktur
  • Nur ein bis fünf Prozent der Bevölkerung reagieren allergisch gegen Wespenstiche. Anzeichen sind sehr große Schwellungen und Rötungen auch fernab der Stichstelle, Schwindel, Übelkeit, Atem- und Kreislaufstörungen. In solchen Fällen, wie auch bei Stichen in den Mund- und Rachenraum, ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich. Gegen allergische Schocks hilft ein Notfallset, das der Allergiker immer bei sich haben sollte.
Das Umweltamt hat das PDF-Dokument Faltblatt „Keine Angst vor Wespen, Hornissen und Hummeln” herausgegeben. Es enthält alle wichtigen Informationen auf einen Blick und ist erhältlich beim Umweltamt in der August-Bebel-Straße 75-77.

Hornissen auf Wohnungssuche!

Hornisse

Eine Hornisse auf Insektenjagd

Ab Mai hat man als aufmerksamer Mensch manchmal die Gelegenheit eine Hornissenkönigin beim Nestbau zu beobachten. Fehlen natürliche Nistgelegenheiten in dicken, hohlen Bäumen, werden ersatzweise Hohlräume in Rollladenkästen, Dachböden, Gartenhäuschen, Vogelnistkästen, hinter Verschalungen oder sogar in Briefkästen bezogen. Nur schätzungsweise eine von zehn Königinnen erlebt den Schlupf ihrer ersten Arbeiterinnen. Viele Nestgründungen verlaufen also nicht erfolgreich und es kann sich kein Volk entwickeln.

Die Königin beginnt mit dem Bau einer kleinen Wabe, aus der nach etwa vier Wochen die ersten Arbeiterinnen schlüpfen. Auf der Suche nach einem geeignetem Nistplatz fliegt die mit bis zu vier Zentimeter größte heimische Wespenkönigin schon mal in Wohnungen ein und landet dann oft an Fenstern auf der Suche nach dem Ausgang. Trotz ihrer Größe und des tiefem Brummtons sind diese Königinnen sehr scheu und zurückhaltend. Mit einem Glas und einem darunter geschobenen Stück Papier lassen sie sich problemlos am Fenster fangen und nach draußen bringen. Keinesfalls dürfen die unter dem besonderen Artenschutz stehenden Tiere und ihre Nester mit Insektiziden oder Feuer bekämpft werden.

An nicht tolerierbaren Standorten besteht früh im Jahr oft noch die Möglichkeit, die Hornissenkönigen samt Nest umzusiedeln. Auch bei anderen Wespenarten ist das möglich.

› Weitere Infos zu Wespen, Hornissen und Hummeln im Internet

  • Externer LinkNaturschutzbund Deutschland
  • Externer Linkwww.hymenoptera.de (mit Umsiedler-Datenbank)



  • Kontakt

    Umweltamt
    Katharina Strunk
    Tel. 0521 51-2264
    Fax 0521 51-3395
    E-MailE-Mail